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Abfuhr (02.12.2015)

 

Ich möchte ein konkretes Beispiel hierfür ein wenig abstrahieren (Details sind in der Quintessenz nicht sonderlich relevant).

 

Man stelle sich vor, man ginge terminlich vereinbart zu jemandem, bei dem man etwas vor längerer Zeit bestellt hat, nur um dann gesagt zu bekommen: „Leider haben wir es nicht vorrätig. Es gibt (seit Längerem*) Lieferschwierigkeiten.

Zwischendrin stelle man sich für einen kurzen, dennoch erquicklichen Moment meine innerlich heraufbeschworenen Begeisterungsstürme vor.

Hierauf folgten weitere Worte meines Gegenübers: „Wir können Sie aber auf die Liste setzen und Sie anrufen, wenn wir es wieder da haben.

Mein Entzücken ob der kaltschnäuzig vorgetragenen Abfuhr kannte nun keine Grenzen mehr und ich musste mir arg auf die Zunge beißen, um folgende Sätze nicht in derselben undiplomatischen Tonfarbe, in der sie euch hier formuliert erscheinen, wiederzugeben.

UND WARUM rufen Sie mich nicht VOHER an, wenn längst* ersichtlich gewesen ist, dass ich heute unverrichteter Dinge wieder abziehen muss? Offensichtlich sind Sie ja gemäß Ihrer eigenen Worte doch im Besitz eines angeschlossenen Telefons (sollte- nebenbei bemerkt- in diesem Falle auch eine Selbstverständlichkeit sein).

Auch wenn ich gerade Urlaub mache: Habe ich etwa die Zeit gestohlen?! Pardon, Madame, davon wüsste ich.

 

Es gibt Tage, da frage ich mich, wer mich hier gerade an der Nase herumführen möchte. Ich setze meine Gebeine gerne an die frische Luft, aber dann doch selbstbestimmt und nicht terminisiert. Erst recht nicht für eine fragwürdige Abfuhr. Was ist, wenn daran unnötige Ausgaben oder Einschränkungen verknüpft wären? Wiegt ein Akt von vielleicht 20 Sekunden (vorheriger Anruf bei mir) die möglicherweise entstehenden Unannehmlichkeiten in einem weitaus größer ausfallenden Zeitraum auf? Schert sich darum überhaupt jemand? Offensichtlich nicht.

Darüber kann ich nur mein Haupt schütteln.

 

 

 

* Ich habe diese Problematik nachträglich im Internet recherchiert. Muss man jetzt jedem, von dem man etwas möchte, im Vornherein hinterherputzen. Wo bleibt denn da die eigentlich zu erbringende Eigenleistung des anderen?

 

 

 


„Spaß im Glas“ Teil I (15.09.2015)

 

Heute rief eine von mir hoch geschätzte Kollegin bei uns im Büro in der Außenstelle an (die andere Kollegin war bereits zur Ablöse da). Dienstbeflissentlich nahm ich das Gespräch natürlich noch entgegen, obwohl….:

 

Ich (halb im Gehen):

Ja, was gibt’s?

Kollegin im scherzhaft bösen „Mutti-Ton“:

*kurze Stille* „Warum bist du eigentlich immernoch auf Arbeit?!!“

Ich:

Ähm…also…ich war eigentlich gerade auf dem Sprung. Ehrlich. Und dann klingelte das Telefon…

Kollegin:

Ab, nach Hause! F-E-I-E-R-A-B-E-N-D!!!

 

Ok, nach Hause prügeln lassen muss ich mich natürlich nicht und ein Feldbett am Arbeitsplatz existiert auch noch nicht. Warum mich aber meine Kollegin so drängte, nach Hause zu fahren, ist derselbe Grund, der jedem Personaler die Schweißperlen auf die Stirn treiben würde: Massenhaft Überstunden. Und keine Ahnung, wann diese abgebummelt werden sollen.

Aber leider kann ich bei meiner Arbeit nicht einfach zur Stundenglocke den Computer ausknippsen (oder womit ich sonst gerade beschäftigt bin). Da will dieses Problem(chen) noch geschaukelt, oder jene Personalangelegenheit kurz vor Dienstschluss geklärt werden. Ich würde ja gern pünktlich den Heimweg antreten wollen…geht aber nicht so leicht.

Ich empfinde es zudem als zutiefst unbefriedigend, wenn ich weiß, dass etwas, das oftmals keinen großartigen Aufschub duldet, noch am nächsten Tag auf meine Ankunft lauert. Zumeist kommt sowieso immer wieder noch etwas oben drauf…zumeist nichts Gutes.

 

Mit diesem kleinen, liebgemeinten verbalen Schubser quer durch die Telefonleitung begab ich mich dann doch gen trautes Heim. Feierabend!

 

 


Potzblitz! (24.05.2015)

 

Achtung, nicht erschrecken, ich bin es mal wieder… (-;

 

Ja, also manchmal kommt es echt blöd:

Erst Unwetter, dann alles stockduster, Internet tot, Telefon tot, die Bahn streikt(e), Internet wäre an dieser Stelle ganz hilfreich gewesen, Internet bleibt trotzdem tot.

Und wisst ihr was? Manchmal sind vergessene Festnetzvertragskündigungsfristen (steht das so im Duden?!) gar nicht so schlecht.

Aber zunächst von Anfang an, denn was gibt es Schöneres, als kurz nach Mitternacht von Arbeit nach Hause zu kommen, ersteinmal durch die Dunkelheit zu tappen, bis man die Taschenlampe gefunden hat, um dann illuminiert von der Stableuchte zwischen den Zähnen die Sicherung wieder reinzudrehen. Der Realität letzter Schluss war dann die Feststellung, dass es den Rooter und die Telefonbasis zerlegt hatte. Tot. Aber sowas von. Plötzlich verwaist hatte das Handgerät des Telefons noch stundenlang nach seinem Signalgeber gesucht, bis es schließlich vor lauter Suchen der Erschöpfung erlag.

Und nun?

Ach, wie gut, dass es sich irgendwie doch gelohnt hatte, die rechtzeitige Kündigung des alten Vertrages verschwitzt zu haben. Nun war ich doch noch in der Lage, zu halbwegs humanen Preisen einer Festnetzflatrate alle telefonischen Erledigungen via Zweittelefon zu tätigen, ohne die Euronen meines Prepaidhandys in Rauch aufgehen sehen zu müssen.

Irgendwo hat Negatives also doch eine Daseinberechtigung, wie mir scheint.

Nun bin ich gespannt, ob auch die Hausleitung Schaden genommen hat. Ich hoffe nicht!

 

Ich kann euch nur folgendes sagen:

1) Legt euch immer eine Taschenlampe bereit, damit ihr nicht erst den halben Hausstand in tiefster Finsternis auf den Kopf stellen müsst.

2) Vergesst rechtzeitige Vertragskündigungen….man weiß ja nie, wozu sie noch nützlich sein könnten.

3) Es hätte noch schlimmer ausgehen können (auch wenn momentan die Freisprechschließanlage jedes Mal bei mir mitklingelt, wenn anderswo eine Anett oder Sabine angefordert wird…).

Und 4) Schöne Pfingsten!