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You stripped my heart! (02.07.2017)

 

 

Ein nettes Verkaufsgespräch neigte sich dem Ende zu.

Jetzt käme gleich etwas Peinliches, sagtest du.

Ob ich denn gerade vergeben sei?

Dann fragtest du nach meiner Nummer.

Ausgerechnet nach meiner.

Ich fühlte mich spontan in jene Herzkino-Filme versetzt, die mir bei solch einem Drehbuch sonst eher ein Schmunzeln hervorlockten. Fehlte nur noch der obligatorische Apfel, der aus einem plötzlich aufreißenden Einkaufsnetz zwischen unsere Füße rollte.

Dein Duft signalisierte mir beruhigende Nähe. Offene Arme. Subtile Wärme. Wirbelnde Schmetterlinge im Bauch.

Wir tauschten blanke, völlig unromantisch sterile Zahlen aus.

Ich fragte nach deinem Namen.

Als ich ging, klang DeMos „Nothing’s impossible“ in meinen Ohren wider, das erst gestern meinen Heimweg intoniert hatte. Und die Tage zuvor. Weil es eben gerade auf meiner playlist für unterwegs drauf war. Einfach so.

„I still believe in love at first sight.“

Ernsthaft?!

„Nothing’s impossible!“

Mir ist schlecht. Alles in mir kribbelt, als ob abertausend kleine Spinnentiere unablässlich und völlig desorientiert auf meinen Eingeweiden auf und ab marschieren würden.

 

18Uhr. Ich wollte eigentlich noch etwas kochen.

Doch ich entscheide mich für Luft.

Und vielleicht Liebe?

Dabei kenne ich DICH doch noch gar nicht.

Ich bin heillos verwirrt.

Jeden Moment könnte die Traumblase platzen, in der ich gerade eingeschlossen bin.

You stripped my heart!

Ich fühle mich zutiefst angreifbar.

 

Wahrheit oder Fiktion?

 

 

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Läuft! (07.02.2017)

 

 

Morgens 6 Uhr in Deutschland die erste Erkenntnis des Tages:

Ich sollte besser wieder zu Bett gehen…!

Wenn man etwas angeblich hat kommen sehen, dann ist es meistens im selbigen Moment- also noch ehe die erste Synapse im Begriff sein kann, warnend aufzuflackern- jedoch bereits wieder zu spät.

Schon schwappte das morgendliche, koffeinhaltige Heißgetränk munter entgegen. Wenigstens ein Kandidat in dieser geselligen Runde, welche einzig aus mir und jenem nunmehr nur noch zu reichlich zwei Drittel existenten Kaffee (der Esel nennt sich immer zuerst!) bestand, der bereits so dermaßen voller Schwung sein konnte.

Hilft nichts. Aufwischen und weitermachen!

Später dann auf Arbeit:

Nichts ahnend wollte ich mir nach der Verrichtung einer überaus menschlichen Notdurft (Keine Details!) und der obligatorischen Waschung im Anschluss die Hände trocknen, schon klappte mir-wohl aus einem Anflug spontanem Bedürfnisses nach für zweifelsfrei öffentlichen Raum unangemessen intimer Körpernähe- der Deckel des Papiertuchspenders entgegen. Von einer Intimdistanz hatte man wohl noch nicht vernommen…

Was, bitteschön…?!

Mich seines auf meine Person penetrant fixierten Annäherungsversuches, der- zugegeben- eher von der plump-direkten Sorte war, erwehrend, operierte ich nur kurz an ihm herum und versicherte mich, dass es zu keinem weiteren Zwischenfall unerwünschter Aufdringlichkeit mehr kommen konnte. Schatz, wir passen einfach nicht zusammen! Der Papierspender schwieg ob dieser meiner Feststellung nur demonstrativ.

Sprich: Er hielt zuverlässig, wie von unsichtbarem Panzertape gehalten, die Klappe und ich war für diesen Augenblick vorerst zufrieden.

Ein Ziegel flog mir im Laufe des Tages übrigens nicht mehr auf den Kopf, was ein Pessimist- reichlich optimistisch gedacht- an dieser Stelle hätte annehmen können.

Läuft!

Lief.

Gelaufen.

Ich bin fertig für heute [Edit: …mit dem Text!].

 

S[Punkt]

 

 

 


Von 12 bis Mittag…(16.1.2015)

 

….genauso lang und nicht mehr hat wohl die Person nachgedacht, als sie ihren Wagen vor den meinigen parkte.

Da ist vor dem Haus ausnahmsweise kilometerweit Platz, aber die Knalltüte stellte das Vehikel natürlich schön eng vor meiner Nase ab. Da ich hinter meinem Wagen auch noch ein relativ nahe stehendes Kfz zu stehen hatte, durfte ich sinnlos hin und her rangieren, bis ich aus dieser Lücke herausfahren konnte.

Hallöchen Fremder/Fremde, nicht jeder steht zwingend auf so viel Nähe! Was wäre, wenn ich nach hinten noch weniger Platz gehabt hätte? Ich sag‘ nur: Ein Hoch auf die Parkpiepse hinten!

Mann, Mann, Mann…ein bisschen hatte ich mich ja wie bei der versteckten Kamera gefühlt. Wie gesagt….alles war frei…. Und weil ich das Problemchen schon vom Fenster aus gesehen hatte, habe ich einen kleinen Zettel vorbereitet und meine dringliche Frage, was das denn bitteschön sollte (sinngemäß), unter den Frontscheibenwischer des kuschelbedürftigen Tagträumers (ich hoffe, dass alles kein Vorsatz war!) geklemmt.

Das Groteske an der Sache war: In der Nacht zuvor hatte ich nach meiner Arbeit selbst noch ein Stück rangiert, damit es mein Hintermann nicht zu eng hat und bin dafür sogar noch einmal zum Auto zurückgegangen (schlechtes Gewissen, obwohl der Abstand auch noch gereicht hätte)…und dann parkt mich mein neuer(!) Vordermann, der im späten Vormittag mit völlig freier Parkplatzfläche angekommen ist, dermaßen ein.

Ich merk‘ schon: Ich mach mir zu viel Gedanken um andere. Das nächste Mal…dann….dann…..würde ich auch wieder an meine Mitbürger denken, egal wie dämlich wiederum andere agieren mögen. Einer muss schließlich den Anfang machen, sonst wüssten die Abschleppdienste nicht mehr, welches Fahrzeug sie zuerst entfernen sollten, damit die Eingeparkten endlich auf Arbeit tuckern können.

Aufgepasst und Mitgedacht! Danke!