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Observed (22.11.2015)

Wie bereits am 20.11.2015 angekündigt, musste ich mir ein paar Gedanken zu einem Kommentator machen.

Vorweg bemerkt: Ich freue mich riesig über Kommentare. Doch es gibt derer Exemplare (zum Glück sehr selten), mit denen ich nicht viel anfangen kann, weil sie in meinen Augen einfach nur dahergesagte Provokationen darstellen.

Wen von euch ein kleines politisches Statement interessiert, darf hier gern weiterlesen und auch kommentieren. Ich bitte aber um AUFMERKSAMES Lesen! Vielen Dank.

 

Hier mein Stein des Anstoßes:

Observer

Dresden – Deutschlands brauner Sumpf…

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    senftopfherausgeber

    Ach, weißt Du, wie viele braune Sümpfe es in Deutschland gibt…heimtückiger sind für mich die, die nicht so dermaßen im öffentlichen Fokus stehen. Ich sag’ nur: Stammtischpolitik.

    Wenn es Dir Bestätigung gibt, dann erzähl ruhig. Es gibt ja zum Glück auch noch aufgeklärte und sachliche Menschen. AUCH in Dresden. Es ist und bleibt meine Heimat (wenn das jetzt nicht schon zu “nationalistisch” formuliert sein sollte…).

    Es tut mir leid. Mit Deinem Kommentar kann ich so überhaupt nichts anfangen.
    Wer oder was stellst Du eigentlich dar (Alter, Beruf, Wohnort…)? Ich würde gern Deine Beweggründe für dieses Scheuklappen-Denken erfahren und würde mich freuen, wenn Du Dich begründen könntest!

    gez.
    S.

 

Gut, es war nicht mein allerbester Konter, den ich jemals zustande gebracht habe, aber die Einladung zur Abgabe einer Erklärung sollte verständlich gewesen sein. Leider kam keine Reaktion darauf zurück, was ich sehr bedauere. Denn somit steht für mich wohl oder übel fest, dass es sich lediglich um eine verletzende Stichelei handeln muss, deren Sinnhaftigkeit sich mir entzieht.

 

Ich habe mir also Gedanken gemacht und da kam mir Kai Meyers Kurzgeschichte „Das Fleisch der Vielen“ in den Sinn, aus der ich mir neben vielen anderen Dingen folgenden Punkt herausziehen konnte.

Gewalt und Beschneidung von (Menschen)Rechten, können und dürfen nicht mit Gewalt und Beschneidung von (Menschen)Rechten bekämpft werden.

Politik und Rechtsstaatlichkeit sind mehr denn je gefragt, um die Konflikte, die aktuell in der Gesellschaft gären, in gerichtete Bahnen lenken zu können.

Es nützt nichts, Unbeholfenheit und Unsicherheit mit tumber Gewalt und Hasstiraden zu kaschieren, weil es schlichtweg niemanden voranbringt. Auf der anderen Seite, darf man niemanden dazu zwingen, mit der rosaroten Brille herumlaufen und alles gutheißen zu müssen. Letzteres läd nämlich aktuell dazu ein, dass es zu einem solchen Rechtsruck in der Gesellschaft gekommen ist.

 

Die Meinungsfreiheit ist ein hohes und achtenswertes Gut.

Deshalb habe ich auch den Kommentar von observer „genehmigt“ und freigegeben, obwohl er mir einiges an Unverständnis hervorgelockt hatte.

Ich fragte mich: Was bewegt einen Menschen in der Anonymität des Netzes einen Einzeiler abzusetzen und danach auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden, ohne eine Erklärung für diese Sinneseingebung zu hinterlassen?

Zu gern wüsste ich die persönlichen Hintergründe von observer. Oder hat da nur jemand der großen, breiten Masse nachgesprochen, die nur noch SCHWARZ oder WEISS zu kennen scheint?

Sehrwohl haftet an Dresden aktuell ein schlechter Ruf.

ABER laufen wirklich ALLE Dresdner bei PEGIDA mit? Und selbst wenn sich Menschen dieser Gruppierung anschließen wollen: Gilt für sie kein Recht auf Meinungsfreiheit mehr (mal als provokante These formuliert)?

