Monatsarchiv: März 2015

Ein „Guten Morgen!“ zur Mittagszeit. (8.3.2015)

 

Die Sonne lacht und es herrschen frühlingshafte Temperaturen. Prima Wetter, um das Fahrrad den häuslichen Katakomben zu entreißen und einem oder zwei Kalorientierchen den Kampf anzusagen (obwohl ich über die Winterzeit offenbar keinen Winterspeck zugelegt habe *freu*).

Da ich umgezogen bin, habe ich gleich auch mal meine neue Umgebung erkundet und auf deren Radfahrtauglichkeit überprüft. Passt soweit. Die Strecke kannte ich an sich auch schon, da ich dort entlang zur Arbeit fahre. Demnächst teste ich die Anbindung zum Elberadweg.

Weitgehend ungestört radelte ich vor mich hin, traf gelegentlich auf Gleichgesinnte und konnte die Sonne (und den Gegenwind^^) genießen.

Nur auf dem Rückweg traf ich auf eine Gruppe Sonntagsradler. Diese Spezies zeichnet sich durch ein Durchschnittsalter über 50, ein gemäßigtes Tempo und die Tendenz, den gesamten Radweg für sich zu beanspruchen, aus. Tja, die gibt es eben nicht nur auf Dresdens Radwegen. Man hätte ja auch mal positiv überrascht werden können…

Ich fahre also mit knapp 30km/h heran. Da die Strecke geradlinig verläuft, müsste ich eigentlich auch beizeiten als Gegenverkehr wahrgenommen werden. Denkste! Da ich keinerlei Reaktion der radelnden Gruppe erkennen konnte, drosselte ich mein Tempo einige Meter vorher. Der Herr auf meiner Seite des Weges träumte aber weiter vor sich hin. Erst kurz vor einem Zusammentreffen der ungewollten Art bequemte man sich, meinen Teil des Weges zu beräumen. „Guten Morgen!„, begrüßte ich die Schlafmützen höflich und zog meiner Wege.

 

Trantüten gibt es überall. Wzbw…was zu beweisen war! Ansonsten war die kleine Tour jedoch ganz schön gewesen.

 


Kopfball (7.3.2015)

 

Hingerissen zwischen den Gefühlswelten „erschreckt sein“ und „lauthals loslachen“ stand sie da: Die Mutter vor dem Kinde.

Was war geschehen?

Eigentlich nichts Spektakuläres. Passiert sicher mindestens 14-mal am Tag irgendwo in Deutschland und vielleicht 937-mal weltweit.

Tja, am Ende hat wieder etwas wie die Faust aufs Auge gepasst. Streng genommen war es aber ein Ball. Ich möchte schließlich bei der Wahrheit bleiben.

Und so kam es, dass Mami den Pass ihres kleinen Filius direkt annahm und gekonnt und überaus zielsicher zurück in dessen Gesicht beförderte.

 

Ohje, ihr kennt das sicher. Man möchte laut loslachen, darf aber nicht. So hat sich wohl auch die Mutter gefühlt.

 

Nachdem kurz per Ferndiagnose geprüft wird, dass es dem Spross gut geht, und man noch auf die verzögert einsetzenden Tränenströme wartet, hat man leider genug Zeit, um das soeben Erlebte innerlich zu rekapitulieren und die gewisse Komik darin zu erkennen. Nun darf man sich aber nicht dazu hinreißen lassen, vor den Augen des Geschädigten darüber zu lächeln oder gar zu lachen. So schwer es auch fallen möge!

Stattdessen nehme man einen besorgt-mitleidigen Gesichtausdruck an, halte beide Hände vor den Mund (um das verräterische Zucken im Mundwinkel zu verdecken) und stürze auf das „Opfer“ der eigenen Taten zu, um es fest an sich zu drücken. Wenn die letzte Träne im Kragen versiegt und der letzte Ton des Wehschreis durch die Hörsinneszellen gefegt ist, darf man aber wieder erleichtert gucken und sich gemeinsam (!) mit dem sich wieder von der akuten Sauerstoffnot (manche Kinder können echt gefühlte Ewigkeiten brüllen, ohne einmal nach Luft zu schnappen) erholenden Nachwuchs freuen, dass noch alles an Ort und Stelle ist.

