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Odyssee durch bröselnden Putz (30.09.2015)

 

Hah! Heute ging es los. Der bestellte Handwerker machte sich endlich ans Werk. Teil 1 der Odyssee (Auftrag und Anreise) kann nun abgehakt werden.

 

Um die Sache ein wenig zu verkomplizieren, hat sich jemand ausgedacht, dass es ja tooootaaaal laaaangweilig wäre, wenn es noch stille Reserven derselben Fliesenmusterung geben würde. Die andere Pfuschertruppe ist auch nicht mehr auffindbar und ergo kann man diese nun gleichwohl nicht mehr über die Seriennummer oder den Hersteller interviewen.

Also galt es, die sich abhebenden Fliesen heile von der Wand zu bekommen.

Man denkt ja, dass dies kein Problem darstellen dürfte. Schließlich haben sie sich ja bereits selbstständig von ihrer Unterlage getrennt.

Denkste! *lange Nase machend*

An irgendeinem „Zipfelchen“ fetten Fliesenklebers oder irgendeiner versteckten Metallschiene hängt sie schlussendlich doch fest. Ätsch!

Das lehrt einen Handwerker, sich in Geduld zu üben, um diese innige Liaison ohne große Splitterei und Scherben zumindest temporär zu unterbinden. Und noch mehr Geduld verlangte es an dieser Stelle von mir als unbeteiligt beobachtende Randfigur in diesem nervenzerfetzenden Stück ab. Was, wenn alles in die Hose geht?  Ich malte mir im Hinterkopf schon die Küchenabbau-Aktion in den wildesten Farben aus, wenn alles schief gegangen wäre und der gesamte Fliesenspiegel hätte ersetzt werden müssen.

Ein paar Fliesen konnten schlussendlich gerettet werden. Nun kann der Spiegel zwar nicht mehr um die Ecke herumgezogen werden, macht aber nichts. Passt schon. Der Rest wird eben nur verputzt. Wenn irgendeine Pfanne bzw. deren Inhalt bis DAHIN spritzen sollte, dann kann ich mir auch nicht mehr helfen (nur noch der Wunderputzschwamm).

Höchst interessant war die mutmaßliche Ursache, WARUM sich die Fliesen abgelöst hatten. Sie standen nicht etwa unter Spannung, wie zuerst gedacht, sondern folgten einfach der Schwerkraft, weil irgendein Dilettant auf einer alten Farbschicht aufgebaut hatte. Dass sich diese relativ bald (vielleicht 2-3 Monate später) auf- bzw. angelöst hatte und somit mehr schlecht als recht als sichere Haftgrundlage dienen konnte, war „Pech“. Es hätte ja auch funktionieren können. *Gesichtspalme*

Zumindest hat der ganze Spaß solange gehalten, bis die Mannschaft über alle sieben Berge verschwunden war.

Und da nun die große, neu geschaffene Freifläche verschlossen werden möchte, geht es neben dem Verfugen dann morgen noch ans Verputzen. Und irgendwann, wenn das wiederum getrocknet ist, darf die Küche so ziemlich komplett gemaltert werden….DENN: Weiß ist nicht gleich Weiß*. Das wird dann eine Abendbeschäftigung nach einer Frühschicht. Yippieh! Ich leg‘ mir schon mal Streichhölzchen bereit, um sie mir dann unter die Augenlider zu klemmen.

Auf meine Frage hin, ob es „normal“ sei, dass ein Teil der alten, freigelegten Grundverputzung schlimmer noch als Sandstein unter meinen Fingern zerbröselte, meinte der Fachmann nur beruhigend, dass DAS am Ende kein Problem sei. Na, hoffen wir’s! Man brauchte es ja tatsächlich nur mal scharf anschauen und schon rieselte wieder ein Schwall Sandstaub zu Boden.

Apropos Staub:

Da wurde noch nicht einmal das ganz große Geschütz aufgefahren (die Fliesen sollten ja weitesgehend überleben) und trotzdem sahen die Küchenoberflächen fantastisch aus…prima dazu geeignet, um sich darauf in der Staub-/Sandmalerei zu üben. Noch ein, zwei Tage und ein neuer Picasso würde an dieser Stelle zu euch sprechen (oder eben schreiben…oder malen??).

 

Teil 2 der Reise wäre damit auch erledigt. Auf Zyklopen und Sirenen mag ich nun aber im weiteren Verlauf verzichten. Volle Kraft voraus!

 

 

 

* Hierbei handelt es sich keinesfalls um eine rein philosophisch angehauchte Frage.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Irgendwann platzt eine Bombe (18.12.2014)

 

Renovierungspfusch ist eine Sache, sich dann aber noch mit den osteuropäisch oder russisch stämmigen Handwerkern, die fast kein Deutsch verstehen, auseinandersetzen zu dürfen, setzt dem Sahnehäubchen auf einer grottig schlechten Überraschungstorte noch die Zuckerkirsche auf.

Warum ärgere ich mich gerade so?

Weil ich hier seit Schlüsselübergabe ständig an der Nase herumgeführt werde.

