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Fahrradkauf mit Umwegen (11.11.2016)

 

 

Helau, Alaaf und guten Abend!

 

Ich störe euch nur ungern bei euren womöglich bis zur Exzessivität getriebenen Pfannkuchen/Krapfen/Berliner-Orgien. Es ist ja wieder soweit. Dädääää! Badömm!

Mir fällt dabei auf: Ich habe es doch tatsächlich versäumt, mir wenigstens eine dieser zuckrigen Kalorienbomben zu gönnen.

Warum?

Weil ich mich mal wieder in den Untiefen der weltweiten Vernetzung verlaufen habe.

Hilfe!

Es ist einfach nur schlimm. Man sucht etwas, in meinem Fall ein neues, solides  Trekking-Rad, und schwupps saugt das Web einen gnadenlos ein. Wenn man Glück hat, spuckt es einen nach Stunden völlig durchgelutscht und zerkaut wieder in die reale Welt zurück. (Wer wollte noch gleich den Hausputz machen? Ich?! Oh weh.)

Ich hatte Glück, muss mich itzo jedoch, wie so oft, beim alten Goethe bedienen: [Ich] bin so schlau als wie zuvor!

Nimm dies! NEIN, bloß nicht!!

Nimm das! Auf gar keinen Fall!!

Wie wäre es mit….? Willst du dich umbringen??

Internet-Foren sind ja wirklich eine lustige Erfindung. Man findet darin so manches Geheimnis, ohne dessen Wissen ich womöglich irgendwo auf dem Asphalt kleben oder zumindest aber dumm (jedoch hundertjährig geworden) sterben müsste. Letzteres würde ich in diesem Belang ohne mit der Wimper zu zucken in Kauf nehmen.

Fazit: Nichts genaues weiß man nicht.

Wünsch-dir-was geht natürlich auch. Doch das kostet. Aber wie sagt man so schön: Was kost‘ die Welt? Ich nehm zwei! Was nützt mir die billige Lenkergabel, wenn sie mir- im Abbrechen begriffen- den ungerichteten Abstieg nach frontal erleichtert? Oder was nützt mir eine Bremse, die bremst, wenn ich schon längst unter dem Lkw unten durch gerutscht bin, auf der anderen Seite ohne eine Schramme wieder aufstehe und dann aber über die nun greifende Bremse stolpere, in den nahen Straßengraben kullere und dort mit dem Gesicht in einer 1cm tiefen Schlammpfütze liegend ertrinken müsste?

Nichts.

Also will der eine oder andere Euro in die Hand genommen werden.

DOCH: Bedeutet teuer auch gleich gut und sicher? Oder will man mich vielleicht mit hinter Blendwerk (superduper Einzelbauteile) versteckten, untergemogelten Billigteilen übers Ohr hauen?

Einige Foren-Ratgeber trumpfen da ja echt mit Schauergeschichten auf. Bestimmte (höherpreisige) Marken sind ja regelrecht verschrien. Am Glanz alter Zeiten scheint vielerorts der Rost zu nagen, wenn man den teils eindeutigen Bemerkungen Glauben schenkt.

Oder übertreiben es die Experten? Fällt es einem halbwegs unbefleckten Laien überhaupt auf, wenn da nicht das highend-Schräubchen verbaut worden ist?

Natürlich war ich auch, dank einer aktuell länger währenden Auszeit, persönlich bei einem örtlichen Zweirad-Händler, bei dem ich mich eigentlich ganz gut beraten gefühlt habe. Aber über dessen Empfehlung haben sich nachher im Internetz die Mäuler zerrissen. Hach, nichts geht über eine Zweitmeinung…erst recht nicht, wenn sie einem aller Hoffnung eines guten, potentiellen Fanges sogleich wieder beraubt.

Bob, Sack Zement!

Was nehme ich denn jetzt nun?

Sicher ist: Es muss zwei Räder haben.

UND Licht.

Sonst meckert die Polizei und macht mir prompt ebensolches höchstpersönlich ans Fahrrad.

 

 

 

 


Klare Ansagen braucht der Mensch! (17.1.2016)

 

So, ich wäre dann mal wieder „im Lande“. Ich war mich für ein paar Tage fortbilden, schließlich muss das auch mal sein.

