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Geduscht (20.08.2016)

 

 

Die Polizei ist mittlerweile nicht mehr nur unser Freund und Helfer, nein, nun unterstützt sie uns auch nach bestem Wissen und Gewissen bei unserer täglichen Körperpflege. Man muss noch nicht einmal den Wunsch dazu äußern. Die machen das einfach so. Ganz selbstlos und unbürokratisch. Quasi im Vorbeifahren.

Wie das funktioniert?

Hier eine kleine Anleitung:

Man begibt sich nach draußen an die frische Luft, setzt sich bei einem einsetzenden, kräftigen Regenguss gut 2m vom Straßenrand entfernt auf die Bank eines Buswartehäuschen und wartet, bis eine Streife (ohne Einsatzsignal) vorbeifährt…und das mitten durch eine Pfütze, die sich unterdessen am Straßenrand angesammelt hatte. Und dann braucht man nur ein gewisses Urvertrauen an die physikalische Gesetzmäßigkeit der Verdrängung und etwas Glück, dass es auch weit genug spritzt.

Ist das nicht simpel?

Ja, okay, natürlich hätte man auch ohne Probleme drumherum fahren können.

Ich entsinne mich noch ganz gut daran, dass man mal gelernt hat, bei Wasseransammlungen Rücksicht auf Passanten zu nehmen. Abgesehen davon, dass man nicht unbedingt mit innerorts mindestens erlaubter Höchstgeschwindigkeit durch Pfützen fährt, um nicht aufgrund von Aquaplaning die rechte Bodenhaftung zu verlieren…

Den Delinquenten verpassten glücklicherweise die reichlich aufsprühenden Fluten nur knapp. Reumütig wendete dann aber auch schon der Streifenfahrer und erkundigte sich offenbar nach dem Befinden.

Begeisterung sah zwar anders aus, aber man einigte sich wohl recht zügig darauf, dass es diesmal ohne Duell à la Western gehen würde und man zog seiner Wege.

Dieser neue „Service“ kam hernach nicht sonderlich gut an.

Es duscht anscheinend doch jeder lieber für sich selbst und in den eigenen Vier Wänden.

Allzu verständlich.

Ich lass mir dabei auch ungern von Wildfremden zuschauen. 😉

 

 

 


Vorbildfunktion (24.4.2015)

 

Definitionsgemäß ist ein Vorbild ein richtungsweisendes, idealisiertes Muster.

Im Allgemeinen meint man diese Funktion auch unseren Freunden und Helfern zuzuordnen, was die Kenntnis und auch Einhaltung von Verkehrsregeln anbetrifft. Wer sonst sollte sich da besser auskennen als jene, die unachtsamen Fahrern den mahnenden Finger (und/oder Geldstrafen und/oder Punkte) vorhalten.

Tja, und nun schob sich doch tatsächlich noch ein Polizeikleintransporter ohne jegliche Anzeichen einer Einsatzfahrt knapp vor mich und missachtete dabei eine der simpelsten Vorfahrtsregeln…Vorfahrt beachten! Das vermeintlich zu dekorativen Zwecken aufgestellte Schild hätte eine Gedankenstütze darstellen können….wenn dessen Existenz nicht mal eben sträflichst übergangen worden wäre. Und selbst wenn es wahrgenommen worden ist…an der Tatsache ändert dies nichts…außer den Tatbestand des Vorsatzes. Geschenkt.

In der Führerscheinprüfung wäre der Kandidat jedenfalls schön baden gegangen…ich musste schließlich wegen des Manövers meine Geschwindigkeit drosseln.

Ein Hupen habe ich mir aber dann doch verkniffen…man muss ja nicht noch mehr Leute belästigen.

 

Leider gibt es noch kein Bonussystem, was einem eigene Verfehlungen- die eigentlich hoffentlich nie eintreten oder zumindest ohne Konsequenzen bleiben- im Gegenzug dazu aufwiegen würde.

Also bleibt uns nur eins: Immer wachsam bleiben! Und: Natürlich bremse ich auch weiterhin gern für Bambis und auch Polizisten.


Mit gestrecktem Zeigefinger (24.9.2014)

Gestern wurden in Rüsselsheim zwei in einer Fußgängerzone frei herumlaufende Staffordshire Terrier von Polizeibeamten erschossen.

