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Zuckerpüppchen (05.09.2016)

 

 

Feierabend?

Feierabend! Hoffentlich regnet es nicht schon wieder.

Ein kurzer Blick nach draußen folgte meinen vorschnellen, augenscheinlich zu optimistisch gewählten Worten. Jähe Ernüchterung machte sich breit:

Ok, es regnet doch schon wieder. Ein bisschen. Pünktlich zum Feierabend.

Ich stiefelte forschen Schrittes gen Ausgang.

Wir sind ja nicht aus Zucker!“ , sprach ich mehr mir selbst aufmunternd zu und tauchte in den kräftigen, teils sich ineinander aufreibenden und dadurch fein versprühenden Regentropfenschleier ein, der alles augenblicklich durchnässte.

Nun, der Schirm lag natürlich zu Hause. Noch nicht einmal im Auto sozusagen, was mir an dieser Stelle aber auch nicht sonderlich viel mehr Lorbeeren eingebracht hätte. Lediglich der gute Wille hätte noch zählen können. Den Wetterbericht von gestern hatte ich heute am Morgen somit ganz offenkundig komplett ignorieren können. Wie schön.

Dann wird der Schirm wenigstens nicht nass“ , hörte ich noch sagen.

Jupp, da war was dran.

Etwas angefeuchtet sprang ich schließlich nach einer ausgiebigen wie unfreiwilligen Dusche ins Auto.

Doch alles befand sich noch an seinem altgewohnten Fleck, stellte ich fest. Vielleicht etwas derangiert, aber nichts schien in perakuter Auflösung begriffen.

Nix Zuckerpüppchen also! Quod erat demonstrandum! 😉

 

 

 

 

 

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Heißer Brei (24.06.2016)

 

Moin zusammen!

 

Wer das liest, scheint noch nicht ganz wie ein armes, der Hitze wehrlos ausgesetztes Eis am Stiel dahingeflossen, oder wie ein Papierbötchen von reißenden Fluten hinweggerissen worden zu sein.

Glückwunsch!

Es ist hier heute bei mir sogar derartig heiß gewesen, dass es selbst den Holzbohlen auf meinem Balkon das Harz aus den Rippen gepresst hat, obwohl ich diese seit meinem Einzug als derartig abgetrocknet eingeschätzt hatte- sieht man einmal vom Regen ab-, dass es theoretisch an ein Wunder grenzen müsste, wenn da noch irgendetwas des ehemaligen Baumsaftes zu Tage treten würde.

Da jedoch angeblich auch „weinende Madonnen“ ein Existenzrecht besitzen sollen, werte ich die harzigen Tränen auf meinem Balkon nicht als ein profanes, thermisches Ereignis, sondern werde gleich mal im Vatikan durchrufen.

Wir halten also für diese Woche als Erkenntnis fest:

Es ist Sommer!

 

Welche Erkenntnis wurde mir zudem zuteil?

Menschen brauchen klare Ansagen. Freundlich, aber bestimmt. Punkt. Der berühmt-berüchtigte „Heiße Brei“ verwirrt nur. Davon war ich schon immer überzeugt und wurde diese Woche in dieser Meinung auch bestätigt.

Doch nicht nur klare Ansagen sind wichtig, sondern allein schon das simple Kommunizieren an sich. Wer den Mund nicht aufbekommt und stattdessen immer gleich an der ganz großen Glocke läutet, braucht sich nicht wundern, wenn ihm/ihr nicht nur Zustimmung entgegenweht.

Denn ich zum Beispiel reagiere sehr allergisch auf Steakmesser à la Doppelwellenschliff, die mir mit wechselnden Drehrichtungen in den Rücken geschoben werden, obwohl nach vorne hin „Schönwetter“ geherrscht hatte. Es wird wohl eine Weile dauern, bis ich diese Wunde auskuriert haben werde, auch wenn ich mir nach außen hin diesen zwischenmenschlichen Rückschlag nicht mehr anmerken lassen werde. Es wurde vorerst geklärt. Die Aktion hat aber eindeutig nicht dazu beigetragen, dass ich der Menschheit vollumfänglich vertrauen würde. Besser ist es. Das bewahrt ungemein vor Enttäuschungen.

Es nützt auch nichts, irgendjemandem (insbesondere unterstellten Mitarbeitern) ständig nur Zucker in den Hintern pusten zu wollen, was eh nicht meine Art ist, denn, wie ich oben schon schrieb, sind es offenkundig die klaren, freundlich-bestimmtem Ansagen, die alle weiterbringen. Viele Menschen brauchen einfach eine klare Führung und keine unnötige Herumeierei. Eine gute Portion Souveränität ist hierfür entscheidend, sonst nimmt einem niemand diese Rolle ab.

Ich arbeite nach dem Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche“. Ich fühle mich der ausgleichenden Gerechtigkeit verpflichtet und möchte niemanden nur die sauren Gurken ernten lassen. Es bleibt nicht aus, dass dies geschieht- wie oft durfte ich selbst solche Exemplare genießen-, doch sollte es immer irgendwo einen Ausgleich geben. Für gemeinhin bleibt zwar das Negative eher in den Köpfen hängen, doch ehrliche Menschen können sich offen eingestehen und honorieren, dass nicht immer alles schlecht ist, was man ihnen angedeihen lässt. Wenn ich Mitarbeitern etwas Gutes tue, dann erwarte ich einen respektvollen Umgang und Engagement, und dass zumindest der Allgemeinheit- nicht mir persönlich!- dafür Tribut gezollt wird. Das gehört sich meiner Meinung nach so, denn letztlich sitzen alle in einem Boot.

