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zu: Metamorphose

 

Weil Marinsche mir unterschwellig nahegelegt hat (War das schon die berühmte Pistole auf der Brust? 😉 ), dass man, wenn man A sagt, auch B sagen müsse:

Zwei Gedankenansätze zu: Metamorphose.

Kann man sich durchlesen, muss man aber nicht. Bei allen Interessierten bedanke ich mich vorab für die aufgewandte Lebenszeit.

 

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Ja, wo ist denn das Summsebienchen? (06.09.2016)

 

 

Ich stand in der Küche und putzte Pfirsische, die mir eine Kollegin aus ihrem Gärtchen mitgebracht hatte, bevor diese sie noch ganz erschlagen würden oder der Baum mit all seinen fein duftenden Lasten im Erdboden versinken musste.

Dabei vernahm ich ein Geräusch, das ganz nach Puck* tönte, den man irgendwo angekettet haben musste und der zum Zwecke des Entkommens auf höchster Drehzahl lief. Die Messnadel musste wohl den roten Bereich schon nach irgendwohin, vermutlich gen Umlaufbahn des Saturns, verlassen haben.

Zeitweise ging es in ein seltsam fiebsiges Geräusch über, sodass ich mich etwas besorgt nach der Quelle umsah bzw. umhörte. Nicht, dass der Kühlschrank die Hufe hochreißen wollte.

Ich lauschte hier und dort und hielt über einer Schachtel mit Weintrauben inne. Dort war das wilde Summen am deutlichsten zu vernehmen. Gut, der Kühlschank war noch heile. Glück gehabt.

Nun begab ich mich auf Grabungsarbeiten im Obstbehältnis.

Doch da war nichts.

Bis auf das Summen, das noch immer nicht verstummt war.

Es lag noch eine einzige, etwas angedrückte Traube in der Schachtel, welche ich auch noch umgehend evakuierte.

Und darunter….hockte ein etwas malträtierter Puck. Was ihn am Wegflug hinderte**, war der Umstand, dass ein Teil seines Körpers mit dem Plastikboden eine sicher ungewollte, dennoch recht innigliche Verbindung eingegangen war.

Schnell erkannte ich diese für jegliches Leben als unzuträglich einzuschätzende Lage und beschloss, Puck– eine dicke Fruchtfliege- in den Weintraubenhimmel zu katapultieren. Mit der Traube, welche ihm bereits das Hinterteil unwiederbringlich zerschmettert haben musste, erledigte ich gewissenhaft den Rest. Ich bin sicher, dass der Tod für ihn einen süßen Beigeschmack hatte. Wenigstens etwas.

Ja, nun. Jetzt war wieder Stille eingekehrt.

Die Moral von der Geschicht‘?

Zu viel Naschen tut gut dir nicht!

Und sonst? Nimm nur so viel wie du auch tragen kannst!

 

 

* die Stubenfliege

** Zartbesaitete sollten jetzt besser Mund, Ohren und Augen schließen.

 


I’m a murderer! (11.03.2016)

 

Werte Leserschaft, bevor ich fortfahre, bitte ich um Folgendes: Schickt mir die Schergen bitte erst zum Sturm Klingeln an die Wohnungstür, wenn ihr zu Ende gelesen habt…

 

 

Bereits in der Früh, oder sollte ich besser schreiben immernoch, belagerte mich mein Besuch. Eingeladen hatte ich diesen ursprünglich nicht, es ergab sich wohl einfach so. Auf irgendeine wundersame Weise kam schließlich auch Maria zu ihrem Kinde…und ICH zu meinem Gast.

So früh am Morgen schenkte ich ihr noch nicht sehr viel meiner Aufmerksamkeit.

Ich möchte hier nicht irgendwie unhöflich erscheinen, aber direkt nach dem Aufstehen sehe ich es als allgemein vertretbar an, wenigstens eine halbe Stunde ungeteilte Ruhe ganz für mich allein zu reklamieren.

Ich ließ sie also machen, schaltete die Kaffeemaschine an und verschwand im Bad.

 

Fragt mich bitte nicht, was sie derweil im Nebenraum trieb. Womöglich kotze sie wieder an irgendeine Fensterscheibe oder rieb sich auffällig die behaarten Beine.

Als ich die Küche wieder betrat, war von ihr nichts zu sehen. Hatte sie sich ins Schlafzimmer zurückgezogen oder flätzte sie gerade auf der Couch herum?

Mir war es gleich. Ihr Dasein in meinen Vier Wänden war sowieso als begrenzt anzusehen. Dies hatte ich unlängst entschieden. Einstimmig. Ihre Meinung, die gewiss eine ganz andere wäre- wer lässt sich schon aus dem Paradies vertreiben- interessierte mich nicht die Bohne. Das Leben ist eines der härtesten, Schätzchen…

Unbemerkt- anders kann ich es mir nicht erklären- muss sie sich irgendwann von hinten angeschlichen haben. Details zu den folgenden, hier nicht weiter aufgeführten Geschehnissen, werte Leserschaft, bitte ich beim Kollegen Mr. Hyde zu erfragen*, da sie sich bis einschließlich jetzt gänzlich meiner Kenntnis zu entziehen verstehen.

