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Gammel deluxe (23.02.2016)

 

Endlich durfte ich in meinen heiligen Hallen mal wieder familiären Besuch empfangen.

Ausflüge in der Umgebung wurden schon seit längerer Zeit mit dem Schwesterherz geplant.

Das Wochenende rückte näher.

Und mit ihm das schlechte Wetter.

Punktgenau setzte dann auch schlussendlich der Regen ein, nachdem es unter der Woche relativ erträglich gewesen ist.

Ganz spitzfindige Menschen würden mir jetzt bestimmt irgendwie auch berechtigterweise vorhalten wollen, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gäbe, und dennoch „isst“ das Auge nicht nur beim Essen mit. Es macht einen himmelweiten Unterschied aus, ob bei einer Städtetour die Sonne lacht, oder der stark angefeuchtete Wind um die Häuserecken heult.

Aber: Nur die Harten kommen in den Garten! Wir wagten uns dennoch vor die Tür. Da mochte Petrus die Schatztruhe der meteorologischen Ungeheuerlichkeiten bis zum Grund entleeren, wie er wollte.

Und was soll ich sagen…..im Umkreis weniger Kilometer vor unserem Zielort hörte tatsächlich der Regen auf. Wolken, Wind und Kälte blieben uns zwar hartnäckig an den Fersen, aber wir wollten in diesem Moment nicht päbstlicher als der Pabst erscheinen und übten uns in Genügsamkeit.

Zwei Drittel des Wochenendes (ich zähle den freitäglichen Abend mit hinzu) waren halbwegs glimpflich um die Ecke gebracht worden.

Dann kam der Sonntag…

Ohne Worte.

Es wurde ein „Gammel deluxe“-Tag, der lediglich durch einen ausgedehnten, vom schlechten Gewissen angestifteten Regenspaziergang unterbrochen werden konnte.

Bei solch einem Wetter schickt man ja für gewöhnlich noch nicht einmal seinen besten Feind mit dem Müllsack nach draußen zur Tonne.

Der Vorteil: Wir hatten die Wege und die Stille der Umgebung ganz für uns allein.

Die Verabschiedung erfolgte dennoch herzlich mit den Worten: „Vielen Dank für das schöne Wochenende. Für das Wetter konntest du ja nichts.

Ich arbeite daran! 😉

 

 

 

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Nachdenkenswertes zum Advent (01.12.2015)

 

Bereits seit vergangenem Sonntag wird ganz still und heimelig die Adventszeit begangen.

Stopp mal!„, wird man an dieser Stelle berechtigterweise einwenden. „Was, bitteschön, ist an dieser Weihnachtszeit still und heimelig?

Ganz einfach. Wir sprechen hier von zwei verschiedenen Paar Schuhen.

Die Adventszeit, in der wir uns jetzt gerade bis Heilig Abend befinden, ist im ihr eigentlich angedachten Sinne einer Fastenzeit die stille Zeit der Besinnlichkeit und In-Sich-Gekehrtheit, der Vorbereitung auf die Geburt Jesu.

Vormals bedachte man sie nicht mit überschwänglichen Klängen. In der Alten Kirche durfte weder überbordend getanzt noch gefeiert werden.

Erst ab Heilig Abend wurde die Weihnachtszeit anlässlich Christus Geburt zelebriert. Besinnliche, ruhige Töne wurden final von frohlockendem Gloria und verheißungsvollem Halleluja abgelöst.

Im Laufe der Jahrzehnte änderte sich dieses Bild jedoch entscheidend. Das Laute überlagerte das Stille. Das Langsame wurde vom Gehetzten überrannt, das Reduzierte vom Pomp übertüncht.

 

Und nun glänzt alles gleichsam in güldenem Zuckerguss.

Wie schön nimmt sich dagegen der einsam flackernde Kerzenschein gegen den Nachthimmel aus.