Schlagwort-Archive: Poesie

Lyrik zum Aufessen- Willkommensgrüße (22.04.2017)

 

 

HEUTE IM ANGEBOT: DEFTIGES ZUR BEGRÜSSUNG.

Ein herzliches Willkommen an Herzkoma, seines Zeichens Poet auf Sterneniveau (und Sternensuche), vom Nebenberuf: freiberuflicher Mondlotse.

Ich hoffe, dass meine Hausmanns-/frauenkost dennoch mundet, selbst wenn sie nachher etwas verquer im Magen liegen sollte. Bei mir wird auch nur mit Liebe gekocht (und Wasser). Nur eben anders. Und ausgelernt hat man ja schließlich nie. 🙂

[Ich gehe davon aus, dass du das Augenzwinkern hinter den Zeilen funkeln siehst, werter Gast.]

 

 

Lyrik zum Aufessen (2017)

 

Kochen ist Leidenschaft,

Kochen ist Liebe,

die verführt, die

dich umgarnt mit ihren Düften,

den frohlockenden Gelüsten!

Manchmal fehlt jedoch die Muse…

Heut‘ daher im Angebot: Profaner Speck mit Erbse!

 

 

P.S.: Wer die Hintergründe zu „Speck mit Erbsen“ erfahren möchte, kann sich durch die Kommentarleiste des Beitrages „Apfelbaum“ vom 17.04.2017 pflügen. Keine Bange vor den ganzen Buchstaben! Verlaufen hat sich dort bislang noch niemand. Zumindest weiß ich nichts davon….

Vertrauensvoll: S[Punkt]

 

 

 

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Apfelbaum (17.04.2017)

 

 

Mal wieder etwas Kitschiges, weil mir nach dem Osterwochenende mit all seinen teils Wetterkapriolen schlagenden Auswüchsen so war. Außerdem entdeckte ich einen Baum (zwar keinen Apfelbaum), dem ich im Winter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Exitus bescheinigt hätte.

Und nun hat er tatsächlich Blüten getrieben…

 

 

Apfelbaum (2017)

 

Graue Formationen, nahendes Gewölk,

blaues Band über den Köpfen.

Regen peitscht, die Kälte beißt.

Noch wütet es in weiter Ferne.

 

Ein Wind kommt auf, der Halm erbebt.

Wie rosig doch die Blüten strahlen!

Am Apfelbaum, dem alten, morschen.

Als längst schon tot befundeter Geselle.

 

Nun zerrt es wild an seinen Armen,

rüttelt an den alten Knochen.

Ein sprödes Brechen, leises Ächzen.

Dann schweigt er…

 

…still ist es um ihn herum.

 

Schon legt es sich wie ein Verband,

um alte Narben, frische Wunden:

Das blaue Band. Es heilt die Seele.

Trotzig rauscht der Apfelbaum.

 

 

 

 

 

 


Weltenbrand (28.12.2016)

 

Weltenbrand (2016)

 

Wer kann es sein,

der unsere Wege vorbestimmt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der uns die Unbeschwertheit nimmt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der über seinesgleichen herrscht?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der Stahl und Feuersbrunst gebärt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der Qual und Schmerzen bringt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der auf die Knie zu fallen zwingt?

Kein Gott!

Ein Menschenkind.

 

Wer, wenn nicht wir selbst, kann noch um Einhalt gebieten?

Die Götter, menschgemachte Wesen, sie schweigen schon längst. Vielleicht hat es sie nie gegeben.

Wohl zu Tätern stilisiert, um unser Handeln reinzuwaschen. Sind bloßer Vorwand nur gewesen.

 

Kein Gott, kein Himmelswesen,

nur wir allein,

nur wir allein sind es gewesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Pointe of no return (27.12.2016)

 

Joan hat die Schreibfeder mal wieder treffsicher in eine jener Wunden versenkt, an der es so manchem Schreiberling- ob Vollprofi, Halbprofi, Freizeittüftler oder Möchtegern- von Zeit zu Zeit krankt. Von Zeit zu Zeit temporär auch ein wenig zu weit um sich greifend, um nicht sagen zu müssen, beinahe schon zu krisenhaften Auswüchsen entartend.

Wie viele unvollendete Geschichten und Gedichte mögen da draußen wohl in den Tiefen von Schubladen und Ablagefächern* ihr klägliches Dasein in vollständiger Vergessenheit oder- schlimmer noch- wissentlicher Verdrängung fristen? Wie viele Heldinnen und Helden warten darauf, endlich wieder das Licht der Schreibtischlampe erblicken zu dürfen?

Doch wie geht es der Autorenschaft?

Sind es nicht genauso bemitleidenswerte Geschöpfe? Mehr noch: Ähnelt es nicht einer Höchststrafe, als eigentlicher Geburtshelfer von wunderbaren Ideen und Gedankengängen, plötzlich den Bestattungshelfer für mutlos fallengelassene Karteileichen mimen zu müssen?