 

Dass Tiere sterben mussten, ist tragisch. Keine Frage. Ihre Schuld war es definitiv nicht!

ABER: Warum wird jetzt allein wieder anklagend mit gestrecktem Zeigefinger auf die Polizei gezeigt?!

 

Sollte man seine Entrüstungsstürme nicht ebenfalls gegenüber dem Besitzer geltend machen, der seine beiden Hunde anscheinend nicht im Griff hatte. Wo blieb seine geltende Kontrollpflicht?!

 

Schön, wenn die Tiere als Aufpasser für die Shisha-Bar dienen sollten.
Das entbindet aber keinesfalls bei solchen Listen-Hunden von der Sorgfaltspflicht, dafür zu sorgen, dass sie eben nicht unbeaufsichtigt umherirren können…selbst wenn unter ominösen Umständen versucht wurde, in die Bar einzubrechen, weshalb die Tiere ins Freie gelangen konnten.

 

Es handelte sich hier um keine Schoßhündchen…und selbst die können schmerzhaft in die Wade beißen.

 

Widersprüchlich finde ich auch, dass die beiden Hunde nur lieb auf der Straße gespielt hatten, aber trotzdem durch einen Onkel des Besitzers nicht einzufangen waren, weil sie keine Halsbänder trugen.
Halsbänder hätten sich doch bestimmt auftreiben lassen…

Toll finde ich auch die obligatorischen Beteuerungen von nahen Anwohnern, Freunden und Bekannten, dass die doch so lieb und niedlich gewesen sind.

Tja, das haben schon viele behauptet und am Ende fehlte einem Kind eine Gesichtshälfte…
Jeder Hund kann eine potentielle Gefahr darstellen…auch der familientreue Golden Retriever kann plötzlich ausrasten, weil er sich lediglich zum Beispiel erschreckt hat oder die Quelle für einen einwirkenden Schmerzinsult falsch zuordnet. Aggressivität ist nicht allein das Problem.
Und so können auch diese beiden Hunde von einem Moment zum anderen zuschlagen, was sie anscheinend auch getan hatten…egal, ob nur eine oder doch zwei Personen betroffen waren. Und diese Rasse hat richtig Kraft!

 

Den tierschützlerischen Aufschrei hätte ich gern gesehen, wenn dort ein Kind vorbeispaziert und angegriffen worden wäre.
Dann hätten die Leute auch wieder nur mit dem Finger auf die Polizisten gezeigt.

 

Die Polizei hätte anders agieren können und müssen. Das bereits kontaktierte Tierheim wäre eine Lösung gewesen. Mit Betäubungsmunition hätte man die Tiere notfalls bändigen können. Letzteres bedarf aber auch eines Sachkundigen mitsamt Material, der nicht an jeder Ecke herumsteht!
Wenn aber schon Menschen angegriffen werden, dann bleibt nicht viel Spielraum. Wer weiß, ob die Hunde nicht noch mehr aufdrehen würden, wenn sie sich bedrängt fühlen.

 

Die ganze Sache ist irgendwie zwiespältig. Welche Seite hat Recht, wer übertreibt, wer redet etwas zu seinen Gunsten schön?
Wenn man nicht vor Ort gewesen ist, kann man dies noch schlechter bis gar nicht beurteilen.

 

Mich regt aber auf, dass wieder solche Die–sind-doch-so-lieb-und-wollten-nur-spielen-Menschen besonders laut tönen, was die Polizei wieder für einen eklatanten Mist verzapft hätte. Ja, auch sie haben sicher Fehler gemacht, aber wenn solche einschlägig eingestuften Tiere außer Kontrolle sind, dann kann man keine einzige Sekunde fürs sie garantieren!! Ich würde selbst für einen Goldie meine Hand nichts ins Feuer legen, auch wenn er jahrelang noch so treu gewesen sein mag.
Es gibt manchmal Situationen, die man nicht berechnen kann.
Es sind Tiere. Und wie Tiere handeln sie auch. Wir Menschen sollten uns nicht anmaßen zu behaupten, in ihre Köpfe schauen und ihr Handeln vorhersagen zu können!

