Schlagwort-Archive: Mutti

Man wächst mit seinen Aufgaben…? (25.04.2016)

 

Kleinkinder, so könnte man meinen, haben sicherlich mit sich allein schon ganz gut zu tun.

Sie wollen schließlich das Laufen lernen, Mutti die neuesten Grasflecken in der brandneuen Hose präsentieren, erste vernünftige Sätze sprechen, Mami am Rande des Nervenzusammenbruches dennoch erfolgreich davon überzeugen, dass sie die an der Quängelkasse des örtlichen Discounters ausgelegten Süßwaren ganz unbedingt für ein weiteres Überleben als dringend anschaffenswert erachten und mit Papi „Räuber und Gendarm“ spielen, bis Mami kurz vor dem Abendbrot doch noch leicht besorgt bei der Polizei sturmklingelt, weil der Papa noch immer nicht wieder zurückgekehrt sei und Sohnemann/Tochterkind partout nicht mit der Sprache herausrücken wöllte, wo denn das dunkle Verließ sei, in welchem er gerade schmoren und der gnädigen Ablösung harren würde.

Nein! Falsch gedacht.

Kleinkinder, gerade erst des mehr oder minder unfallfreien Laufens mächtig, dienen nunmehr auch als adäquate Alternative zum professionellen Dog-Sitter.

Da hingen im von mir beobachteten Fall quasi an einem Ende ein „Baby“, stilecht im Windel-Watschelgang dahinstolpernd, und am anderen ein flauschig-plüschiges Puppy, stilecht bekleidet mit einer Hundeleine in Rosarot.

Wer da nun an wem zerrte und wohin dabei genau oblag offensichtlich der Zuteilung durch einen zwischengeschalteten, völlig überfordert wirkenden Zufallsgenerator, der schon zu Beginn bedenklich am Qualmen war, während die rote Warnleuchte justament effektvoll funkensprühend den Geist aufgegeben hatte.

Ich- einen freien Tag genießend- verfolgte das Spektakel eine Weile vom Fenster aus und befand schlussendlich, dass es schon ein wenig fragwürdig anmutete. Muss es wirklich sein, dass bereits einem Kleinkind, von der vollendeten Koordination und Haushaltung seiner Kräfte noch ein ganzes Stück entfernt, solch ein kleiner Welpe ohne direkte Eingreifmöglichkeit (die Mutter schien da recht entspannt) anvertraut wird? Ich weiß nicht recht.

Der Kontakt zu Tieren ist ein wichtiger, um das einfühlsame Miteinander zu schulen. Es muss jedoch unter einer gewissen Kontrolle und Aufsicht geschehen, damit am Ende alle heil vom Platz gehen können, nämlich ohne dass Fiffi der Kopf mitsamt Halsband abgerissen oder das Kind aus einer Angstreaktion heraus gezwickt oder gar gebissen worden ist.

Bei solchen Konstellationen kann man besonders pessimistisch betrachtet auch davon ausgehen, dass dieses Hündchen wohl mehr als Spielzeugersatz denn als Lebewesen angesehen wird. Wenn das Interesse dann irgendwann einmal sinken sollte, dann endet dieses arme Puppy entweder mal als total verzogener/unerzogener Wadenbeißer, als ganz traurig an der nächstgelegenen Raststätte zurückgelassenes oder wenigstens gnädig vorm Tierheim an einer trostlos flackernden Laterne angebundenes Würstchen. Welch grandiose Aussichten…

Da ich mir aber vorgenommen habe, nicht nur das Negative mit all seinen Eventualitäten in den Dingen sehen zu wollen, hoffe ich, dass am Ende alles gut wird, sich alle lieb haben und glücklich bis an ihr Lebensende sein werden! Amen.

 

 


„Spaß im Glas“ Teil I (15.09.2015)

 

Heute rief eine von mir hoch geschätzte Kollegin bei uns im Büro in der Außenstelle an (die andere Kollegin war bereits zur Ablöse da). Dienstbeflissentlich nahm ich das Gespräch natürlich noch entgegen, obwohl….:

 

Ich (halb im Gehen):

Ja, was gibt’s?

Kollegin im scherzhaft bösen „Mutti-Ton“:

*kurze Stille* „Warum bist du eigentlich immernoch auf Arbeit?!!“

Ich:

Ähm…also…ich war eigentlich gerade auf dem Sprung. Ehrlich. Und dann klingelte das Telefon…

Kollegin:

Ab, nach Hause! F-E-I-E-R-A-B-E-N-D!!!

 

Ok, nach Hause prügeln lassen muss ich mich natürlich nicht und ein Feldbett am Arbeitsplatz existiert auch noch nicht. Warum mich aber meine Kollegin so drängte, nach Hause zu fahren, ist derselbe Grund, der jedem Personaler die Schweißperlen auf die Stirn treiben würde: Massenhaft Überstunden. Und keine Ahnung, wann diese abgebummelt werden sollen.

Aber leider kann ich bei meiner Arbeit nicht einfach zur Stundenglocke den Computer ausknippsen (oder womit ich sonst gerade beschäftigt bin). Da will dieses Problem(chen) noch geschaukelt, oder jene Personalangelegenheit kurz vor Dienstschluss geklärt werden. Ich würde ja gern pünktlich den Heimweg antreten wollen…geht aber nicht so leicht.

Ich empfinde es zudem als zutiefst unbefriedigend, wenn ich weiß, dass etwas, das oftmals keinen großartigen Aufschub duldet, noch am nächsten Tag auf meine Ankunft lauert. Zumeist kommt sowieso immer wieder noch etwas oben drauf…zumeist nichts Gutes.

 

Mit diesem kleinen, liebgemeinten verbalen Schubser quer durch die Telefonleitung begab ich mich dann doch gen trautes Heim. Feierabend!