Ist es das wert, sich und seine Ideen um jeden Preis aus einer persönlichen Krise heraus zu verkaufen, um weitermachen zu können, oder ist es nicht doch ehrvoll genug, sich durch eigentlich verschlossene Türen zu mogeln und mit dem letzten Rettungsanker, der sich in der hintersten Trickkiste finden ließ, -einer Pointe of no return- vor dem Abdriften zu bewahren, oder gar alles dem Mahlstrom übergeben zu müssen? Die Frage nach dem Zurück sollte sich nicht mehr stellen. Zumindestens nicht, wenn man es ernst meint.

Manchmal muss man dabei vielleicht auch über Karteileichen gehen**. Da beißt die Maus keinen (roten) Faden ab.

Wenn es voranbringt, warum nicht?

 

 

 

 

* …noch ungemütlicher  wird es im Käfig aus Nullen und Einsen, der irgendwo in einer bereits Moder ansetzenden Ecke irgendeines unter Unrat vergrabenen Computerordners dahinrottet.

** Böse Zungen könnten behaupten, man betreibe womöglich noch Leichenfledderei..

 

 


Introspektionen und andere Herbstgedanken (02.11.2016)

 

Introspektionen, Herbstgedanken und Ungereimtheiten.

 

Kopfstand im Herbst (2016)

 

Regen prasselt auf die Dächer,

macht den Asphalt glänzend schwarz.

Doch derweil der Himmel, blau,

mir zu Füßen liegt.

 

Welke Blätter fallen,

doch sie streben himmelwärts.

Rot bemalt im Überschwang,

Braun und Gelb und Grün vermischt.

 

Im Stachelpanzer gut geschützt:

Die eingeigelte Kastanie.

Ganz rund und warm liegt sie im Innern.

Wer kann der Rüstung sie berauben?

 

Ein Apfel fiel zu weit vom Stamm.

Drum kümmern sich die Raben.

Es wächst daraus ein neuer Baum,

im Regen unter blauem Band.

 

 

 

 

 

 


Spatzenkino (02.10.2016)

 

 

Wo kämen wir hin, wenn wir aus dem Fenster blickten, und nur Ärsche über uns thronen sähen?

Wo kämen wir hin, ließen eben jene, arglos oder nicht, Exkremente auf unsere Häupter herniederregnen?

Wo kämen wir hin, zögen wir nicht wohlwissend unsere Köpfe rechtzeitig ein?

 

„Beschiss!“ , hört man schon die wartenden Münder lauthals krakeelen.

Wild fuchteln die Arme und Hände wie blanke Säbel durch die Luft.

Wir schmecken Blut auf unseren aufgebissenen Zungen.

Denn: Gefragt hat vorher wieder keiner:

Wo kämen wir denn da hin, ließen wir uns sehenden Auges bescheißen?

 

Das Kind liegt im Brunnen.

Reichlich unbequem gebettet, wie mir scheint.

Ob es einer wieder herauszuholen vermag?

Ganz ohne Ketten-, ohne Säbelrasseln?

Doch: Wo kämen wir da hin?!

 

 

 

Inspiriert zu diesen Zeilen hat mich heute früh am Morgen tatsächlich der Blick aus dem Fenster gen Himmel. Aufgereiht auf der Kante der Dachrinne hockend, präsentierte mir eine Schar Spatzen ihre Rückansicht von schrägunten.

Und das kam dabei heraus. Ihr dürft es gerne sch**ße finden. Dies ist ein freies Land. 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wort trifft Bild (06.05.2016)

 

Unsere Sprache ist eine sehr bildliche. Oftmals braucht es nicht viel, um sich in wildesten Kopfkinoszenarien wiederzufinden oder gar darin zu verlieren. Ich spreche da aus Erfahrung.

Man kann diese an sich schon starke Verbindung von Wort und Imago jedoch auch noch ein gutes Stück weitertreiben und die eigenen Geschichten oder Gedichte unterstützend illustrieren, oder sich in entgegengesetzter Richtung durch eigene Malereien und Zeichnungen zu Geschichten oder Gedichte inspirieren lassen.

Der Phantasie können, wenn man sie überhaupt erst einmal zulässt, keine Grenzen gesetzt werden, weder im eigenen Kopf noch auf dem Papier. Nicht selten spukt dieser unberechenbare Wildfang durch die Räume unseres Oberstübchens und ehe wir sie am Arm packend aufhalten können, schlägt sie uns die Tür vor der Nase zu, wenn sie für diesen Moment partout nicht greifbar sein möchte. Doch gelegentlich- bei dem einen öfters, bei dem anderen seltener- lässt sie es zu, dass wir uns ihrer sprunghaften Art annehmen und sie aus unseren Köpfen auf Papier bannnen können.

In Worten. Als Bildnis. Oder in Wort und Bild.

 

KunsttrifftPoesie praktiziert dieses Prinzip und hat darin offenbar seine Erfüllung gefunden.

Herzlich willkommen! Ich wünsche stets gutes Gelingen beim Einfangen dieses wilden Frauenzimmers namens Phantasie!

 

Wenn ich kurz zitieren darf: „Malerei ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.“ (KunsttrifftPoesie)

Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Rein gar nichts.