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Alles Proktologen? Und was es sonst noch gibt. (28.2.2015)

Alles Proktologen?

Diese Frage stelle ich mir fast täglich auf meinem Arbeitsweg. Oder wie sonst sollte man  das Verhalten mancher Verkehrsteilnehmer deuten können, wenn diese reihenweise im Endrohr des Vordermannes zu verschwinden drohen?

Ich meine, vielleicht verpasse ich ja doch etwas, wenn ich den Sicherheitsabstand einhalte. Wer weiß? Vielleicht mag mich ja jemand aufklären. Der Mensch ist zwar über die Maßen neugierig, aber er muss nicht immer alles erkunden, finde ich.

 

 

Von Irrlichtern, die sich unter Umständen in einem fremden Hinterteil wiederfinden könnten, nun zu Irrlichtern, die quasi Irrschatten heißen müssten, weil es ihnen gänzlich an Belechtung jedweder Couleur fehlt.

Da traf ich nämlich auf einen sportiven Menschen, der sich- trotz gut ausgebautem Radweg (mit Asphaltierung) direkt nebenan- auf der Landstraße aufhalten musste. Schön praktisch in schwarze Kleidung gehüllt (selbstverständlich ohne Reflektionselemente) und ohne eine einzige Funzel am Rennrad.

Gott, lass Hirn regnen! Wenn ich schon auf Lampen verzichte, um aerodynamisch besonders gut durch das laue Lüftchen zu gleiten, dann nutze ich doch wenigsten den (ich wiederhole: gut ausgebauten) Radweg. Solche Typen halten doch auch den Verkehrt unnötig auf, wenn viel Gegenverkehr herrscht und man nicht mal schnell-fix überholen kann.

 

 

Komme ich nun auch noch zu einer dritten Kategorie von Verkehrsteilnehmern, die es besonders eilig zu haben scheint, und einen überland mit weit mehr als 100 (bzw. 105) km/h überholen muss. Zu solchen Exemplaren habe ich schon Beiträge verfasst.

In letzter Zeit fällt mir aber auf, dass vermehrt Familienkutschen mit „Mia-Sophie an Bord“ oder „Kevin Joel fährt mit“ durch die Prärie und 70er-Zonen jagen. Fahren die auch so rasant, wenn die armen Kinder, deren Namen zum allgemeinen Desinteresse der Umwelt auf dem Serviertablett präsentiert werden, tatsächlich „on bord“ sind?

Möglicherweise fahren sie aber auch nur deshalb so schnell, in der Hoffnung, dadurch diesen zutiefst überflüssigen Zierat hinter sich lassen zu können. Pech gehabt! Der Aufkleber bleibt „an Bord“, bis er zur Unkenntlichkeit verwittert abbröselt oder sich ein gnädiges Industriereinigungsmittel findet, das alles rückstandsfrei zu entfernen vermag. Spätestens, wenn Mia-Sophie den ersten Pickel im Gesicht hat, sollte letzterer Anwendung finden. Das Kind wird es danken!

 

 

 

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Abstand halten! (29.1.2015)

 

Boah, wie ich es liebe! Da fährt man nach getaner Arbeit zügig über die Landstraße heimwärts und hält sich dabei aber strikt an die Geschwindigkeitsbegrenzung (100km/h + Toleranz) und trotzdem wird man von manchen Fahrern, die von hinten angerauscht kommen, derart bedrängt, dass man glattweg Angst haben muss. Als ob man sein Auto schieben würde…und selbst in solch einem Fall gilt ein Sicherheitsabstand und irgendwann bietet sich schließlich auch eine Möglichkeit zum Überholen.

Aber hey, ich habe gern einen Tranporter 4 Meter (viel mehr war es nicht!) hinter mir im Nacken…bei 103km/h! Darf’s es vielleicht noch ein bisschen näher dran sein?!!

Ich war schon überlegt nach hinten durchzurufen, was er denn in meinem Kofferraum zu suchen habe.

Inständig hoffte ich auch, dass der am Nummerschild klebende Trollo rechtzeitig bemerken würde, dass ich wegen eines 70-Schildes die Geschwindigkeit drosseln musste. Dieser Wunsch wurde mir erfüllt. Es hätte aber auch anders ausgehen können, weshalb ich nicht erst kurz vor dem Schild abbremste (mache ich sowieso nie, weil das unnötiger Spritverbauch und Bremsenverschleiß wäre…ich sage nur VORAUSSCHAUENDES FAHREN…haben wir Fahrzeugführer alle mal in der Fahrschule gelernt…), sondern reduzierte peu á peu. Ich muss ja nicht bis kurz vor dem Schild hochheizen, nur um dann auf die Klötzer steigen zu müssen….nagut, andere fahren auch gleich durch, ohne die Begrenzung zu beachten…nicht wirklich besser.

