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Gute Vorsätze… (16.10.2017)

 

 

 

…ähm…bisschen früh dafür, schon klar. Das hat auch nichts mit dem frühen Vogel und so zu tun, weshalb es mich zu dieser Überschrift verleitete. Vielmehr ist es das mich plagende schlechte Gewissen, das mich dazu trieb, jene Worte zu wählen, aus welchen es- mehr oder minder- vor Selbstzerfleischung triefen sollte. So der Plan.

Mehr oder minder. Erfolgreich.

Lieber/s Blog, es tut mir leid, dass ich dich und all die treuen Leser so sträflichst vernachlässige. Schon wieder. Oder immer noch. Ich weiß es nicht mehr.

Eigentlich wollte ich euch an meinen letzten Urlaubserlebnissen teilhaben lassen. Einfach, weil es mir so teilenswert erscheint, was ich sehen durfte. Ganz ohne starglanzallüreske, Leserscharen anlockende Spotlight-Kriecherei…es geht ja schließlich nicht um mich, sondern um das Drumherum. Ausschließlich.

Tja, zumindest zur Vorankündigung hatte es schon mal gereicht. Mea Culpa. Aber ich bleibe dran.

Dieses Wochenende (inkl. Freitag und Montag…also heute) war ich nämlich auch schon wieder durch die Landen gereist. Dienstlich. Nach München. Habe mich fachlich auffrisieren lassen bzw. die Grundlagen dazu geschaffen.

Da blieb leider wieder keine Zeit für die Kür, also freizeitmäßige Schreibarbeiten.

Noch nicht mal für die Liebe. Ihr glaubt nicht, wie weh das tut. Okay, okay, es trainiert mich einigermaßen in den Wahlpflichtfächern Geduld und Verzichtübung…Ich will aber… )-: Nix da! Wenn dein Leben zwingend auf einem Ponyhof stattfinden soll, dann hättest du ein Pony werden müssen. Pech. Hör auf zu heulen. Aber… Sitz! Platz! AUS! Bin ja schon still…

Pah. Dieser chronische Zeitmangel kann mich mal! Ich bleibe dran. In jeglicher Hinsicht. Dieses Mal wirklich!

*PIEP PIEP PIEP

Sack Zement! Wer stört?

*PIEP PIEP PIEP

Ich KANN dich NICHT HÖREN, du doofe, gerade fertig gewordene Waschmaschine, die mir mit ihrem penetranten Piepsen bestimmt und unfreundlich mahnen soll, jetzt noch die Wäsche aufzuhängen, bevor sie total zerknittert und dabei auch noch  auf das erfolgreichste die In-Strict-Confidence-Playlist-geschwängerte Luft um mich herum zerreißt, in welcher ich gerade Körper und Seele entspannt zurücklehnen wollte!

*PIEP PIEP PIEP!!!

Jahaaaa, ich komm ja schon…

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Der etwas andere Snack- Norwegen im Schnelldurchlauf IV (05.08.2016)

 

 

Heute mal etwas Passendes zur gleich anstehenden Primetime:

 

Naschwerk:

 

Welcher Mensch ist nicht schon mindestens einmal dem eigenen schwachen Fleische erlegen und maß bequem dahingefläzt*- dabei genüsslich Chips mümmelnd- die Länge des Sofas aus der waagerechten Position heraus aus?!

Wer sich nun ertappt fühlt, braucht jetzt nicht gleich schameserrötet und mit überlaut knisterndem Geraschel das Corpus delicti hinter der Rückansicht verbergen. Ich habe es eh schon gesehen! Gebt euch keine Mühe.

Aber vielleicht möchtet ihr ja auf einen etwas anderen Snack umsteigen? Der ist sicher gesünder, enthält wichtige Fettsäuren  und euren Salzhaushalt habt ihr nach einer Hand voll noch nicht einmal ansatzweise überstrapaziert. Und was für die alten Seefahrer gut gewesen ist, kann für euch nicht schädlich sein.

