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Ihre Durchlaucht schlägt Wellen (07.05.2016)

 

 

Auf einer neuerlichen, sportlich betrachtet diesmal eher beschaulichen Radtour entlang des Elbe-Havel-Kanals traf ich bei märchenhaftem Wetter auf eine Prinzessin.

Ohne Witz!

Von Weitem staunte ich nicht schlecht darüber, was sich da plötzlich in einigen hundert Metern Entfernung vor mir aufgetan hatte. Allein ihre Rückansicht war schon…nunja….irgendwie besonders. Sehr aufwühlend, würde ich fast behaupten. Man sieht nicht oft, dass ein Hofstaat sein heimisches Wasserspiel à la Reichenbachfälle mit sich zu führen gedenkt. Nicht einmal im Märchen.

Mit wehenden Fahnen durchpflügte sie unbeirrbar die Landschaft, als befände sie sich auf einem Walkürenritt.

Wie es schien, wohl doch mit angezogener Handbremse. Es dauerte nicht lange, da hatte ich sie nämlich, hoch zu Ross auf meinem wackeren Drahtesel hockend, eingeholt.

Wenig prinzessinnenhaft packte Madame, einmal auf Hochtouren gelaufen, richtig an und warf mit ihrem recht kraftvoll daherkommenden Auftritt derart heftige Wellen auf, dass es eine Flunder auf den Rücken hätte legen können. Alle Achtung.

Alsbald trennten sich jedoch unsere Wege. Es tauchen schließlich immer irgendwo Schranken auf, die die Spreu konsequent vom Weizen zu trennen wissen. Man gibt sich nicht mit niederem Volk ab. Oder hat eben schlicht und einfach andere Pfade zu beschreiten. Wie auch immer.

Doch man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben.

Im Halbschatten einer an den Elbwiesen beheimateten, alten Weide lesend, ahnte ich nicht, dass mich die Prinzessin womöglich doch verfolgen könnte.

Wie ein laues Sommerstürmchen rauschte sie heran.

Von ihrer Entourage war jedoch kaum noch etwas zu sehen. Sie war wohl beim Mittagessen, während Durchlaucht neuerlich für einen halben Tsunami sorgte.

Und dann zog sie auch schon vorbei, die Nase kokett in den Wind haltend.

 

Es gibt Phänomene, die erzeugen scheinbar viel mehr Wirbel, als man im Allgemeinen für nötig erachten könnte. Ob einem Fischlein die Runde mit einem Riesenrad gefallen würde?

Ahoi, Prinzessin*, du Sturm im Wasserglas!

 

 

 

 

* Gemeint ist ein Flussschiff mit Schaufelradantrieb im Heck.

 

 

 

 

 

 


Kalter Krieg, oder Sturm im Wasserglas? (21.10.2014)

 

Kalter Krieg. Große Worte nenn‘ ich das, die man mit Bedacht wählen sollte, was aber anscheinend niemanden zu interessieren scheint. Zumal die internationale Beziehung aktuell sowieso mehr als verkrampft und von Misstrauen geprägt ist.

 

Und der neuste Stein des Anstoßes ist ein unbekanntes Schwimmobjekt…kurz USO…das vor der schwedischen Küste gesichtet und auf einem extremst aussagekräftigem Foto für die Nachwelt festgehalten worden war.

 

Ich war‘s nicht, tönt es nun von allen Seiten, fast wie, wenn ein Schwimmer verräterische gelbe Bahnen hinter sich herziehend vehement abstreitet, einen Anteil zum typischen Schwimmbadgeruch beigetragen zu haben. Zum fiesen- weil hin und wieder olfaktorisch eindrucksvoll- und sicher allseits bekannten Whirlpool-Effekt, möchte ich an dieser Stelle schweigen.
Codewort: Fremde Unterwasseraktivitäten.
Ich war’s nicht!
Niemals!

 

Ja, nun, was soll man davon halten? Ein nicht definierbares Gebilde, sonderbare Hilferufe auf Russisch, ein angeblich spionierender Tanker mit Relaisfunktion für Funksprüche unter der Flagge Liberias, schwedische Falschmeldungen, eine abgeschlossene Übungssuche nach einem fiktiv verschollenen U-Boot, niemand fehlt, alle da, und keiner will es gewesen sein?

Lieber Leser, ich hoffe, Sie verstehen an dieser Stelle meine offensichtliche Verwirrung.

 

Die Russen sind’s gewesen! Nein, die Niederländer! Du! Nein, du! Pah! Selber Pah!
Mal so unter uns: Da stinkt doch der Fisch vom Kopfe her!

 

Wo ist eigentlich an dieser Stelle der omnipräsente Amerikaner? Der wird doch wohl nicht an der Fernbedienung seines do-it-yourself gezimmerten Mini-U-Bootes spielen?!
Ja, jetzt reißen wir mal die beziehungstechnisch eh schon abgewirtschaftete, lavede Welt aus ihren Angeln und erfreuen uns an diesem Katz-und-Maus-Spielchen.

 

Ich würde für niemanden die Hand ins Feuer legen. Seien es das provokante, breitspurige Machtgehabe eines gewissen Herrn Putin, die Vergesslichkeit (Wo hab ich nur das U-Boot angeleint?), mangelhafte Rechenkenntnisse (10 waren weg, 9 sind zurück…alle da!) oder eben gemeine Unruhestifter im Hintergrund.
Ich bin gespannt, wie sich dieser Fall auflösen wird…vielleicht ja in etwas weißem Rauch und lauwarmer Luft.
Kobra, übernehmen Sie!

 

 

 

 

 

 

Und im Verborgenen, vor den Stockholmer Schären lacht sich gerade Nessie eins, dass es sich beinahe einnässen muss und dabei um ein Haar verräterisch gelbe Spuren hinterlassen hätte.