Ich unterstütze diese Versammlung NICHT und dennoch hat- unter Ausschluss der rassistischen und menschenfeindlichen Unterpunkte und Tendenzen!!!– soetwas auch eine Berechtigung in einem freien Land.

Momentan scheint es aufgrund der PEGIDA-Geschehnisse kaum noch Beiträge über ausländerfeindliche Gewalttaten zu geben, in denen nicht wenigsten am Rande bemerkte Spitzen gegen die Stadt Dresden enthalten sind.

Zum Teil ist es sicherlich ein hausgemachtes Problem Dresdens, wenn ein solcher politisch fragwürdig abtriftender Auflauf mitten im Herzen der Stadt seinen Platz findet. Das hätte anders gestaltet werden müssen.

Aber auf der anderen Seite bringen diese teils einseitigen Medienberichte eine ganze Stadt mit all den darin lebenden, bunten Menschen in Verruf.

Das Ergebnis sieht man nun, dass man sich offenbar schon rechtfertigen muss, wenn man aus Dresden stammt. Sind Dresdner nun Menschen zweiter Klasse? So schnell wird vergessen, dass es anderswo genauso rechte Hetze gibt! Oder sie wird anderswo erfolgreicher unter die Decke gekehrt…

Darüber sollte man vielleicht auch einen Gedanken verschwenden.

Was bringt es uns in diesem Konflikt weiter, wenn Leute wie observer in dasselbe Scheuklappen-Horn tuten, wie bereits die ach so aufgeklärte Masse? Das ist kein Stück weit aufgeklärt, sondern zeugt davon, dass alles nur noch SCHWARZ oder WEISS sein darf. Tolle Einstellung!

Fakt ist, dass die Politik einiges im Vorfeld zum Flüchtlingsandrang versäumt hat, und ein wachsender Teil der Bevölkerung nicht mehr gewillt ist, alle bitteren Pillen schlucken zu wollen.

Und nun baden es ALLE aus: Flüchtlinge wie auch Einheimische.

Letzteren wird oftmals gern etwas in der „Friss-oder-stirb!“-Mentalität vor den Latz geknallt, ohne dass es zuvor auf- und erklärende Gespräche gegeben hätte. Woran sollen diese Menschen noch glauben? Ich finde, dass man sehrwohl Bedenken haben darf und dass diese nicht einfach wortlos übergangen werden sollten. Gleichwohl darf es aber natürlich nicht dermaßen ausarten, dass Flüchtlingshilfe zerredet wird. Das ist klar. Aber die Bevölkerung möchte in ihren Ängsten auch ernst genommen werden.

Die Kommunikation ist unser Knackpunkt in der heutigen Zeit. Auch im Bezug auf andere Dinge.

Unzulänglichkeiten (auch in Verfahrensweisen) müssen angesprochen werden dürfen, ohne dass diese Personen gleich in eine politische Ecke gedrängt werden, zu der sie sich überhaupt nicht zählen lassen wollen.

Da aber jeder offenbar rechts ist, der Bedenken äußert oder schlechte Erfahrungen gemacht hat, braucht sich am Ende keiner wundern, wenn diese Menschen sich nicht ernstgenommen fühlen und dann tatsächlich im braunen Sumpf versinken oder irgendwann gedankenlos jeder Parole von PEGIDA folgen.

 

 

DAS LEBEN IST NICHT SCHWARZ ODER WEISS!

 

 

Ich hoffe, dass sich niemand auf den Schlipps getreten fühlt. Wenn doch, dann entzieht euch bitte nicht wortlos dieses Blogs, sondern diskutiert mit mir. Zwingen kann ich dazu aber niemanden.

 

 

 

 

 

 

 


Demontage (28.1.2015)

 

Da schwinden sie also dahin, die Mitorganisatoren von PEGIDA.

Grund sei wohl ein Teilrücktritt vom Rücktritt Bachmanns. Herrlich, wie reißerisch offenbart worden ist, dass er doch aufgrund der öffentlich gewordenen expliziten Äußerungen und Handlungen Einsicht üben und sein Amt niederlegen wolle.

Offenbar wurde es ihm montags bzw. sonntags daheim in der Stube (oder wo auch immer) zu langweilig und so mag er nun doch nicht ganz den Hut nehmen.

