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Verwirrspiel (13.04.2016)

 

 

*den stiefmütterlich vernachlässigten Blog hervorkram*

 

Was soll ich sagen…

Momentan ist der Großteil meines täglichen Daseins (genauer: der bruttoinlandsproduktive Anteil) ein ewiges Hin und Her. „Lass uns planen…wenigstens bis morgen!“ lautet die Devise. Yippeah!

In jedem Fall muss ich mich definitiv nicht über Langeweile beklagen, wobei ich das auch noch nie wirklich musste. Für derlei akut auftretende Gesinnungsanwandlungen gibt es schließlich Schlechtwetter-Schlumper-Sonntage.

Gestern musste ich mir jedenfalls erst einmal den Kopf freiblasen lassen. Hierfür bediente ich mich nicht der profanen Dienste eines Föns, sondern der tatkräftigen Unterstützung des Fahrtwindes, während ich nach Dienstschluss durch die Prärie radelte.

Danach verwies ich ENDLICH das trockene Skelett einer im letzten Jahr durchaus gut in Saft stehenden Tomatenpflanze seines topfigen Zuhauses, um Platz für eine potentielle neue Bewohnerin zu schaffen.

Erst heute schaffte ich es, den Computer anzuschmeißen und emails zu prüfen. Auf dem Weg dorthin stolperte ich über die Schlagzeile, dass ab morgen eine 5-Euro-Münze in Deutschland in Umlauf kommen würde, die neben einer Sammlerfunktion auch als offizielles Zahlungsmittel nutzbar sein soll…letzteres jedoch lediglich in Deutschland.

Und am 14.4. wird sie also stolz präsentiert….die 5-Euro-Münze, an deren Entwicklung sage und schreibe 8 lange Jahre Experten getüftelt haben sollen.

Bitte wie lange?

Um Gottes Willen, diese Zahl kann doch nicht stimmen!

Ich betrachtete auf einem Foto das Tri-Material-Coin-Kunstwerk- in welches ein super-duper Kunststoffring eingefügt worden ist- nun angestrengt mit anderen Augen, konnte jedoch keine Merkmale feststellen, die in irgendeiner Weise die Inanspruchnahme einer solch ausgedehnten Zeitspanne berechtigen würden.

Die Brust des Adlers gleicht der eines gerupften Huhnes und der Schnabel mitsamt bis zum Anschlag herausgestreckter Zunge sieht aus, als würde sich der Piepmatz gerade heftigst übergeben wollen. Vielleicht leidet er aber auch an einer akuten Atemnot oder quäkt einfach nur ein total unterschwellig aggressives „Eyyyyy, Alder!“ ins Portemonnaie. Das vermag ich aus der Ferne und ohne gründliche Anamnese nicht zu diagnostizieren.

Die Rückseite ziert der Ausschnitt einer stilisierten Weltkarte.

Wie aufregend!

Der künstlerische Aspekt konnte also nicht wirklich dazu beigetragen haben, dass man so viele Jahre ins Land streichen lassen musste.

 

Angeblich sei die Münze jedoch überaus fälschungssicher, was man laut Angaben getrost diesem eingefügten innovativen Kunststoffring anlasten darf.

Am allersichersten war sie wohl mindestens die letzten 8 Jahre, als sie so gut wie noch nicht existierte. Das steht fest. Alles weitere werden uns die Fälscherbanden sicher früh genug mit barer Münze zu erzählen wissen.

Wie auch immer.

 

Ich entsinne mich -nebenbei bemerkt- noch trüb, als würde ich wie heute in der nächtlichen Früh durch eine dicke Nebelsuppe fahren, dass vor nicht allzu langer Zeit noch total panisch, euphorisiert, be- oder entgeistert in diversen Medien über die mögliche Abschaffung des Bargeldes diskutiert worden ist.

 

Also mich verwirrt das alles.

