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Weltenbrand (28.12.2016)

 

Weltenbrand (2016)

 

Wer kann es sein,

der unsere Wege vorbestimmt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der uns die Unbeschwertheit nimmt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der über seinesgleichen herrscht?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der Stahl und Feuersbrunst gebärt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der Qual und Schmerzen bringt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der auf die Knie zu fallen zwingt?

Kein Gott!

Ein Menschenkind.

 

Wer, wenn nicht wir selbst, kann noch um Einhalt gebieten?

Die Götter, menschgemachte Wesen, sie schweigen schon längst. Vielleicht hat es sie nie gegeben.

Wohl zu Tätern stilisiert, um unser Handeln reinzuwaschen. Sind bloßer Vorwand nur gewesen.

 

Kein Gott, kein Himmelswesen,

nur wir allein,

nur wir allein sind es gewesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ODER: High Noon am Glühweinstand (04.12.2016)

 

Weihnachtliches Liedgut umspielt sacht die verwinkelten Gassen aus unzähligen Ständen und bunten Büdchen. Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?

Ein Lichtermeer aus abertausenden, heimelig funkelnden Lämpchen empfängt den Besucher, hüllt ihn ein in eine gülden schimmernde Aura.

Von weit oben her grüßt die stattliche, in ein Kleid aus unzähligen Sternenfunkeln gehüllte Rotfichte herab.

Der Duft von Bratwurst, Anisbonbons, süßen Lebkuchen und Kräppelchen kitzelt verlockend die Nase. Er macht uns schläfrig, satt, zufrieden und lässt uns in trügerischer Sicherheit umherwandeln.

Liebe Kindlein, gebt fein Acht!

Denn rings um uns herum lauert die Gefahr. Die nahenden Schwaden von heißem Glühwein sollten uns eine frühe Warnung sein, würden wir nicht unbeirrt und allzu gutgläubig, unbedacht Schritt um Schritt setzend, weiter darauf zu steuern.

Schon prasseln die ersten Kalorienbomben auf unsere Leiber hernieder, ein böser, gar wenig heiliger  Spiritus hält unsere Sinne gefangen, und ehe wir es uns  versehen, wird schon das schwache Fleisch gelockt, um es freundlicher- aber genauso auch gnadenloserweise von seinen monetären Lasten zu befreien (Taschendiebe inkludiert).

Gib also Acht, mutiges, schiebende und zerrende Massen teilendes Menschlein, spitze die Ellbogen und stähle deine breiten Schultern!

Es herrscht wieder Krieg! Am Glühweinstand.

Oh, du fröhliche, oh du besinnungslose….!

 

 

 


Anthrophobie (22.12.2015)

 

Der Kalender sagt mir, dass es nur noch zwei Tage bis Heilig Abend sind, an dem die Familie wieder weitesgehend zusammenkommt. Ich habe alle Geschenke beisammen, erholsame freie Tage verlebt, eine schöne Zeit auf Weihnachtsmärkten verbracht und zusammen mit dem Schwesterherz Baumkuchen, Walnußplätzchen und Dominosteine für die ganze Kompanie gebacken.

Alles könnte gemächlich in eine besinnliche Stimmung übergehen.

Wenn es nicht diese offenbar unvermeidlichen Begegnungen im Leben gäbe, auf die ich gut und gerne verzichten könnte, weil sie mir eben- auch wenn es manchmal nur Lapalien sind- mit dem Taktgefühl eines im Porzellanladen Tango tanzenden Trampeltieres erfolgreich die (zerbrechliche) gute Laune vermiesen können, als hätte ich mir kurz vor dem Genuss eines herrlich duftenden, saftigen Gänsebratens an einem faulen Ei den Magen verdorben und wäre daher kurzfristig zu Kamillentee und Zwieback verdonnert worden.*

Da bin ich echt sensibel! Ein vor vielem schützender (Krebs)Panzer hält nicht alles so wunderbar auf Distanz, wie gewünscht. Auch ich habe einen weichen Kern.

