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Unverständnis (20.12.2016)

 

Was soll man dazu noch sagen oder schreiben?

Da geht man kaputt vom Tag früher ins Bett und dann erfährt man am nächsten Tag, dass unterdessen einige Kilometer weiter für viele nichts Böses ahnende Menschen auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin das Leben für beendet erklärt worden ist. Von den unzähligen Verletzten und allen Angehörigen oder Freunden ganz zu schweigen, die nun mit diesem Erlebnis weiterleben müssen. Auch der polnische LKW-Fahrer hatte keine Wahl.

Von jetzt auf gleich. Einfach so. Ohne Chance, sich erwehren oder das Unheil abwenden zu können.

Diese Tat besitzt keine menschlichen Züge. Sie trägt die hässliche Fratze von Wahn und purer Abartigkeit. Wahrscheinlich möchte man die niederen Beweggründe des Täters, so man ihn denn dingfest machen kann, überhaupt nicht wissen.

Es ist auch relativ egal, ob es kurz vor Weihnachten, oder an einem beliebigen anderen Tag im Jahr passiert.

Sinnlos bleibt sinnlos und es ist mit nichts zu entschuldigen oder zu erklären. Mit welcher Berechtigung darf ein Mensch so brutal über Leben und Sterben anderer entscheiden?

Das alles macht nur noch sprachlos.

Für einen angemessenen, anteilnehmenden Trost fehlen die richtigen Worte.

 

Sehr nachdenklich. S[Punkt]

 

 


Guten MoOOOORGEEEEEEeeen! (05.02.2015)

 

Möööööb! Das war der dezent liebevolle Weckruf eines Kutschers an einen anderen, der sich mit seinem LKW über Nacht in der „Ladezone“ eines bekannten Supermarktes abgestellt hatte. Die Stellfläche ist zwar nicht explizit als Ladezone gekennzeichnet bzw. gesperrt, dennoch handelt der Mensch eben nach seiner Gewohnheit, und wenn er nun einmal dort seit 5 Jahren abläd, dann bitteschön auch an diesem Morgen! Basta.

Guten MooOOORGEEEeen, hier ist der fröhliche Wecker!!! Nichts geht über Herzlichkeit am Morgen…und wenn es mit der akustischen Brechstange sein muss. Immerhin hat sich der Kollege hier richtig Mühe mit seiner Huup-Sinfonie in D-Moll gegeben, was ja irgendwie besser ist als ein mühsam zwischen den Zähnen hervorgepresstes „Morgen!“ oder das komplette Schweigen im Walde. Kann man sehen, wie man möchte.

Das markige Dauerhupen des 10-Tonners schallte also durchs Viertel und weckte schließlich auch den eigentlich angedachten Rezipienten in seiner Kajüte. Nach einigem Gestikulieren tuckerte der Lieferant aber vorbei und wählte sich eine neue Position aus (zunächst quer über die gesamte Straße…herrlich^^), um seine Waren abladen zu können und ließ seinen Kollegen (der offensichtlich seine Ruhezeit einhalten musste) weiterschlummern.

 

Ich war, vor meinem Kaffeepott sitzend, jedenfalls entgültig munter.

 


Eine Busfahrt, die ist lustig, eine Busfahrt, die ist schön… (14.10.2014)

 
Ich habe es gewagt und der guten alten Bahn nach Jahren der Treue den Rücken gekehrt. So gesehen bin ich quasi fremdgegangen.
Wegen einer Fortbildungsveranstaltung nutzte ich also zur Abwechslung den Fernbus…billiger als die beste Gruppentarifkondition, kaum Zeitverlust und in Zeiten von angedrohten Streiks bei der Bahn eine momentan verlässlichere Alternative.
Ich war zufrieden.
Es ist im Übrigen toll, wenn ein anderer für einen die ganzen Trantüten und Kamikaze-Sonntagsfahrer zusammenhupt und man dabei alles entspannt von da oben mitverfolgen kann! Wie im Kino.
*Mööööp*
*Gnihihi*

 

Außerdem erlangt man aus dieser im Vergleich zum Pkw gehobeneren Sitzposition interessante Einblicke in Brummifahrers Stübchen.
Da vergeht die Zeit so schnell, dass man fast traurig sein könnte, dass es das schon wieder gewesen sein soll….wobei ein Stau auch nicht zwingend von Nöten ist.

 

Ein rund(!)um zufrieden dreinblickender Lenker saß zum Beispiel auf seinem fahrenden Thron, wie Gott ihn einstmals schuf: Nackt bis auf (hoffentlich) eine kurze Buxe. Ich frag mich zudem jetzt noch, wo er noch Platz für sein Lenkrad gefunden hat. Diplomatisch ausgedrückt war dies eine imposante Erscheinung gewesen.
Andere wiederum haben sich offenbar komplett eingerichtet, als wäre es die heimische Spielhöhle des Nachwuchses…Teddy on tour, sag‘ ich da nur!
Interessant ist auch herauszufinden, weshalb der Lkw vor einem gerade eben so verdächtig weit nach links abdriftete. Und schwupps wurde noch schnell die Wasserflasche zugedreht und wieder verstaut.
Handys habe ich nicht sehen können…vorbildlich.
Es soll ja schon Fahrer gegeben haben, die sich bei voller Fahrt ihr Mittagessen zubereitet, der Mani- oder Pediküre hingegeben, die Zeitung studiert oder sich sonstige Späße erlaubt haben. Da sage noch einer, Männer können kein multitasking!
Was gestikulieren bloß die Leute im Wagen neben mir so panisch…?!