Ein wenig. 😉

 

 

 

 

 

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Rollende Diskotheken (03.09.2015)

 

WUMM, WUMM, WUMMMM….so manches Auto, welches serienmäßig nicht mit einem Martinshorn ausgestattet ist, hört man erst, als dass man es sehen würde.

Zuweilen korreliert die Lautstärke aus dem Innenraum auch recht deutlich mit dem Tuning-Grad der Außenhaut.

Nennen wir dieses Phänomen mal eben „Diskokugel-Mimikry“.

ABER nicht immer darf man den Erwartungen Folge leisten. Auch Familienkutschen haben es gelegentlich faustdick zwischen den Lautsprechermembranen.

Von ultra“hippem“ Schlager bis hin zu elektrifiziertem Bassgedröhne ist alles vertreten, was man der unbeteiligten Umwelt auf die Ohren zu geben wagt. Am besten leiert man hierzu noch das Fenster bis fast auf den Asphalt herunter. Die Kirsche auf dem Sahnetupfer wäre ein breitspurig aus der Karosse ausgelagerter Ellbogen, an dessen Ende eine Hand locker fluffig mit 2 Fingern (der Arm ist zu kurz!) am Lenkrad kurbelt.

Ich halte mich aus solchen akustisch dominierten Wegmarkierungen grundsätzlich heraus.

Nein!

Fast immer.

Wenn ich jedoch mal etwas lauter werde, dann ganz allein für mich. Mir ist dabei egal, ob das draußen hinterm Fensterglas jemand hört oder nicht.

Gute Musik gehört unter ordentliche On-Ear-Kopfhörer…oder in feine Musikanlagen eines Autos. Da bekomme ich selbst bei 35°C noch eine Gänsehaut, wenn das richtige Lied meine Trommelfelle liebkost.*

Faszinierend empfinde ich die Wirkung, wenn draußen der nächtliche Morgennebel im Scheinwerferlicht wabert und drinnen ein Lykanthrop** sein Unwesen treibt. Herrlich schaurig!

 

 

 

*z.B. ASP, „Spiegelauge Part V: Spiegel“; „Ballade von der Erweckung“; uvm.

** ASP, Lykanthropie


Herbstgedanken (4.10.2014)

Die gestrige Wanderung durch die herbstlich angehauchte Sächsische Schweiz….morgens noch eine schöne und heimelig nebulöse Angelegenheit….hat mich zu ein paar Zeilen verleiten lassen.

Für den einen mag es Kitsch sein, für den anderen stümperhafte Pseudokunst…aber lest selbst:

Der Herbst ist gegenwärtig (4.10.2014)

Wie Perlenschnüre funkelnd vom Tau benetzte Fäden
im sachten Windhauch schaukelnd wehen.
Sie künden mit den Nebeln:
Der Herbst ist gegenwärtig.

Schon welkt das Laub und fällt zu Boden,
und schenkt uns im Vergehen
sein wundervolles Farbenspiel.
Der Herbst ist gegenwärtig.

Der Duft nach Moos und feuchter Erde,
er liegt nun wohlig in der Luft.
Im Bach glitzert ein Sonnenstrahl.
Der Herbst ist gegenwärtig.

Zu Wölkchen kondensiert der Atem
des Wanderers in Morgenstunden.
Ein Vöglein zwitschert wie von fern.
Der Herbst ist gegenwärtig.

Vom Gipfel geht der Blick ins Weite
und schweift über Vergangenes.
Er stimmt uns sinnend nachdenklich:
Der Herbst ist gegenwärtig.

Das wären meine lyrischen 2 Cent am Kulturbeitrag. Ich entschuldige mich schon einmal im Voraus in aller Form.

Ich mag aber eben diesen bunten, spinnwebenverhangenen Herbst ganz gerne. Kitsch hin oder her.


Im Nebel über den Styx (4.10.2014)

Manche Mitmenschen hängen tatsächlich nicht sehr am Leben. Vermutlich sind das aber wiederum jene Kandidaten, die einen im Prinzip am Ende doch noch überleben würden. weiterlesen