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Abonnement (17.6.2015)

 

Ich weiß nicht, was ich falsch mache, aber anscheinend habe ich den Griff ins Klo gepachtet. Quasi als ein unliebsames, im Kleingedruckten aufgezwungenes Abonnement gebucht. Zumindest, was das Streikgeschehen in Deutschland betrifft.

Möchte ich dienstlich mit dem Zug fahren, streikt die Lokführerschaft. Will ich einen zweiten, privaten Versuch wagen…dito. Möchte ich einen ganz wichtigen Brief aufgeben….streikt die Post.

Ich wage mich schon fast nicht mehr zum Bankautomaten. Nicht, dass wie vor Kurzem im Brandenburgischen die Geldlieferanten zum Arbeitskampf aufrufen.

Was bin ich froh, keine kleinen Kinder im Haushalt zu haben. Der Kindergarten hätte unter Garantie geschlossen.

So wichtig, wie Arbeitsniederlegungen für mehr (nicht überzogene) Gerechtigkeit sein mögen, aber irgendwie haftet es an, als wäre man in ein Hundehäufchen getreten. Ehe die Unannehmlichkeit verflogen ist, kann einige Zeit ins Land verstreichen. Mütter und Väter bangen um ihre Jobs, Kleinkinder vermissen ihre Kameraden, Reisende warten länger als üblich, …

Jedes Ding hat eben mindestens zwei Seiten und manchmal ist es eine zweischneidige Klinge, auf der man da gerade tanzt. Man will solidarisch denken und doch wird auch um die eigene Existenz gebangt (gerade viele Eltern aktuell).

 

Drückt mir die Daumen, das mein Brief rechtzeitig ankommt und meine nächste Zugreise nicht wieder im Klo versenkt wird! Andererseits: Sollte wieder gestreikt werden…dann wisst ihr, dass ich mit der Bahn fahren wollte. Transparenter geht’s nicht mehr, gell? Und das ganz ohne Gesichtsbuch-Exhibitionismus und Ich-sitze-gerade-auf-dem-Örtchen-Gezwitschere!

 

 

 

 

 

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So RICHTIG lange… (04.05.2015)

 

Es geht wieder einmal nichts auf Deutschlands Schienenwegen. Und „diesmal [soll es so] RICHTIG lange“ dauern, um an dieser Stelle die GDL zu zitieren.

7 Tage sind angedacht. Heute Nachmittag soll es losgehen…bzw. eben nicht…Stillstand bis Sonntag. Selbst Gott hat nur 6 Tage in Anspruch genommen, um die Welt zu erschaffen. Die streikende Partei verzichtet hingegen darauf, sich die angerichteten Schäden am 7. Tage gemütlich anzuschauen und geht stattdessen gleich in die Verlängerung. Wenn, dann RICHTIG.

Herr Bob, da hat wohl jemand RICHTIG was an der Schüssel?!

Streiks mögen angebracht sein, meinetwegen. Aber das grenzt schon an Anmaßung, wenn ein Berufszweig die Republik lahmzulegen droht und dies auch im Endeffekt umsetzt.

 

Welcher Chef wartet vergeblich auf seinen pendelnden Angestellten und streicht ihm im Anschluss liebevoll über den Kopf…“Ist doch nicht so schlimm, dass Sie diese Woche nichts zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen haben.

Welche Familie bricht in Jubel aus, wenn der Papi oder die Mami nicht von der Montage heimkommen kann? „Wir haben uns trotzdem lieb.“

Wer verschiebt schon freudestrahlend seine lang ersehnte Urlaubsreise („Diesmal fahren wir mit der Bahn. Da kann man so entspannt aus dem Fenster gucken.„), oder bläst sie gar ab? „Ach die vielen Storno-Kröten für die Unterkunft und das Sparticket haben wir doch übrig gehabt. Da machen wir eben mal kurzentschlossen Urlaub auf Balkonien.“ – „Aber Schatz, wir haben doch gar keinen Balkon…„.

 

Ein Streik funktioniert nur, wenn man auch einen gewissen Druck aufbauen kann. Klar. Aber dieses Bohei geht zu weit. Da hängt ein dermaßen langer Rattenschwanz dran. Es trifft ja nicht nur Menschen im Einzelnen, sondern die gesamte auf Schienen rollende Wirtschaftskraft im Großen.

Die resultierenden wirtschaftlichen Schäden lassen die 0,3% mehr geforderten Euronen und die geschenkte Arbeitsstunde in einem ganz schlechten Licht stehen. Denn: Wenn es eine Woche nicht richtig rollt, dann stehen anderswo malochende Arbeitsnehmer, die diese Lücke im Nachhinein wieder aufarbeiten dürfen!! Denkt da mal einer dran? Oder denkt mal jemand an die Lkw-Fahrer, die sich in Extraschichten wiederfinden und einen Stau nach dem  anderen schlucken dürfen….immer den eigenen Chef im Nacken sitzen habend, der Druck macht?

Die Bahn mag auch in anderen Punkten eine Hinhaltestrategie verfolgen, wogegen sich die GDL wehren möchte. Aber die GDL hat dabei längst den Anschluss an die Realität verloren und verliert sich in nicht mehr in Relation stehenden Maßnahmen, wie ich finde.

Lustig ist auch, dass die GDL in Sachen herumfingern muss, für die es bereits andere Gewerkschaften gibt…welche auch wiederum noch gesondert mit zusätzlichen Streiks aufwarten könnten. Dann wöllten vielleicht theoretisch die einen wieder arbeiten, können aber nicht, weil Personal an anderer Stelle fehlt.

Ganz ehrlich: Dann knippse ich eben mein Zugticket demnächst selbst! Oder ich lasse mir einen Einlassautomaten für Zugtüren patentieren, der jeden Fahrgast auf ein gültiges Dokument hin prüft. Außerdem können Züge in Zukunft sowieso von ganz allein fahren.

So!

 

Die Bevölkerung verliert die Geduld, wenn nicht schon geschehen. Damit tut sich die Gewerkschaft jedenfalls so gar keinen Gefallen und sollte aufpassen, dass das alles nicht mal so richtig derbe auf die eigenen Füße fällt. Das Maß ist entscheidend! Aber so RICHTIG.

 

 

 


Ein Schelm… (6.11.2014)

 

So, ein paar komplexe Straßensperrungen und unfreiwillige Temporeduktionen auf 0 km/h auf der Autobahn später hat die Fahrerei für heute ein Ende gefunden.

Ich mach‘ drei Kreuze dafür, dass ich mich nicht auf die Bahn verlassen habe und mir zudem ein paar liebe Menschen zusätzlich ins Gewissen geredet haben. Oder ich stifte gleich einen ganzen Friedhof! Hat ja letztlich doch alles gut funktioniert. Das kann in diesen Tagen des Streiks leider nicht jeder von sich behaupten.

 

So im Vorbeifahren wurden die Augen aber doch ab und zu mal ein bisschen größer, ob der angezogenen Sprit-Preise. Und im Radio flötete es in regelmäßigen Abständen, dass auch die Fernbusreisen preislich an Umfang zugelegt hätten.

Ob da wohl eine Korrelation zum Bahnstreik besteht?

Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

 

Na dann greift mal alle schön tief in die Taschen der eh schon geprellten Bürgerinnen und Bürger dieser Bahn-Republik. Die Kröte geht doch auch irgendwie noch runter…muss ja.  Der Dank wird euch jedenfalls gewiss sein!