Schlagwort-Archive: Poesie

Ein heilsames Versinken (04.05.2016)

 

 

Am Elbestrand

 

Der Sand knirschte leise unter meinen Schritten, als ich mich- suchend- umsah.

 

Die Sonne schien mir wärmend ins Gesicht. Sie blendete mich ein wenig. Schützend hielt ich meine Linke vor die Augen und ließ mich nieder.

Sich an der Oberfläche sanft kräuselnd nahm die Elbe meine Gedanken wie hinter Glas verschlossene Botschaften geduldig mit sich.

Stromabwärts.

In der Stille hielt ich für einen gedehnten Augenblick lang inne. Ich ruhte tief in mir und warf nun auch die Lasten über Bord.

Stromabwärts.

Ein Kahn durchbrach das leichte Spiel der Wellen. Ein starker Sog ergriff und trieb auch mich zur Gänze endlich fort.

Stromabwärts.

Ließ zögernd los. Versank zunächst.

Doch strandete.

Stromabwärts.

Die Sonne schien mir wärmend ins Gesicht. Sie blendete mich ein wenig. Schützend hielt ich meine Linke vor die Augen und erhob mich wieder.

 

Der Sand knirschte leise unter meinen Schritten, als ich fortging.

 

Alles im Fluss.

Am Elbestrand.

 

 

 

 

Werbeanzeigen

KEIN Kitsch! (03.05.2016)

 

ACHTUNG: Dies ist KEIN Kitsch!*

 

 

Frühlingserwachen

 

In einem Traum lag ich auf einer großen, weiten Wiese.

Die Sonnenstrahlen kitzelten vorwitzig meine Nasenspitze und ich spürte ihre warmen Finger auf meiner bloßen Haut tanzen. Ein sachter Windstoß fuhr durch das sich biegende, frische Gras um mich herum.

Es raschelte und jemand legte sich zu mir in das Bett aus wucherndem Löwenzahn.

Wir schwiegen gemeinsam und es fühlte sich gut an, so wie es war.

Und doch unendlich falsch.

Sie lag lang ausgestreckt an meiner Seite, ein Schmetterling umschwirrte ihr Gesicht und ließ sich im Kranz aus Blumen in ihrem Haar nieder. Ich setzte mich auf und liebkoste ihren nach erwachendem Leben duftenden Scheitel. Ein Blümchen erstarb in meinen Händen.

‚Ich dürfte nicht mehr hier sein‘, zuckte es mir wie ein Blitz schmerzhaft durch das wild pochende Herz.

Mein Name ist Winter.

 

 

 

(*)

Fast nichts geschieht bei mir ohne Hintergedanken, und so steckt auch hinter dieser Geschichte eine Geschichte. Das Offensichtliche soll hier nicht Hauptakteur, sondern lediglich Carrier für eine tief verborgene (Gefühls)Welt dahinter sein, welche verzückt und verwirrt zugleich. Vielleicht ist auch nicht immer alles, was es zu sein scheint. Was wir zu sein scheinen. Was Winter zu sein scheint.

 

 

 


Per aspera ad astra (07.10.2015)

 

Der Weg zu den Sternen ist ein steiniger, sehr rauher Pfad mit steilen Anstiegen, Kehrtwendungen, Irrungen und Wirrungen.

Ihr fernes Licht- das Licht von Sterbenden- entfacht unsere tiefsten Sehnsüchte und lässt uns gedankenverloren in die weite Schwärze über unseren Köpfen blicken, nur um am Ende doch wieder ganz bei uns selbst anzukommen.

Manchmal scheint es, als ob sich auch zu all dem Irdischen eine Sternenseele verirrt hätte, allein um uns die Augen mit sanftem Fingerzeig zu öffnen und die wahre Schönheit hinter den Dingen zu offenbaren.

Die Poesie verbindet wie ein unsichtbares Band- geflochten aus Worten der Sehnsucht und dem Streben nach der Vollkommenheit der Sterne.

Herzlich willkommen, Ariana!

 

 

 


Leben im Alltag (30.08.2015)

 

Weltflucht, Poesie und Unkonventionalität zeichnen meinen neusten Leser aus.

Wenn ihr erleben wollt, wie ein Frühlingsputz eine Metarmophose zu höchst philosophischen Gedankengängen eingehen kann, dann würdet ihr bei ihm fündig werden.

Wir unterschätzen eindeutig das Alltagsleben, das ganz wie nebenbei und völlig selbstverständlich an uns vorbeifliegt, und überschätzen das Offensichtliche, das uns vorgekaut und ausgespuckt auf dem Silbertablett serviert wird.

Willkommen, Alltagsleben!