In jedem Falle kann ich festhalten, dass unserer Aufeinandertreffen bei ihr ganz augenscheinlich einen überaus bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Nein! Ich kann mit Fug und Recht sogar hier an dieser Stelle ganz unverhohlen behaupten, dass ich sie in diesem Moment regelrecht geplättet zurückließ.

Zu bedenken möchte ich geben, dass es sich hierbei noch nicht einmal um sonderlich geplante Taktierei meinerseits gehandelt hatte- man erinnere sich an meine Entscheidung, sie persönlich vor das imaginäre goldene Tor meines Palastes zu setzen- geschweige denn um eine Handlung aus der vollsten Absicht heraus.

Strategische Schlachtpläne liegen mir in derlei Angelegenheiten eher fern. Man sollte schließlich stets das mildeste Mittel zuerst anwenden und nicht gleich mit der Keule ums Eck spaziert kommen.

Jedenfalls- ich möchte ungern weiter um den heißen Brei herum reden- muss ich gestehen, dass es wohl oder übel zum Äußersten gekommen ist. Da lag sie plötzlich darnieder auf den kalten Fließen, ohne noch einen Mucks zu tun.

Mea culpa! So endgültig war das defintiv nicht geplant gewesen. Ändern konnte ich es aber leider nicht mehr. Das Leben ist eines der härtesten….wie ich bereits schon schrieb.

Höflich wie ich bin, führte ich ihren Leib einer Erdbestattung- sagen wir mal einer Abart von „Erde“- zu.** So viel Zeit muss sein , finde ich!

Und dann: Deckel drauf auf die Sache.

Aus Zeit- und Kostengründen, und um den Aspekt meiner eigenen Zurechnungsfähigkeit zu wahren, verzichtete ich auf das Engagement einer dreiköpfigen Trauerkapelle und wischte lediglich die kleinteilig versprengten Überreste von den Kacheln am Boden.

 

Als wäre nichts geschehen, zog ich die Tür hinter mir zu, blickte mich nicht unauffällig nach Zeugen um und fuhr seelenruhig auf Arbeit.

Von hinten auf der Rückbank meines Autos hörte ich Mr. Hyde kichern:

Du hast die Fliege voll plattgelatscht, du Trampeltier!

Ich?!!

 

 

 

* Telefonisch erreichbar: Täglich….von Zwölf bis Mittag.

** Wer im Übrigen nähere Informationen zum Thema „Unkomplizierte Beseitigung von Leichen“ haben möchte, darf sich gern melden*.

 

 


Gelauscht Teil I (08.03.2016)

 

Es gibt doch immer wieder diese herzerfrischenden Momente, die gerade deshalb so herzerfrischend sind, weil sie gänzlich unerwartet vorbeigeschneit kommen.

Ich saß in einem Zug (ja, es war die Rückfahrt), las in einem Schmöker (diesmal kein Fachblatt) und hörte bereits nach 10 Minuten das ungeduldige Kind in mir quängeln: „Wann sind wir endlich daaaahaaaaa?!

Kurze Zeit später schob schon der Schaffner seine Uniform durchs Abteil und stellte die unvermeidliche Frage. Diesmal ließ ich mich nicht von schräg hinten übertölpern…

Als wir unseren gemeinsamen Nenner- das Ticket- abgeklärt hatten, zog die Karawane weiter und strandete bei einem älteren Herren. Vorbildlich zückte auch er seinen Fahrausweis und begann eine unverbindliche Unterhaltung mit dem Schaffner, welche mit folgendem, gut gemeinten Hinweis beendet wurde:

 

Er, also der Bahnmitarbeiter, solle doch- sinngemäß- nicht mehr so dolle ranklotzen, schließlich müsse er auch an seine eigene Rente denken.

(Dabei konnte man das lebhafte Glitzern in den Augen des Herren erahnen, ohne direkt neben ihm sitzen zu müssen. Von Ironie- das möchte ich einschieben- war er mindestens so weit entfernt wie Weihnachten von Ostern. Das wir uns richtig verstehen.)

 

Da ist was dran!, dachte ich mir.

Ich habe schon oft daran gedacht, wie es wäre, wenn man bis 67* ackert und prompt am letzten Arbeitstag noch während der Abschiedsfeier das Zeitliche segnen würde.