Das finden nun seine Kumpels und Kumpelinen nicht ganz so dufte und packen lieber selbst das Köfferchen bevor ihnen der Laden um die Ohren fliegt. Denn die Gewalttaten rund um die Demonstrationen nehmen zu…zwar tragen hierzu auch viele Gegendemonstranten bei (ich sag nur Eingriff in den Bahnverkehr….total bescheuert!), und dennoch lassen sich Übergriffe auf ausländische Bewohner nicht leugnen. Und schon stehen wegen ein paar braunen Gestalten wieder alle unter Generalverdacht…so geschehen in Dresden, als schnellfix fremdenfeindliche Übergriffe auf einen Eritreer in den Raum geworfen worden sind und am Ende ein Angehöriger dessen eigenen Volkes das Messer gezückt hatte.

Für die Medien ist das alles ein gefundenes Fressen, das nun ausgeschlachtet und mit groß tönenden Titeln bedacht wird. Und die Buhmänner und -frauen leben in Elbflorenz. Es gibt untragbare Gestalten in der Stadt. ABER: Wo gibt es die nicht?!

So gesehen bin ich patriotisch eingestellt…für meine Heimatstadt, denn solch eine mediale Schlammschlacht hat sie und ihre rechtschaffenden Bürger nicht verdient.

Neuerdings warnen die USA sogar ihre reisefreudigen Einwohner vor Städten mit PEGIDA-Veranstaltungen (bzw. Ablegern).  Als ob es nichts Wichtigeres gäbe. Wenn Terroristen Attentate verüben wollen, dann kann dies überall geschehen. Leider. Ich bin dafür, dass demnächst das Bundesministerium für Ernährung (und Landwirtschaft…BMEL) eine Warnung vor fiesen Kalorientierchen herausgeben sollte, die seit Jahrzehnten durch die von Fastfood-Duft geschwängerten Straßen Amerikas schweben und ahnungslose Urlauber befallen…heimtückisch…und direkt auf die Hüften oder in die Coronargefäße!

Zurück zum Thema: Ich bin gespannt, wie sich das alles weiterentwickelt und ob sich die Verantwortlichen nicht gerade selbst demontieren…bevor es andere tun.

 

 


Ein Schuss ins Knie der Glaubwürdigkeit (21.1.2015)

Wie deppert muss man eigentlich sein, sich angeblich von der hetzerischen Fremdenfeindlichkeit distanzieren zu wollen, und dann doch „heimlich“ im stillen Kämmerlein Selbstportraits als Adolf Hitler von sich anzufertigen?! Ja, sind denn schon die Narren los?!

Wenn ich schon trotz Vorstrafenregisters eine Organisation wie PEGIDA ins Leben rufen muss, dann sollte ich mir doch wenigstens den letzten Rest Glaubwürdigkeit bewahren, der den Unterschied zur tiefbraunen Ecke darstellt. Ein Undercut mit Seitenscheitel, ein Oberlippenbärtchen und markige Begriffe des Fremdenhasses tragen wohl kaum dazu bei.

Nun hat sich Herr Bachmann also mit Volltempo selbst ins Aus mannövriert. Auch nicht schlecht. Es kann nicht schlechter werden ohne ihn. Leute wie er sind doch eh nur Bremsblöcke für aufrüttelnde Bewegungen, an denen sich das Volk beteiligt. Seltsamerweise stehen aber sehr oft Hampelmänner an der Spitze. Wie auch immer.

Jedenfalls haben die Organisatoren nun einen weiteren Punkt im Hausaufgabenheft abzuarbeiten…einen neuen, unverfänglicheren Namen sollten sie sich auf Anraten einen Experten schon suchen, damit der Begriff „Islamisierung“ möglichst wegfällt, denn vielen Anhängern geht es mittlerweile um ganz andere Dinge…Politikverdruss, mangelhafte Selbstbestimmung, Unsicherheit, das Überhören der eigenen Stimme, Zukunftsängste, ….

Bachmann hat mit seinem Auftreten und Gerede seiner Bewegung keinen Gefallen getan. Mir kann es jedoch egal sein, schließlich bin ich nur ein neutraler Beobachter, und doch stachelt es noch mehr (auch radikaler werdende) Gegendemonstranten an, die wiederum anderen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nehmen möchten. Hier ist was faul, im Staate Deutschland! Aber mächtig faul!