Da geht mir auch nicht sonderlich die Sache an sich gegen den Strich, sondern der Umstand, dass er kurz vor Ende noch um die Ecke geschlichen kommen muss. 2 Sekunden später und ich wäre fort gewesen und hätte meine formidable Weihnachtslaune behalten können.

Nun hat sich wieder so ein dreistdämlicher Schatten vor die lachende Sonne geschoben. Herzlichen Dank auch, Sie Arsch!

Zwar konnte ich diesem vorwitzigen Kerl ein paar Worte als Konter entgegensetzen und meine Kontenance vor ihm bewahren (ausfallende Worte bringen ja eh nichts), doch zufrieden war ich mit mir und meinen Argumenten nicht wirklich…vom wahrscheinlich zu erwartenden Lerneffekt der Gegenseite bezüglich des Vermeidens unerwünschter verbaler Interaktionen ganz zu schweigen. Ich neige da zu Perfektionismus. Leider wurde bereits wissenschaftlich bewiesen, dass man in einer Situation eines Ärgernisses nie wirklich literaturpreisverdächtig argumentieren KANN. Die besten Ideen kommen einem erst hinterher.

Komme ich nun zur Überschrift zurück.

Man kann ja die Menschen gern haben**. Manchmal können sie aber auch mich mal gern haben.

Letzteres gilt vor allem für jene Exemplare, die es immer wieder zielsicher schaffen, mich kurz vor knapp noch abzupassen, sodass ich wieder und wieder ins Grübeln komme und mich fragen muss, ob es an mir liegt, dass mir immer einer in die Suppe spucken möchte, oder ob doch die anderen Schuld tragen, wenn sie unzufrieden durch die Welt spazieren und andere mit ihrem Frust belasten müssen. Fühlen die sich dann besser, wenn sie wildfremde Menschen ungefragt mit ihrem dämlichen Gewäsch ennervieren? Dann sollen die doch zu Hause bleiben und ihr Spiegelbild mit ihrer Anwesenheit belästigen!

Darauf habe ich einfach keine Lust.

Ich möchte am Ende des Tages sagen können: Ja, das war ein schöner Tag!

Ich möchte nicht sagen müssen: Ja, das war ein schöner Tag, aber…..

Es kann nicht immer alles Eitel-Sonnenschein sein. Das ist mir klar. Aber völlig unnötig in mein Leben getretene Personen, die offenbar einfach nur einen Darmwind quersitzen haben, brauche ich auf meinem Weg definitiv nicht. Leben und in Ruhe leben lassen!

Was ist so schwer daran?

 

Ich geh‘ dann mal wieder auf die Suche nach meiner inneren Mitte, wo mir niemand etwas anhaben kann. Auch kein einen aus dem Takt geratenen Tango tanzendes Trampeltier. OMMMMMM!

 

 

 

 

* Dieses Satzungetüm musste jetzt sein! 🙂

** Nicht alle sind böse und niederträchtig und hinterhältig und nervig und ….

 

 

 

 


Katzenjammer (08.10.2015)

 

Katzen sind schon putzige Tiere.

Erst blicken sie dir in aller Seelenruhe entgegen- unschlüssig, ob sie (schwarz befellt) gleich oder erst etwas später die Straßenseite wechseln sollten, nur um den Moment länger auszukosten, in dem sich das Opfer/Menschlein schon den zugehörigen Spruch* gedanklich zurechtlegt– und schon im nächsten Augenblick schießen sie wie ein geölter Blitz aus dem Gestrüpp gegenüber zurück zum Ausgangspunkt.

Tja, Miezie, tut mir leid: Der von dir soeben aufgesuchte Busch war wohl schon besetzt.