 

Statt ehrenvollem Empfangsspalier und euphorischem Fähnchenschwänken auf der neu-heimischen Hauptpromenade, welche ich durchqueren musste, warteten mir jedoch lediglich drei naseweise Rotzbengel auf (wobei zwei korrekterweise Rotzbengelinen waren). Wie enttäuschend.

Dem Dreiergespann konnte ich bereits im Vorfeld mit verbundenen Augen an der Nase ablesen, was sie im Schilde führten. Den bereits geformten Schneeball hätte es gar nicht bedurft. Auch nicht das vollkommen unauffällig auffällige Zurückbleiben der Truppe, um sich meiner Rückansicht zu vergewissern.

Stoisch schritt ich meinen Weg entlang, ließ es darauf ankommen und wartete auf das Unvermeidliche.

Eiskalt ließ ich den Schneeball an mir abprallen (ich war ja vorgewarnt) und machte in aller Seelenruhe auf der Hacke kehrt, um mich im nächsten Moment vor den Halbstarken aufzubauen.

Da die Angreifer die Flucht nicht antraten, konnte ich sie tatsächlich zur Rede stellen. Dem inneren Drang, das offenbar federführende Milchgesicht* einzuseifen– Schnee hätte in ausreichender Menge zu Verfügung gestanden- erlag ich nebenbei bemerkt nicht….wenigstens eine Partei muss schließlich das Niveau bei einer Unterredung hochhalten, um mehr oder minder konstruktive Ergebnisse erwarten zu dürfen (das gilt übrigens auch in anderen Lebenslagen!).

Als ich feststellen musste, dass dieser Bengel nicht einmal den Arsch in der Hose hatte, zu seiner Tat zu stehen (er versuchte sich in selten dämlich anmutenden Ausflüchten…), zog ich von dannen, nachdem ich klar und deutlich zu verstehen gegeben hatte, dass ich mir dieses respektlose Verhalten zukünftig auf das Drängendste verbitte. Nicht nur mir gegenüber.

Dann war auch Ruhe im Karton.

 

Aus welchem Grund habe ich diesen Schneeballwurf nicht einfach als dumme-Kinder-Streich hinter mir gelassen? WEIL dieser Generation einmal dringend eine Ansage gemacht werden muss! Das mag zugegebenermaßen ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen sein, aber ein Anfang ist es allemal.

Wäre ich einfach weitergegangen, hätten sie dem nächsten Passanten vielleicht auch ungefragt eine Ladung Schnee aufgenötigt.

Diese Respektlosigkeit gegenüber Erwachsenen ist doch nicht normal!

Und wenn jetzt übereifrige Menschen dazwischenrufen möchten, dass das doch nur Kinder gewesen sind, die sich einen kleinen Scherz erlaubt hätten, bitte gerne. ICH sage dazu aber entschieden NEIN! Wenn es schon in diesem Alter so anfängt, dann möchte ich ungern herausfinden müssen, was aus denen später einmal werden soll.

MAN DARF SICH NICHT ALLES WORT- UND KOMMENTARLOS GEFALLEN LASSEN!

Der Sittenverfall schreitet mancherorts schon schnell genug voran, da sollte man dem Nachwuchs wenigstens noch ein paar Denkmomente mit auf den Weg geben, in der Hoffnung, dass die Halbwertszeit solcher Ansagen die Zeitspanne eines Wimpernschlages oder sogar die Lebensdauer einer bereits geschlüpften Eintagsfliege überdauern möge.

Vernünftig erzogene Kinder bewerfen sich im Spiel gegenseitig mit Schnee, aber keinesfalls außenstehende, unbeteiligte Menschen von hinterrücks. Das ist feige und frech und hat nichts mit Naivität oder dem kindlichen Austesten von Grenzen zu tun. Solche geistreichen Gestalten werfen dir am Ende in 3 oder 4  Jahren den Chinaböller hinterher und finden das dann immer noch lustig.

Haltet es für überzogen, aber ein Körnchen Wahrheit steckt schon darin. Wenn im Leben niemals Einspruch gegen eigene Taten erhoben worden ist, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn es irgendwann Probleme in Sachen zwischenmenschlicher Coexistenz gibt.

Das ist meine Meinung zu diesem Thema.

Wie seht ihr das?

 

 

 

 

* (der war ja noch nicht einmal grün hinter den Ohren!)