Schlagwort-Archive: Zuckerguss

Zuckerpüppchen (05.09.2016)

 

 

Feierabend?

Feierabend! Hoffentlich regnet es nicht schon wieder.

Ein kurzer Blick nach draußen folgte meinen vorschnellen, augenscheinlich zu optimistisch gewählten Worten. Jähe Ernüchterung machte sich breit:

Ok, es regnet doch schon wieder. Ein bisschen. Pünktlich zum Feierabend.

Ich stiefelte forschen Schrittes gen Ausgang.

Wir sind ja nicht aus Zucker!“ , sprach ich mehr mir selbst aufmunternd zu und tauchte in den kräftigen, teils sich ineinander aufreibenden und dadurch fein versprühenden Regentropfenschleier ein, der alles augenblicklich durchnässte.

Nun, der Schirm lag natürlich zu Hause. Noch nicht einmal im Auto sozusagen, was mir an dieser Stelle aber auch nicht sonderlich viel mehr Lorbeeren eingebracht hätte. Lediglich der gute Wille hätte noch zählen können. Den Wetterbericht von gestern hatte ich heute am Morgen somit ganz offenkundig komplett ignorieren können. Wie schön.

Dann wird der Schirm wenigstens nicht nass“ , hörte ich noch sagen.

Jupp, da war was dran.

Etwas angefeuchtet sprang ich schließlich nach einer ausgiebigen wie unfreiwilligen Dusche ins Auto.

Doch alles befand sich noch an seinem altgewohnten Fleck, stellte ich fest. Vielleicht etwas derangiert, aber nichts schien in perakuter Auflösung begriffen.

Nix Zuckerpüppchen also! Quod erat demonstrandum! 😉

 

 

 

 

 

Werbeanzeigen

Nachdenkenswertes zum Advent (01.12.2015)

 

Bereits seit vergangenem Sonntag wird ganz still und heimelig die Adventszeit begangen.

Stopp mal!„, wird man an dieser Stelle berechtigterweise einwenden. „Was, bitteschön, ist an dieser Weihnachtszeit still und heimelig?

Ganz einfach. Wir sprechen hier von zwei verschiedenen Paar Schuhen.

Die Adventszeit, in der wir uns jetzt gerade bis Heilig Abend befinden, ist im ihr eigentlich angedachten Sinne einer Fastenzeit die stille Zeit der Besinnlichkeit und In-Sich-Gekehrtheit, der Vorbereitung auf die Geburt Jesu.

Vormals bedachte man sie nicht mit überschwänglichen Klängen. In der Alten Kirche durfte weder überbordend getanzt noch gefeiert werden.

Erst ab Heilig Abend wurde die Weihnachtszeit anlässlich Christus Geburt zelebriert. Besinnliche, ruhige Töne wurden final von frohlockendem Gloria und verheißungsvollem Halleluja abgelöst.

Im Laufe der Jahrzehnte änderte sich dieses Bild jedoch entscheidend. Das Laute überlagerte das Stille. Das Langsame wurde vom Gehetzten überrannt, das Reduzierte vom Pomp übertüncht.

 

Und nun glänzt alles gleichsam in güldenem Zuckerguss.

Wie schön nimmt sich dagegen der einsam flackernde Kerzenschein gegen den Nachthimmel aus.