Mit einem Affenzahn raste jedenfalls das Doppelgespann durch das Zwielicht vor mir und entschwandt im Dickicht neben mir. Wildes Rascheln ertönte bis das Durcheinander in ein infernales Geschrei mündete.

Katzenjammer par excellence!

Schon allein eine herkömmliche Paarung klingt unwesentlich „romantischer“. Bei Katzen in jedem Fall. Aber dieses Duo verfolgte eindeutig andere Ziele…..bei denen süße, knuddelige Kitten keine Rolle spielen dürften.

 

Schmunzelnd ließ ich die Szenerie hinter mir. Warum haben nicht derer zwei Katzen Platz in einem Gebüsch mit den Abmaßen von mehr als 1,5 x 2,5m? Klar: ALLES MEINS, MEINS, MEINS! Mein Revier. Mein Busch. Mein Raschellaub. Mein Erdloch. MEINE Beute!! Das kommt mir nur zu bekannt vor….von uns Menschen.   😉

 

 

 

* Von links nach rechts: Dann pecht’s. Von rechts nach links: Dann gelingt’s!

 

 

 


Schwarz. (26.3.2015)

 

Es ist erschreckend zu sehen, wie sehr wir einander ausgeliefert sind. Das tragische Flugzeugunglück ist leider wieder einmal Beweis genug.

 

Nicht nur, dass sich Menschen rund um den Erdball ohne Unterlass gegenseitig bekämpfen, nun wurden anscheinend aktive Entscheidungen eines Menschen zum Verhängnis für andere, aus welchem diese sich aus eigener Kraft nicht haben befreien können. Zu keiner Zeit.

Die Idee, sich selbst das Leben nehmen zu wollen, kann man sich rational denkend nicht wirklich erklären oder vorstellen. Das bewusste Sonderverriegeln der Cockpit-Tür zeugt von gezieltem Handeln. Es mag Gründe geben. Vielleicht aber auch nicht.  In jedem Fall lautet die Frage: Was haben Unbeteiligte in solchen absehbar fatalistisch endenden Plänen, welcher Art und Genese auch immer, zu suchen?

Manche wollen bewusst einen medienwirksamen Abgang bezwecken, manche reagieren im Affekt mit einer Kurzschlusshandlung, manche sind gesundheitlich beeinträchtigt,… Es ist jedenfalls unvorstellbar, was im Kopf eines Menschen alles vorgehen kann. Der Mensch ist schlecht, der Mensch ist gut, er blickt vorwärts und blickt zurück, gibt sich kämpferisch oder resigniert, besiegt den (inneren) Feind oder verliert die Schlacht.

Entgleist jemand aus seiner individuellen Lebensbahn, ist das schon schlimm genug. Reißt es dabei Mitmenschen ins Unglück, lässt es uns alle, die wir leben dürfen, beklommen mit dem Warum? zurück.

 

Warum?

 

 


Neuankömmling (19.2.2015)

 

Ich darf einen Neuankömmling willkommen heißen.

Viel Spaß und Freude bei der psychoanalytischen Entschlüsselung meiner Beiträge. Du scheinst ja irgendwie vom Fach zu sein, oder?

Solltest du anhand meiner Texte schwerwiegendere Probleme als steigende Resignation und zunehmendes virtuelles Kopfschütteln herauslesen können, dann teile es mit bitte rechtzeitig mit, damit ich zum Ausgleich noch ganz, ganz viele nette Geschichtchen mit bunten Blümchen und rosa Wölkchen schreiben kann. Wäre super freundlich! Ich möchte hier ja keinen alles negierenden Eindruck hinterlassen….das Leben hat ja auch seine schönen Seiten, die Menschen können lieb zueinander sein, einige Leute denken mit und nicht nur an sich, das Internet ist nicht nur böse,…..!

Wo Schatten ist, da muss auch irgendwo Licht sein….dieser Überzeugung folge ich, auch wenn es manchmal etwas schwerer fällt. (-:

Also: Herzlich Willkommen!