 

Letztlich wurden die beiden Tiere nur Opfer von Sorglosigkeit und Fahrlässigkeit des Besitzers (!), einer Verkettung von unglücklichen Umständen (siehe angeblichem Einbruch…) und der Überforderung von Beamten, die nun allein als Buhmänner erhalten müssen.
Liebe Tierschützer, die ihr im Internet gerade hemmungslos über die Polizei herzieht:
Dann helft ihr doch mal in solch einer undurchsichtigen Gefahrensituation aus! Freiwillige vor!!
Aber aus der Ferne hinter euren sicheren Bildschirmen lässt sich ja vortrefflich wutbürgerlicher Tierschützer spielen. Wurde ja mal wieder Zeit, dass man sich über irgendetwas aufregen kann, nicht wahr? Super, wenn es auch mal wieder die Polizei ist, über die man sich auslassen kann.

 

Ach, und noch etwas:
Man sollte parallel auch mal mit dem Finger auf jene zeigen, die Hunde mit bekannt höherem Aggressionspotential züchten, auf jene, die deren Ruf in der Vergangenheit schlagzeilenträchtig in den Schmutz gezogen haben (Abrichten) und auf jene Besitzer, die ihre Tiere nicht erziehen und somit den Weg dafür ebnen, dass ein Tier (aus Angst…) außer Kontrolle geraten kann!

 

Das Erziehen von Hunden hat nicht nur mit „Gefügig machen“ zu tun, sondern auch mit dem Abhärten gegenüber unbekannten Einflüssen, die auf das Tier einwirken können.
Dies gilt nicht nur für „gefährliche Rassen“, sondern auch für die kleinen Toyrassen, die regelmäßig den rüpelhaften Großkotz heraushängen lassen…oft auch nur aus ängstlicher Reaktion heraus.

 

Das nur mal aus meiner Sicht. Um die Tiere ist es jedenfalls schade.
Der Mensch hat es verbockt.

 


Mit Anlauf und bitte recht freundlich…ein Blitzermarathon. (22.9.2014)

Vergangene Woche fand bundesweit der sogenannte Blitzermarathon statt. Die dafür abgestellten Polizisten mussten dafür nicht zwingend 42,195km laufen, durften sich aber kräftig als Hobbyfotografen austoben.

Meine beiläufig dabei gelernte und aufs äußerste in Staunen versetzende Erkenntnis des Tages dazu:
Je weniger offensichtlich die Kontrolle, desto öfter blitzt es. [in Anlehnung an eine Zeitungsartikelüberschrift]

 

NEEEEIIIIN! Wie das?!

 

  Offensichtlichkeit       =  __     1,00                
.              1,00                             Blitzertreffer

Das ist ja eine reziprok proportionale Gleichung. Wahnsinn.

 

Wenn ich meine fast tägliche Zeitungslektüre nicht hätte, dann wäre ich wohl irgendwann dumm gestorben. Glück gehabt, würde ich sagen!

 

Schön blöd, wenn man wie eine gesengte Sau rasen sollte, aber richtig dämlich ist man, wenn man dies auch dann noch tun würde, wenn man schon aus 10km Entfernung die in Neonfarben leuchtenden Ordnungshüter sehen kann. Es gibt zwar ein paar dieser Blindschleichen/-raser und unverbesserlichen notorischen Bleifüßler im Straßenverkehr, bilden aber (hoffentlich) eigentlich nicht die Regel.

 

Es gab wohl auch, laut unter der Hand verbreiteten und unglaublich feinsinnig recherchierten Berichten, signifikant steigende Raten an unfreiwillig ergatterten Passbildern, nachdem die klar als Kontrollstellen erkenntlichen Beamten abgerückt waren und Kollegen inkognito weiterblitzten.

Was soll man dem noch entgegensetzen? Wenn sich eine Fallgrube vor mir abzeichnet, dann renne ich doch nicht extra hinein…oder nehme ich doch noch mal Anlauf? Hmmm…

 

Aber hey:
ZUCKER IST KEIN SALZ….das werfe ich jetzt mal so tollkühn in den Raum. Vielleicht lernt hier dadurch ja auch noch jemand was dazu. Von wegen Bildungsauftrag und so…
Wer weiß.