Alles andere macht das Leben nur umso schwerer.

Was möchte ich euch also sagen oder besser schreiben:

Redet miteinander, klärt Missverständnisse und unterschwelliges Unwohlsein in der Magengrube rechtzeitig auf, bevor der ganz große Knall droht, und respektiert das Gegenüber, egal wie krumm und schief ihr dessen Nase finden möget.

 

In diesem Sinne:

S.

 

 

 

 


Schriftstellerromantik (03.01.2016)

 

Joan, meine neuste Leserin, und ich sind uns bereits in dieser kurzen Zeit der Bekanntschaft darüber einig, dass das Leben eines wirklichen* Schriftstellers genauso viel mit Romantik zu tun hat, wie der Untertagebergbau mit dem Sonnenlicht, die Aussage eines TV-Astro-Sternendeuters mit der tatsächlich eintretenden Zukunft, oder die Nützlichkeit einer leeren Klopapierrolle mit der erfolgreichen Erledigung eines großen Geschäftes.

Voraussichtlich niemand der schreibenden Gilde hockt in einer urgemütlichen, vom Kaminfeuer flackernd erleuchteten Dachbodenkammer- sinnierend die elfenbeinweiße Fahne der Schreibfeder über Ober- und Unterlippe streichend- während draußen vor dem Fenster sachte ein Vögelchen sein einsames Liedlein anstimmt und den nach der Muse suchenden Geist des Schreiberlings auf sich durch die gesamte Herrlichkeit einer imaginären Welt ziehenden Notenzeilen davonträgt.

Cut!

Beim besten Willen NICHT.

Wir bleiben alle besser auf dem Boden der Tatsachen, nicht wahr? Zu viel Zuckerguss macht nämlich dick und lähmt mit seinen klebrigen Spinnenfingern nur unsere Phantasie.

 

Herzlich willkommen, Joan! Ich hoffe, dass ich von dir hier und anderswo noch viel lesen werde.

 

 

 

 

* Ein Schriftsteller, der mit seiner Arbeit sein täglich Brot, die Miete und andere nutzbringende Unkosten zu bestreiten hat. Nebenbei übergehe ich hier mal ganz frech diesen Gender-Kram.

 


Süße Sünde (18.09.2015)

 

Schokokuchen macht nicht nur dick, sondern auch >>Aua!<<.

Großes >>AUA!<<.

Bekanntlich bestraft der Herr alle Sünden umgehend. Pech gehabt, du schwaches Fleisch! Nun ziert dich eine Brandblase.

‚Ein richtig feiner, total schokoladiger Schokoladenkuchen (die Dopplung ist Absicht) sollte es werden‘, dachte ich mir im Hinblick auf den angekündigten Besuch.

Natürlich selbstgemacht! Ok…die Butter habe ich nicht selbst hergestellt, und auch kein Getreide gemahlen, keine Zuckerrübe ausgequetscht, keine Eier gelegt, keine….

Und natürlich auch unter vollständigem Verzicht auf jegliche Kalorie…fast…ok, ertappt…aber ich habe extra weniger Zucker genommen, als im Rezept stand! Sonst wäre es wohl ein Bonbon geworden.

Nun schreibe ich also diese Zeilen und leide.

Ihr könnt echt froh sein, dass ich überhaupt noch schreiben kann! Für die analogen Freunde unter euch…es ist übrigens nur die linke Hand (ich schreibe wie ca. 85-90% der Bevölkerung mit Rechts). 🙂

Wäre ich in sozialen Netzwerken umtriebig, hätte ich jetzt sicher einen post zwischen all die vor mir abgeladenen „Sitze gerade auf dem Klo.„, „Ich esse gerade Nudeln.„, „Ich sitze auf dem Klo und esse Nudeln.„, oder „Mir ist langweilig!“ gesetzt.

Folgender Wortlaut hätte mir vorgeschwebt:

OMG! Habe mich beim Backen voll krass verbrannt. Bestimmt 0,0001% meiner Hautoberfläche sind betroffen. Muss ich jetzt sterben? Müssen wir jetzt alle sterben, weil die Welt untergeht?!!

Wie gesagt: Ich leide. *Tränendrüse ausquetsch*

Sinnigerweise habe ich mich auch nicht am Backblech oder dem Ofenrohr verbrannt. Nein! Beim Abschmecken (aka Kosten) des vorsichtig aufgekochten Kakao-Puderzucker-Butter-Milch-Gussgemisches. Finger auf den Probierlöffel und zack…holla, war das noch heiß!

ABER: Sündhaft lecker, sag‘ ich euch.

 

 


Wird das Rauchen jetzt eine gesunde Angelegenheit? (27.8.2014)

An der Kasse eines Discounters habe ich nicht schlecht gestaunt, als die junge Dame vor mir nach Zigaretten ohne Zuckerzusatz fragte.

Die Profis unter den Glimmstängel-Vernichtern mögen es mir verzeihen, wenn diese Tatsache schon ein alter Hut sein sollte. Mich überraschte jedenfalls die unerwartete Bitte ans Kassenpersonal.

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