Mensch, wie bescheuert sind denn solche unverantwortlichen Schwachköpfe? Kurz vor dem Ortseingang eines Dorfes zog er dann endlich an mir vorbei…und preschte mit weit (!) über 50/55 km/h durch die Ortschaft. Wenigstens war ich ihn los!

 

Da kommt die Debatte um eine Höchstgeschwindigkeit von 80km/h auf (engeren) Landstraßen genau recht, denn solche Beispiele zeigen doch, dass die Umsetzung mehr als fraglich sein wird.

Wer rasen will, dem sind die 80 herzlich egal. Aber sowas von! Im Gegenteil, diejenigen, die sich daran halten, werden womöglich durch Nötigung von Seiten des Hintermannes noch verunsichert und zu Fehlentscheidungen getrieben. Zumal man ja aufgrund von Dränglern automatisch vermehrt bange Blicke in den Rückspiegel werfen muss und vom eigentlichen Geschehen VOR einem abgelenkt wird. Geht mir zumindest so. Ich möchte schon gern wissen, ob ich demnächst (z.B. vor einer engen Kurve) selbst mal bremsen darf, oder ob ich nicht doch besser der Haftreibung zwischen meinen Reifen und dem Asphalt vertrauen sollte. Solch eine Frage dürfte ich mir eigentlich gar nicht stellen müssen! Aber solange derartige Vollpfosten auf unseren Straßen herumgurken dürfen, muss ich wohl immer damit zurechtkommen.

Blitzer und Abstandsmessungen sind zwar unangenehm und an manchen Orten auch nur reine Abzocke, aber diesem Honk hätte ich ein Passbild gegönnt…und Fahrverbot, damit er bei einem Spaziergang zu Fuß und bei frischer Luft wieder zur Besinnung kommen kann. Aber solchen Kandidaten, die mit offensichtlichem VORSATZ (!!) handeln, passiert ja meistens eh nichts. Leider.

 

 


Dezi, Zenti, Milli (16.10.2014)

 

Auf deutschen Autobahnen herrscht Maßarbeit. Eindeutig!
Es ist nur fraglich, ob dieser Zustand sonderlich erstrebenswert ist. Eindeutig nein!

 

Da flutscht schon einmal so gerade eben noch ein Pkw zwischen zu überholendem Lkw und bereits auf der Überholspur befindlichem Bus hindurch, oder da klebt der Brummifahrer bereits fast auf der Ladefläche des Vordermanns, als ob er Kraft seiner Wassersuppe die fremde Ladung auf ordnungsgemäße Sicherung überprüfen wolle.

 

Wundert bei so viel Bedürfnis nach Nähe noch die Häufung von teils schweren Unfällen (auf der A4 zum Beispiel) mit den rollenden Schwergewichten und ihren kleineren Verwandten?

 

Ich behaupte: Leider nein!
Schon gar nicht, wenn man gerade dabei ist, sich am Steuer einen Shake anzumischen (oder was der eine Fahrer auch immer tatsächlich in seinem Cockpit veranstaltet hatte). Aber wozu gibt es Seitenstreifen…da wird man mit seinem rechten Viertel doch wohl mal kurz herüber schwenken dürfen…erst recht kurz vor einer Brücke.
Manche haben Nerven.
Man stelle sich vor, ein Bremsmanöver wäre plötzlich von Nöten, dann noch eine Prise Übermüdung und etwas Unaufmerksamkeit dazu…und schon ist angerichtet, was Leichtsinnigkeit zusammengebraut hat.
Ich glaube, die Suppe wäre reichlich ungenießbar.

 

Auf der anderen Seite stehen viele Berufskraftfahrer unter immensem zeitlichen Druck und verzichten daher offensichtlich hin und wieder lieber darauf, auf einen Rastplatz zu lenken, und erledigen deshalb derlei Betätigungen gleich bei voller Fahrt. Das wird sich so schnell auch nicht ändern.
Zeit ist Geld und für Geld (zumeist Anderer) bezahlen wir unter Umständen einen sehr hohen Preis.

 

Und wenn manche Pkw wie eine akkurate Perlenschnur aufgereiht über die linke Spur heizen, fragt man sich zwangsläufig, ob die Fahrer jemals vom Sicherheitsabstand gehört haben. Man muss ihn ja nicht sinnbildlich bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma genau einhalten (geht auch nicht, weil sich sowieso immer einer genau vor die eigene Nase schiebt…), aber so in etwa ist schon etwas dran an der Empfehlung des „halben Tachos“ außerorts (zu lesen auf netten Hinweisschildern oder als freundliche Auskunft in jeder Fahrschule ums Eck erhältlich).

 

 

So, genug Oberlehrer für heute, aber das musste ich loswerden.
Vielleicht hat der ein oder andere ein Aha-Erlebnis…
Gern geschehen!