Zunächst brummten bei Schlüsselübergabe noch sämtliche Renovierungsarbeiten…klasse Bedingungen für eine Wohnungsabnahme, sage ich da nur.
Also wurde erst einmal alles nur provisorisch abgenommen.

Zudem wurden, weil die Handwerker noch am Werkeln waren, die Zählerstände ein Stück weit nach oben angepasst. So weit so gut. Die Überraschung nach ein paar Tagen war, als ich dann tatsächlich meinen Einzug angedacht hatte, dass diese kalkulierten Aufschläge weit übertroffen worden sind. Tja, wenn man aber auch die Heizungen auf 5 bollern lassen muss, obwohl auch die Stufe 3 für die Raumtrocknung ausgereicht hätte. Mann!

Nach dem ersten Streich folgt bekanntlich der zweite.

Ich dachte, ich sehe trotz all des verbliebenen Baudrecks nicht richtig! Risse neben einer Zarge, als stünden wir gerade an der San-Andreas-Verwerfung. Kein Wunder: Da haben die Handwerker einen Türrahmen mit Ausmaßen einer schmalen Badzimmertür in das Wohnzimmer verpflanzt, OBWOHL die vorhandene Türöffnung für eine Normalbreite gedacht war. Ergo wurden die riesigen Hohlräume mit gaaanz viel Bauschaum ausgefüllt, der sich irgendwann gesetzt hatte und schlussendlich unter dem frischen Putz in sich zusammengefallen ist.

Außerdem fehlten in zwei Räumen noch für eine ganze Weile die Türen. Bin ich im Sack geboren? Spannend für mein Kontenancebewahrungstraining fand ich die Bemerkung, dass doch die Wohnung sowieso gleichmäßig beheizt werden sollte. Klar, aber im Flur brauche ich doch keine 21°C!! Und wozu wurden denn sonst Türen erfunden….damit man wahlweise dagegen laufen oder sich enerviert den Kopf dreimal anschlagen kann?! Im Moment würde ich Letzteres gerne machen wollen. Mir reicht es langsam.

Und wenn das Türblatt nicht gleich ganz fehlte, dann wurde das nagelneue eben verschandelt, als hätte sich beim (sowieso zu kurzen) Zusägen ein dreijähriges Kindergartenkind mit seinen ersten Auschneideversuchen probiert.

Was hieß das im Endeffekt: Alles muss raus! (Schnäppchenjäger sollten sich bei diesem Ausruf jetzt bitte nicht fälschlicherweise angesprochen fühlen…) Und wer ist der Gelackmeierte? Ich! Denn nun darf ich mir trotz langer Dienstzeiten und Wochenendarbeit auch noch Zeit für diese Ausbesserungen nehmen…inklusive erhöhtem Strom- und Wasserverbrauch und erheblicher Verschmutzung. Aber hey, ich putze doch gerne noch einmal die komplette Wohnung von oben bis unten! Habe ja sonst nichts vor…

Mit Zeitangaben hat es unser russischer Freund auch nicht. 3 Stunden, sagte ihr Chef. Ich dachte mir noch so: Nachtigall, ick hör dir trappsen.
Und ich wurde wieder einmal bestätigt. Natürlich reichte die Zeit nicht einmal ansatzweise. Ganze 2 Vormittage meiner wertvollen Freizeit gingen drauf.

Nun sitze ich in einem Drecksloch, sämtliche Räume sind verstaubt und was die Handwerker am Ende unter Reinigungsarbeiten verstehen, ist auch mehr als relativ, was bedeutet, dass ich mir diese Arbeit erneut zu Gemüte führen darf. Ich bin heilfroh, dass hier noch keine Möbel stehen…sonst wäre hier was richtig offen gewesen….und es wäre nicht Polen gewesen (Entschuldigt die Wortwahl, aber ich bin gerade richtig, richtig angesäuert!).

Wer die Gefühlsregung Hass nicht kennen sollte: Macht solch eine Aktion durch und ihr habt eine ganz gute Ahnung davon!

Der Vermieter bekommt noch eine satte Rechnung! Wehe, er lehnt einen Monat Kaltmietfreiheit ab, dann platzt hier (oder besser eigentlich bei ihm) demnächst eine Bombe!!!

 

 

Solltest Du, lieber Leser, diese Tirade konsequent bis zum Schluss ertragen haben, dann kannst du entweder aus eigener Erfahrung mitfühlen (ja, auch anderen kann es so ergehen), oder Du ergötzt Dich gerne am Leid anderer, was auch nicht schlimm wäre….alles menschlich und nachvollziehbar. Einen Rat möchte ich an alle geben: Lasst Euch so etwas nicht gefallen!

 

 

Nachtrag:

Erkenntnis des Tages:

Lobe nie den Abend vor dem Morgen….ihr wisst schon.
Vielleicht könnt ihr es euch schon denken. Jedenfalls grüßte auch am dritten Tag das Murmeltier noch frischfröhlich. Mal sehen, ob die Ausbesserungsarbeiten dann heute doch noch vollendet werden können… Ich hoffe es für alle Seiten!