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Salatmischung „Straßenmix“ (23.04.2016)

 

Ich mag Menschen sehr gerne, die sich für ihre lieben, kleinen Pelzträger sogar durch die Urwälder heimischer Grünanlagen schlagen, nur um das größte und saftigste Löwenzahnblatt zu erlegen, das weit und breit zu finden gewesen wäre.

Da wird sich gebückt und gepflückt, da werden Mutter Natur die Sprösslinge und Schösslinge entrissen, da wird gesammelt und gejagt, dass es eine wahre Freude ist. Wenn es sein muss, wird innerlich triumphierend auch dem Bienchen das Blümchen noch ganz knapp vor der Nase weggeschnappt.

Daheim darf sich dann Schnuffi vom grünen Glück einen Trommelbauch anfuttern, bis es platzt, oder wahlweise die dicke Mohrrübe vom Frühstück aus den Ohren quillt.

Ganz wagemutige Tierhalter trauen sich sogar an den Rand vielbefahrener Ortsdurchfahrten, um selbst in dieser unberechenbaren Gefahrenzone* ungeachtet ihrer eigenen Gesundheit noch feinbestäubtes, mit Fleur-de-Streusalz-vom-letzten-Winter gewürztes Blattwerk dem Erdmantel zu entreißen, um es im Anschluss zu Hause stolz kredenzen zu dürfen.

Da geht mir das Herz auf ob so viel Aufopferungsbereitschaft. Kein Weg ist zu weit, kein Unwetter zu „bäääh“ und kein Umstand zu groß. Selbst Oma Erna lässt ihren Rollator links liegen/stehen, um sich auf das saftige Grün für Hasi zu stürzen. Da kennt sie nichts…auch nicht mehr ihr böses Kreuz oder die schmerzenden Knie.

 

Ach, wenn alle Menschen doch zueinander genauso wären…wenigstens ein kleines Bisschen.

 

 

 

(* Ich übertreibe mal ein bisschen der Theatralik wegen.)

 

 

 

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Werbung ist fies (03.01.2015)

 

Von draußen, vom Bahnhof komm‘ ich her, ich muss euch sagen…hui…recht kühl und zugig ist es geworden. Holla, die Waldfee. Mir sind fast die Ohren auf meinem Heimweg abgefallen, weshalb ich auf die letzten 300m doch noch die Mütze aufsetzte, bevor ich noch Eis von meinen Trommelfellen kratzen müsste. Nun ist jedenfalls Winter. Spürt ihr auch die Kältepeitsche* aus den östlichen Gefilden?

Zwangsläufig führte mich mein Weg auch am gefüllten Briefkasten vorbei, den ich aufopferungsvoll und umgehend von seiner Last im Inneren befreite.

Der Großteil bestand natürlich wieder aus Werbung. Mit mäßigem Interesse studierte ich wenig später die bunt bedruckten Seiten.

Was mir auffiel:

Werbung ist echt fies!

3 von 4 namhaften Discountern priesen Fitnessutensilien in allen Formen und Farben an. Natürlich könne man auch gleich die passende Klamotte hierfür erstehen.

Wollen die damit sagen, dass ich** fett bin und dringend mal Sport treiben müsste? Jetzt, wo wir doch mit all unseren guten Vorsätzen für 2016 hausieren gehen?

ICH, meine Damen und Herren Verkaufsstrategen, brauch kein schlechtes Gewissen haben, was das Körperliche und die Fitness anbetrifft (auch wenn ich nicht viel dafür tue…viel arbeiten, gesittet essen, …).

Lediglich mein Schweinehund könnte mal solch eine gehörige Einheit (böse Zungen würden „Abreibung“ behaupten) gebrauchen, damit er mich nicht von allen wichtigen, zu erledigenden Dingen abhält. Wenn der mal mit hektischem, nach Sauerstoff gierendem Atmen beschäftigt wäre, könnte ich mich diesen Sachen nämlich widmen (ich schrieb bereits von der Krux mit den to-do-Listen…).

