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Unverständnis (20.12.2016)

 

Was soll man dazu noch sagen oder schreiben?

Da geht man kaputt vom Tag früher ins Bett und dann erfährt man am nächsten Tag, dass unterdessen einige Kilometer weiter für viele nichts Böses ahnende Menschen auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin das Leben für beendet erklärt worden ist. Von den unzähligen Verletzten und allen Angehörigen oder Freunden ganz zu schweigen, die nun mit diesem Erlebnis weiterleben müssen. Auch der polnische LKW-Fahrer hatte keine Wahl.

Von jetzt auf gleich. Einfach so. Ohne Chance, sich erwehren oder das Unheil abwenden zu können.

Diese Tat besitzt keine menschlichen Züge. Sie trägt die hässliche Fratze von Wahn und purer Abartigkeit. Wahrscheinlich möchte man die niederen Beweggründe des Täters, so man ihn denn dingfest machen kann, überhaupt nicht wissen.

Es ist auch relativ egal, ob es kurz vor Weihnachten, oder an einem beliebigen anderen Tag im Jahr passiert.

Sinnlos bleibt sinnlos und es ist mit nichts zu entschuldigen oder zu erklären. Mit welcher Berechtigung darf ein Mensch so brutal über Leben und Sterben anderer entscheiden?

Das alles macht nur noch sprachlos.

Für einen angemessenen, anteilnehmenden Trost fehlen die richtigen Worte.

 

Sehr nachdenklich. S[Punkt]

 

 

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Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ODER: High Noon am Glühweinstand (04.12.2016)

 

Weihnachtliches Liedgut umspielt sacht die verwinkelten Gassen aus unzähligen Ständen und bunten Büdchen. Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?

Ein Lichtermeer aus abertausenden, heimelig funkelnden Lämpchen empfängt den Besucher, hüllt ihn ein in eine gülden schimmernde Aura.

Von weit oben her grüßt die stattliche, in ein Kleid aus unzähligen Sternenfunkeln gehüllte Rotfichte herab.

Der Duft von Bratwurst, Anisbonbons, süßen Lebkuchen und Kräppelchen kitzelt verlockend die Nase. Er macht uns schläfrig, satt, zufrieden und lässt uns in trügerischer Sicherheit umherwandeln.

Liebe Kindlein, gebt fein Acht!

Denn rings um uns herum lauert die Gefahr. Die nahenden Schwaden von heißem Glühwein sollten uns eine frühe Warnung sein, würden wir nicht unbeirrt und allzu gutgläubig, unbedacht Schritt um Schritt setzend, weiter darauf zu steuern.

Schon prasseln die ersten Kalorienbomben auf unsere Leiber hernieder, ein böser, gar wenig heiliger  Spiritus hält unsere Sinne gefangen, und ehe wir es uns  versehen, wird schon das schwache Fleisch gelockt, um es freundlicher- aber genauso auch gnadenloserweise von seinen monetären Lasten zu befreien (Taschendiebe inkludiert).

Gib also Acht, mutiges, schiebende und zerrende Massen teilendes Menschlein, spitze die Ellbogen und stähle deine breiten Schultern!

Es herrscht wieder Krieg! Am Glühweinstand.

Oh, du fröhliche, oh du besinnungslose….!

 

 

 


>>Peng<< (10.12.2015)

 

Aktuell scheinen einige Mitbürger den baldigen Jahreswechsel nicht abwarten zu können und zünden schon mal kräftig ein paar Knallkörper.

Doch um dieses vorzeitige Geböller soll es hier nicht gehen, auch wenn es die Überschrift vermuten lassen könnte. Genauso wenig bin ich in einen scharfen Polizeieinsatz geraten.

Die Ursache der oben benannten Lautmalerei ist eine eher kleine, recht unscheinbare Erscheinung: Ein Pinienzapfen.

Eines dieser Exemplare gönnte ich mir unlängst beim Besuch des Striezelmarktes in meiner Heimatstadt. Wieder in (neu)heimischen Gefielden angelangt, wurde das formvollendete Teil gleich auf der Heizung drapiert. Schon am nächsten Tag krachte es und knackte es munter vor sich hin.

Leider geschieht dies ohne Vorankündigung. >>Peng<< >>Knack<< >>Splitter<<

Nichtsdestotrotz (oder gerade deshalb…spart schließlich das vor sich hin knackende Kaminfeuer) hat sich die Anschaffung gelohnt, schließlich könnte ich seit heute die Pinienkern-Ernte einleuten. Spannender Weise sind diese kleinen, länglichen Kerne sogar noch einmal in einer sturz- und überrollfesten Schale verpackt. Da hat sich Mutter Natur richtig doll Mühe beim Verpacken ihres Nachwuchses gegeben.

Wenn sich der Zapfen vollständig entblättert hat (FSK 18, Kinders!), geht es ans geduldige Pulen und an die konsequente Befreiung der vollaromatischen Kerlchen. Geröstet schmecken sie am besten.