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Käffchen?! (28.01.2017)

 

 

 

Ich trinke nicht viel Kaffee, lediglich morgens, zu Anlässen auch einmal am Nachmittag. Mit an ihre Kaffeemaschine (gern auch als Vollautomatenversion) per Infusionsbesteck verbundenen Koffeinjunkies habe ich also genauso viel gemein, wie…was wähle ich nur für einen Vergleich?…wie eine Zen-Teezeremonie mit einer Dose Energygesöff.

Ja, der Vergleich klingt ganz gut.

Nun trug es sich jedoch zu, dass ich Gefallen an einem Espressokocher gefunden hatte, und zwar einem von der Sorte, welchen man als Alukännchen auf die Herdplatte platziert.

Ich beäugte es nach dem obligatorischen ersten Spülgang- wer will sich schon eventuell noch vorhandene Aluminiumspäne durchfiltrieren lassen- kritisch. In der Schule hatte man schließlich einmal gelernt, dass entstehender Wasserdampf in einem geschlossenen Raum durchaus eine durchschlagende Wirkung erzeugen könnte, wenn man nur lange genug warten würde. Also inspizierte ich das Überdruckventil.

Konnte ich diesem wirklich trauen? Wirklich, so richtig?!

Ja, ihr habt ja recht. Ich denke zu viel nach und traue nichts und niemandem über den Weg. Andere stellen das Ding einfach auf den Herd und ab geht die Luzie…bzw. der Espressofiltratstrahl.

Ich jedoch habe nicht vor, meine Kücheneinrichtung zu zerlegen, nur um in den Genuss eines selbst aufgebrühten Espressos zu gelangen. Der Aufwand wäre es mir dann doch nicht wert….sollte ich denn überhaupt noch nach einem durchaus sicher schmerzhaften Kontakt mit umherfliegenden Espressokochereinzelteilen dazu in der Lage sein.

Was macht man also in einer solchen verzwickten Lage, in welcher ich mich befand?

Auf Gott, Murphey oder sonstwem vertrauen?

Nein!

Ich wählte den Zahnstocher.

Korrekt, ich schrieb soeben von einem Zahnstocher. In der Not…heiligt auch der Zweck die Dinge.

Ein Zahnstocher eignet sich nämlich prima dazu, im Ungewissen zu stochern. In diesem Fall, um auszutesten, ob sich denn das Ventilkügelchen auch wirklich in seiner Fassung bewegen ließ. Nicht auszudenken, ausgerechnet ICH hätte gerade den einzigen Produktionsfehler des Jahrtausends erwischt!

Bevor sich die Spannung bei euch nun ins Unendliche erwächst, ihr vor Neugierde platzen oder euch sämtliche Finger(-und Fuß!)nägel abknabbern müsst:

Alles roger in Kambodscha! *

Einst sollte mal ein Gelehrter gesagt haben: Und sie bewegt sich doch! Das hatte er- Galileo Galilei- laut wissenschaftlichen Erkenntnissen zwar wohl niemals ausgerufen, doch prägte er die Menschheit, oder zumindestens die Astronomiebücher in der Schule.

Und auch ich konnte erleichtert ausrufen: Und sie bewegt sich doch! Kein Montagsstück, keine Splitterbomben am heimischen Herd, kein überraschender, bemannter Raketenflug zum Mond.**

Ready for take off!

 

P.S.:

Alles blieb tatsächlich heile und der erste Espresso mundete bereits.

Nicht schlecht, Herr Specht!*

 

 

* Boah, wie ich solche Sprüche „liebe“…

** Ihr müsst wissen, dass ich es mit der Fliegerei nicht so habe.

 

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Süßes, sonst gibt’s Saures…ein Kürbis im Drogenrausch. (02.11.2014)

 

Sollten Sie dieses Wochenende mit lustig bunten, kaleidoskopartig verschwimmenden Bildern zugebracht haben, dann zählen Sie vermutlich zu jenen ewig Kind gebliebenen Gestalten, die am Freitag klingelrutschend von Tür zu Tür gezogen sind und mit dem bezauberndsten Lächeln, das eine Zombievisage aufzubringen im Stande ist, und einer Tube Zahnpasta in der Hand nach buntem Zuckerwerk verlangten.

Doch, liebe Kinder, gebt fein acht, was man euch da ins Körbchen macht! (Sorry, für ’s „machen„…ist sonst nicht meine Art. Aber was hätte ich an dieser Stelle tun machen täten müssen, um einen gescheiten Reim zu erzwingen?!)

Ich war ja schon als Kind skeptisch bei solchen Dingen, um mal nebenbei aus dem senftöpfischen Nähkästchen zu plaudern. Weiß ich, was mir da ungefragt an Substanzen mit untergejubelt werden könnte? Deshalb zog ich nur genau ein (in Zahlen: 1) Mal mit Freunden los und klapperte dabei auch nur die jeweils heimischen Wohnungstüren ab.

Nennt es paranoid, ich nenn‘ es gesundes Misstrauen. Nicht jeder will einem Gutes tun. Man denke an die Halloween-Konsum-herüber-geschwappter-Amerikascheiß-Verächter (kann ich nachvollziehen), die bestimmt ganz hoch erfreut sind, wenn es am Portal schellt und die armen, in diesem Moment bereits verlorenen Seelen ihr bekanntes Sprüchlein rezitieren. Im besten Fall ist es die vergessene Schoki vom letzten Jahr, die nebst grau-samtiger Ummantelung der ausgeschwitzten Kakaobutter auch unter Umständen bereits mit wirbellosen Zwischenmietern aufwartet…ich meine nicht die Kalorientierchen. Vielleicht kann man im Anschluss noch das knarzende Lachen des edlen Spenders hören, das einen bis in Mark und Bein gefrieren lässt, wenn man sich zum Rückzug anschickt…oder war es nur die Tür?

 

In Eidelstedt hat es wohl ganz heiße Ware in die Taschen gezaubert. Da rutschte eine Zigarettenschachtel mit Feuerzeug und einem Tütchen Marihuana zwischen Bonbons und anderen Süßkram. Kann passieren…
Drogen-Mogul: Was soll ich mit 30 kg Smarties?
Drogenkurier: Ehrlich, ich hab keine Ahnung, was die Dinger hier zu suchen haben!
Drogen-Mogul: Ich hätte da noch 30 kg Schnellbeton und einen Teich hinterm Haus übrig…

In den USA wurde bereits im Vorfeld vor berauschenden Pendants im Gummibär- oder Bonbonkostüm gewarnt, die der für Kinder geeigneten Ausführung zum Verwechseln ähnlich sind.

 

Ich möchte niemandem den Spaß verderben, aber passt auf Eure Kinder auf…nicht nur beim nächsten Faschings- oder Kürbisfest.
Ob ihr euch gepflegt einen Haschkeks reinzieht, ist mir egal.
Im Übrigen bleib‘ ich lieber im unvernebelten Besitz meiner Sinne, zumal beim gelegentlich betriebenen Schwarzmalen dieser bunte, schummrig-wabernde Firlefanz* auch nur stören würde.
Wenn ich ein paar Opioidpeptide** brauche, dann ess‘ ich ein Stück Schokolade oder lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen.
Herrliches Wetter aktuell!

 

 

 

*So stelle ich mir die klischeebehaftet beschriebenen Effekte vor…keine Ahnung, was da wirklich abgeht. Tangiert mich auch noch nicht einmal entfernt peripher.

** Endorphine