Klingt verheißungsvoll, nicht wahr?

Nun…lasst es mich jedoch ehrlicherweise so ausdrücken:

Solltet ihr euch nicht am Duft von Trimethylaminen stören, eine Komponente des berühmt-berüchtigten Fischgeruches, dann hätte ich da einen exklusiven Geheimtipp, an dem ihr unter Garantie etwas länger zu kauen haben werdet. Wie schnell verschwindet denn eine handelsübliche Chipstüte! Kaum geöffnet, ist sie auch schon wieder bis auf das letzte Krümelchen geleert. Das kann euch bei diesem Snack nicht passieren.

Ein Mitreisender hatte den Selbstversuch gewagt- er erfreute sich übrigens bezüglich dieses Belanges auch einige Zeit später noch bester Gesundheit- und sein Erfahrungsbericht endete dahingehend, dass die Kostprobe von ihm geschätzte 20 Minuten lang im Mund verblieben ist, um sie ständig kauender- und einspeichelnderweise doch noch gen Magen befördert zu bekommen.

Es handelte sich um Stockfisch, ein typisches Produkt von den Lofoten, wo das Klima derart passend ist, dass die Konservierung von Fisch (insbesondere Dorsch) alleinig durch die Trocknung erfolgen kann. Man entfernt lediglich den Kopf und kehrt das Innerste (des Meeresbewohners natürlich!) nach außen. Danach ist der Fisch hart wie ein Brett. Im Gegensatz dazu gibt es noch den Klippfisch, der jedoch eröffnet und zum Zwecke der Entwässerung einer Salzung unterzogen wird, bevor an die frische Luft gehängt wird.

Früher stand in den Küchen der Holzhütten ein dicker Hackklotz, auf dem das getrocknete Produkt brachial zerteilt wurde. Exemplare dieser grauen Vorzeit kann man jetzt noch in diversen Freilichtmuseen in Augenschein nehmen. Dazumal wurde der Fisch auch eher nicht als profaner Snack verzehrt, sondern war Hauptbestandteil der Mahlzeiten. Man weichte ihn über längere Zeit ein- z.B. in Wasser oder auch Milch- und kochte ihn ganz normal, sobald er seine weitestgehend ursprüngliche Konsistenz wiedererlangt hatte.

Norwegen exportierte den Stockfisch in großen Mengen und auch heute noch schätzt man ihn gerade in Portugal und Spanien bzw. allgemein in der Mittelmeerregion. Bacalhau ist eines der Nationalgerichte Portugals schlechthin und es gibt davon wahrscheinlich mindestens genauso viele Rezepte wie das Jahr Tage hat.

In Norwegen und Island isst man den Trockenfisch aber auch gern roh, als Snack oder Zwischenmahlzeit.

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Vielleicht hat der ein oder andere nun Blut geleckt. Ich könnte es aber genauso gut verstehen, solltet ihr bei Chips und Erdnussflips bleiben wollen. Den Odeur, der mir an einem solchen Stockfischstand entgegengeschwebt war, kann man schon als etwas speziell bezeichnen. Aber womöglich verhält es sich wie mit einem ollen Stinkekäse: Viele der besonders geruchsintensiven Kandidaten stinken mehr, als dass sie letztlich danach schmecken.

 

Also denn: Håper det smake!

 

 

P.S.: Alternativ hätte ich auch noch Folgendes für die Süßmäuler unter uns:

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Knäckäpplen vom Trondheimer Historisk Marked (Olavsfestdagene). Echte Plombenzieher!

 

 

 

* Oh wie liebe ich den Duden, der dieses Wort folgendermaßen umschreibt: In nachlässiger Haltung halb sitzend. Da erscheint der Vorgang des sich der vollkommenen Faulheit Ergebens gleich viel weniger schlimm.