 

Und im Hintergrund stand der Vater….und lachte sich eins…

 

 


Der Justizia ans Bein gepinkelt. (3.3.2015)

 

Manchmal fragt man sich zurecht, in was für einem Rechtssystem man eigentlich steckt. Da verspüre ich direkt einen latenten Brechreiz, wenn ich allein den Namen Edathy höre.

 

Da wird grob gesagt jeder Parksünder verhältnismäßig härter bestraft, als ein ekeliger Ex-Abgeordneter, der zugegeben hat, sich kinderpornografische Bilder auf den Arbeits-PC gezogen zu haben.

Bäääh!

Der Edathy-Prozess wurde gegen eine Zahlung von läppischen 5000€ eingestellt. Das sind 5000€, die nicht er persönlich, sondern im Endeffekt Du, Du und ich zahlen…als Ex-Politiker wird er sich das Sümmchen problemlos von seinen bisher erhaltenen Diäten abdrücken können, ohne dass es ihm sonderlich schmerzen dürfte. Denn durch was werden die Diäten finanziert? Richtig! Durch Steuergelder. Also zahlen wir für diese Abartigkeiten. Und der feine Herr gilt schlussendlich noch nicht einmal als vorbestraft.

Schöne Rechtswelt! Und wer denkt an die betroffenen Kinder?!

Er habe mittlerweile eingesehen, dass er einen Fehler begangen hätte und dass diese Einsicht auch etwas spät gekommen sei…

….ich geh‘ kurz eine Runde ko**en. Ich denke, dass ich nicht allein sein werde.

 

Es muss geradezu Hohn für den Kinderschutzbund in Niedersachsen sein, dieses Blutgeld zu erhalten. Ich würde es dankend ablehnen. Soll er sich die 5000€ in den Allerwertesten stecken…da ist es erheblich besser aufgehoben. Moralisch betrachtet hat das Geld überhaupt keinen Wert. Ich würde es noch nicht einmal mit spitzen Fingern und Einmalhandschuhen anfassen wollen.

Der Kinderschutzbund hat wohl auch abgelehnt. Tja, da wird eben ein neuer Empfänger gefunden bzw. vom Gericht festgelegt. Eigentlich müssten alle konsequent und durch die Bank weg darauf verzichten. Aber irgendwer wird sich wahrscheinlich wieder nicht zu schade sein bzw. wird das Geld dringend benötigen. Und ehe man es sich versieht, ist Herr Edathy aus dem Schneider, das Geld gezahlt und irgendwo sitzen Kinder, die umso mehr gedemütigt worden sind.

 

Ich verzichte an dieser Stelle darauf, Applaus zu spenden. Das kann sicher jeder Leser verstehen.

 


Weckruf des Himmels. (1.3.2015)

 

Sachte klopfen die Regentropfen an mein Fenster. Es ist früh am Morgen an einem Sonntag im März.

Immer heftiger fordern die Tropfen, die inzwischen zahlreich vom Himmelsdach herabstürzen, meine Aufmerksamkeit.

…..

VERDAMMT!**„, schießt es mir durch meine Hirnwindungen, die eigentlich noch etwas Schlaf bedürften.

Mit einem Satz springe ich aus dem Bett, lasse die wohlige Wärme, die weiche Bettstatt hinter mir und sprinte ins Wohnzimmer. Dort angelangt reiße ich die Balkontür auf und rette meine fast trockene Wäsche vor einer erneuten Dusche. Viel länger hätte ich nicht in den eh schon rar gesähten Traumlanden verweilen dürfen.

 

 

Leute, gegen solche Geistesblitze kann jeder Wecker mit Doppelglocken oder Verbindung zur voll aufgedrehten Soundanlage einpacken! Ich war jedenfalls munter und mein Kreislauf höchst aktiv. Dass ich mich trotzdem nochmal kurz ins Bettchen kuschelte, tat ich auch nur aus Prinzip, schließlich hatte ich an diesem Wochenende sowieso nur den Sonntag frei und konnte da doch nicht schon zum Hahnenschrei aufstehen.

Übrigens: Ab heute ist meteorologischer Frühlingsanfang. Das habe ich so jedoch nicht validieren können, als ich heute morgen den Weckruf des Himmels hörte…

 

 

 

** Das ist nur die geschönte Version. Eigentlich rief ich leise „Scheiße!“. Aber sowas schreibt man ja nicht oder nimmt es gar in den Mund (igitt). (-;