 


Türkische Liebesgrüße (14.1.2015)

 

Wir Deutschen sind nicht alle Nazis!

Endlich hat das mal einer geschnallt. Mann, bin ich froh. Zunächst dachte ich, dass diese Mitteilung der Kumpel Erdogan verlauten ließ…wie immer. ABER: Nein, es kam vom Ministerpräsidenten der Türkei (Herr Davutoglu), dessen Namen ich in meiner Lebenskarriere bisher auch noch nicht zu Ohren bekommen hatte. Man lernt nie aus.

So, wir sind also nicht alle Nazi.

ABER!

Wir sind nun wie IS-Dschihadisten. Mal was Neues.

Gemeint sind zwar die PEGIDA-Mitläufer, aber am Ende sind wir doch-wie immer- eh alle gleich…also alles Gotteskrieger…auch wenn man Atheist ist. Atheisten kämpfen dann wohl für „Oh-mein-Gott“, denn jemand anderes würde mir jetzt nicht einfallen, und außerdem müssten sie sich selbst plattmachen…sind ja Ungläubige im engeren Sinne. Vertrackte Situation.

 

Mal im Ernst: Ist es nicht eine Frechheit, besorgte und unsichere Bürger (die wirklichen Rassisten und Extremisten klammere ich großzügig aus) mit meuchelnden und vom Wahn geleiteten Terrormilizen gleichzusetzen? Auf der einen Seite verurteilt die Türkei die IS und nun soll ihr deutscher Freund dazu zählen? Wir haben hier im Land eine Meinungsfreiheit und wenn Menschen glauben, eine Meinung zu haben (eigene oder fremdbestimmte), dann ist das eben so. Plötzlich sind alle „Je suis Charlie“ und dann wollen sie anderen den Mund verbieten.

Das verstehe ich nicht.

Ich bin weder für, noch gegen PEGIDA. Es gibt Programmpunkte, die kann ich nachvollziehen, weil es eben immer schwarze Schafe gibt (auch unter Einwanderern), die dann den großen Rest ihrer Volksgruppe in einem schlechten Licht stehen lassen und somit Verunsicherung und Skepsis bei den „Ureinwohnern“ hervorrufen. Auf der anderen Seite ist es nicht korrekt, dass alle in einen Topf geworfen werden, einmal kräftig umgerührt und am Ende gesagt wird: Ausländer kosten uns Geld, wollen nicht arbeiten und sind alle kriminell…wobei dieses Szenario sicherlich nicht in den Köpfen des Großteils der PEGIDA-Anhänger vorherrschen dürfte…das wäre zu kurz gedacht. Ein Politikwissenschaftler der TU Dresden (Hr. Patzig) hat es meiner Meinung nach in einem Interview im MoMa auf den Punkt gebracht.

Außerdem: Alle hacken jetzt auf den angeblich fremdenfeindlichen Dresdnern herum. Meine Theorie ist ja, dass viele so denken, aber ihre schön warme und Anonymität wahrende Stube nicht verlassen wollen und stattdessen lieber per Telefon bei einer anonymen Umfrage (ganz gesichtslos) abstimmen….und mit über 60% angeben, den Moslems nicht recht über den Weg zu trauen. Solche Abstimmungen sind zwar nicht repräsentativ, zeigen aber trotzdem, in welche Richtung der Hase läuft!

Man darf Dresden nicht allein als Hochburg der Islamfeindlichkeit betitulieren, denn unterschwelliger Hass im Verborgenen (in Wohnzimmern und an Stammtischen) ist viel schlimmer!! Mich würde auch interessieren, wie viele PEGIDA-Touristen (Achtung: nicht Terroristen) in die Stadt reisen…aus Nah und Fern…und ihre eigenen Städte und Dörfer rein weiß halten.

Zudem gibt es viele Gegendemonstranten, die immer nur nebenbei erwähnt werden…es sei denn, sie traten in Hannover, Mainz, Köln usw. auf…..da gibt es sowas Schlimmes wie PEGIDA-Ableger ja kaum. ABER: Es gibt auch dort Stammtische und Wohnstuben und ich möchte nicht wissen, was dem ein oder anderen durch den Kopf geht.

 

In diesem Sinne. Bis demnächst!