 

 


Kein Halbwissen (04.03.2016)

 

Das Schlimmste, was einem neben ein paar anderen Katastrophen widerfahren kann, ist der Kampf mit dem gefährlichen Halbwissen- sei es das eigene oder das anderer Menschen.

 

Da ist schon einiges als Bauchlandung im Fettnapf gelandet, färbten sich Wangen peingetrieben glühend rot oder wurde der Lauf der Geschichte umgeschrieben.

Wie gut, dass es Vollprofis gibt, die uns erklären, wie man unfallfrei das feline Fellknäuel durchkraulen kann. Ich habe mich köstlich amüsiert! Leider darf ich keinen Stubentiger mein Eigen nennen (wenn man das bei Katzen überhaupt so bezeichnen darf…), weshalb mir die testweise Umsetzung in die häusliche Praxis nicht vergönnt ist. Dann kann ich mich wohl vorerst nur auf fremde Exemplare stürzen und die bildliche Anleitung validieren.

Was ich auch gelernt habe: Das bekannte schweizerische Schokoladenbergmassiv in Dreieckform  wurde von einem Herrn Tobler erfunden. Dieser simple Zusammenhang zwischen Erschaffer und Namensgebung dieser markanten Schokoladenformation war mir so nicht bewusst gewesen.

Mein bester Dank für die aufklärerische wie auch amüsante Wissensvermittlung geht hiermit an Vollwissen! Herzlich willkommen!

 

 


Biologie-Nachhilfe

 

Heute- an meinem freien Tag- habe ich mir während des Frühstücks erlaubt, die Glotze anzuwerfen und mir eine Backsendung des SWR anzuschauen.

Soweit so gut. Die Berliner/Pfannkuchen und Quarkkrapfen sahen wirklich appetitlich aus. Inhaltlich hätte ich mir aber stellenweise doch lieber, wie sonst auch am Morgen, MDR Figaro (=Kulturfunk) im Radio anhören sollen.

 

Da meinte doch der Bäcker wiederholt, dass Hefen Bakterien seien. Er sprach sogar von Hefebakterien.

Gnade! Dummheit, oh Dummheit, dein Name ist Pseudowissen!

 

Ich möchte an dieser Stelle auch einhaken und ein bisschen beim Urschleim anfangen, den eigentlich jeder während seiner Schulzeit genossen haben sollte.

Es gibt Eukaryoten und Prokaryoten. Über deren genauen Eigenschaften und für die Differenzierung wesentlichen Unterschiede möchte ich nicht weiter dozieren. Das kann man aber gern nachlesen.

So, und Bakterien zählen eindeutig zu den Prokaryoten. Die Bäckerhefe jedoch ordnet man wegen des vorhandenen Zellkerns neben tierischen und pflanzlichen Zellen zu den Eukaryoten ein und ist ein einzelliger Pilz.

Bezeichnet man die Backhefe nun als Hefebakterie, kann da eindeutig etwas nicht stimmen. Eu- und Prokaryoten sind definitiv zwei Paar Schuhe. Wenn man also etwas ins backwütige  Publikum posaunt, dann sollte man sich dessen bewusst sein, damit es dem kundigen Zuschauer nicht wieder in den Fingern jucken muss, um es in Form eines Blogeintrages richtigzustellen.

 

Ich hoffe, ich konnte in der Bildungswüste Fernsehen (NICHT alles ist schlecht…ich habe schon vieles daraus lernen dürfen!) ein bisschen aufräumen….aufs Staubsaugen verzichte ich aber.

Ihr wisst nun alle, dass die lustig flatulierenden Dinger in euren Berlinern Pilze sind. HEFEPILZE eben. Tragt es in die Welt und teilt euer Wissen, auf dass es auch zum SWR und seiner männlichen Backfee getragen werde möge!

In diesem Sinne: Lasst Euch Eure Pfannkuchen schmecken!

 

Grüße eines Fasching-Muffels (Pfannkuchen schmecken trotzdem^^).