Hätte man da noch ausreichend Zeit, sich gehörig ärgern zu können? Ich hoffe nicht, schließlich wäre das so schon harter Tobak, den man sich nicht auch noch über Minuten hinweg auf Spar(lebens)flamme ernsthaft vor Augen führen müssen sollte.

In jedem Fall freut es den Staat oder das berufliche Versorgungswerk. Was gibt es Schöneres als zahlende Kundschaft, die nicht einen einzigen abgestandenen Tropfen Wasser aus der Leitung zu sich genommen hat. Anteilige Hinterbliebenenrente hin oder her.

Für einen selbst wäre es…nunja…gelinde gesagt reichlich blöd.

Auf der anderen Seite wäre es jedoch recht kontraproduktiv für die Gemeinschaft, wenn sich jeder dieser wohlgemeinten Worte annehmen und sagen wir mal ab 55 alle Fünfe gerade sein lassen würde.

Entscheidend ist, dass man seine volle Leistung auch bis zum Schluss erbringt, sich dabei aber nicht bis zum letzten Blutstropfen aussaugen lässt. Die einen können das ganz formidabel umsetzen, die anderen müssen das noch lernen. Jeder steht nicht nur für seinen Arbeitsgeber und die Gemeinschaft, sondern auch und insbesondere für sich selbst in der Verantwortung.

Das wurde mir bei den Worten des älteren Herren wieder einmal bewusst. Mein eigener Renteneintritt steht zwar noch eine ganze lange Weile an, aber es ist nicht verkehrt, bereits im Vorfeld ein paar Gedanken darüber „verschwendet“ zu haben.

 

Eines steht aber fest: Sollten die Hinternplattsitzer in irgendwelchen politischen Entscheidungsgremien noch weiter an der Aufwärts-Stellschraube zum zukünftigen Renteneintritt herumspielen, wird dem Arbeitnehmer irgendwann unweigerlich der Saft ausgehen, ob er will oder nicht. DANN wäre ich dafür, dass Unternehmen bzw. Arbeitgeber sich nicht allein Gedanken über betriebsinterne Kintertagesstätten machen sollten, sondern vielmehr über angeschlossene Seniorenstifte oder geriatrische Versorgungseinrichtungen nachdenken müssten, damit der dienstbeflissentliche Arbeitnehmer auch noch mit seinem letzten Atemzug zur Produktivität beitragen kann.

Wir werden zwar älter, betrachtet man die letzten Jahrzehnte, doch irgendwann ist auch hier eine bestimmte Schmerzgrenze überschritten. Was habe ich noch von meiner Altersruhe, wenn ich mit 90 Jahren gnädigerweise aus dem Arbeitsleben scheiden darf? Für die Weltreise mit dem Ozeandampfer könnte das schon eng werden. Bungee-Jumping wäre auch nicht mehr so ohne Weiteres möglich. Allein den ganzen Tag im Ohrensessel versunken möchte ich nicht auf den letzten Tag hinfiebern müssen.

Ich bin sehr gespannt, was sich da noch tut. Man muss auf jeden Fall bedenken, dass nicht jeder besonders reichlich mit Jungbrunnen-Genen ausgestattet ist und noch mit Einhundert durch die Botanik hüpft wie ein junges Ferlchen.

 

 

Bevor ich noch weiter ausschweife….“sage“ ich schnell: Bis demnächst!

Wohlwollend.

S.

 

 

* vorläufiger Stand (es kann nur besser werden…)

 

 


Horizontenblick (06.10.2015)

 

Vielleicht spenden diese Zeilen einer Mitleserin Kraft…

 

 

Bald. Ganz bald. (06.10.2015)

>>Buch des Lebens<<

 

Der Herbst wirft seine grauen Schatten;

dein Blick schweift hinter Nebelschwaden

vor mahlenden Gedankenströmen.

 

Bist ganz bei dir im Blätterwald.

Seiten, gleich wie Falter- ahnungslos vom Licht gelockt-

schwirrend, raschelnd sich entfalten.

 

Schließ ruhig deine Augenlider,

verfolge still in dir die Bilder

stumm erzählter Reflexionen.

 

Wanderer, nun stehst du hier-

zu Füßen liegt Vergangenes-

auf deinem Weg der Antwortsuche.

 

Begreife, es kann sich nichts wenden,

verschwende nicht den kostbar‘ Atem!

Der Anstieg ist noch weit und steil.

 

Spür den Odem ringsherum:

Welch eingehauchtes, zartes Nichts.

Zu Kräften wird es dir gereichen!

 

Wischst den Silberstrom hinweg,

der aus dem Augenwinkel drang.

Lässt seine düstre Quell‘ versiegen.

 

Sicher bald. Ganz bald.

 

 

 

Die Autorenschaft.

 

 

 

(Verzeiht mangelnden Reim und je nach gusto andersartig geartetes Rhythmusgefühl. Gedanken wollen fließen und nicht in Ketten gebunden sein.)