Der „plötzliche“ Fitnesswahn war die eine Sache, die mir akut ins Auge fiel.

Nun wurde eben jenes auch einem Produkt gewahr, welches mir in der Form so noch nicht begegnet ist.

Schüttelsalat.

Wer, bitteschön, möchte einem Kopfsalat in vollster Absicht eine Comotio cerebri zufügen, hä?

Da sich diese Frage so leicht nicht klären ließ, schaute ich mir das Produktfoto genauer an.

Wie, bitteschön, soll der Salat in DIESER engen, becherförmigen Verpackung (sogenannter Shaker) frei herumfliegen können, sollte man das Gebilde denn tatsächlich schütteln wollen.

Vielleicht bin ich dafür zu doof, oder in Wahrheit leben in diesem Shaker nur fünf Blättchen Salat, ein Möhrenraspel, zwei Weißkohlstreifen und sage und schreibe drei Maiskörnchen, die entsprechend mehr Freiraum zur perfekten Durchmischung via Schüttelvorgang hätten. Ich weiß es nicht.

 

In jedem Falle, hat mal wieder jemand über die Werbung geschrieben***. Aufmerksamkeit genug für heute…

 

 

 

 

* Manche (Hobby)Meteorologen kommen auf Ideen. Sagenhaft.

** …und viele andere Leser

***…oder ist darüber hergezogen

 

 


Da war doch noch was… (21.10.2015)

 

 

Ein Tipp vorab: Geht nie hungrig einkaufen!

 

Auf Arbeit hatte es mal wieder länger gedauert und so langsam meldete sich das kleine Hüngerchen, als ich nach Hause fuhr.

Nachdem ich den gesamten Rassel abgeworfen hatte, schnürte ich mein Ränzlein und trat den Marsch gen Supermarkt an.

Dort lachte mich der Blattsalat an. Rein damit in den Einkaufswagen.

Noch breiter grienten mich die Lebkuchen an. Auch die durften mit. Für Weihnachten…

Dann noch dieses und jenes, damit der Abend nicht zur Hunger-…äh….Hängepartie werden würde.

Kurz vorm Joghurtregal fiel mir die Tomate von den Augen. DA WAR DOCH NOCH WAS! Genau, richtig! Ein Päckchen Hackfleisch, dessen Verbrauchsdatum* aufgeregt in meinem Hinterstübchen winkte und darum bettelte, als selbstgemachtes“Chili con carne“ enden zu dürfen und nicht als grauer, verwesender Haufen organischen Materials. Die Schale stand noch daheim in meinem Kühlschrank und musste sich wohl schon fast sträflichst vernachlässigt fühlen. Bereits am Sonntag habe ich das durchgedrehte Fleisch versetzen müssen, weil das eigens gezimmerte Hühnchen in Erdnusssauce doch wieder reichlicher ausgefallen ist, als gedacht.

Mein Blick fiel zurück in meinen Einkaufskorb, der nun 2 oder 3 überflüssige Dinge enthielt, deren Frischegrad durch die sich anbahnende Verzehrsaufschiebung auch nicht besser werden dürfte.

Eine latente Fress“Panik“ machte sich breit. Das kennt ihr vielleicht auch noch von euren Großeltern, die schon aufstöhnen, wie sie das denn bitteschön schaffen sollen, obwohl der Seniorenteller gerade erst einmal platziert worden ist.

Sei es drum. Salat und Co kamen trotzdem mit. Die werde ich schon kleinkriegen. Zusammen mit dem großen Topf Chili……Wenn ihr demnächst einen lauten Knall hören solltet…ich war’s eventuell. Kugelrund gefuttert.

 

 

*Verwechselt das Verbrauchsdatum („Dead-Line“) nicht mit dem MHD („kann noch ’n bisschen“).