Archiv der Kategorie: Literatur

Lyrik zum Aufessen- Willkommensgrüße (22.04.2017)

 

 

HEUTE IM ANGEBOT: DEFTIGES ZUR BEGRÜSSUNG.

Ein herzliches Willkommen an Herzkoma, seines Zeichens Poet auf Sterneniveau (und Sternensuche), vom Nebenberuf: freiberuflicher Mondlotse.

Ich hoffe, dass meine Hausmanns-/frauenkost dennoch mundet, selbst wenn sie nachher etwas verquer im Magen liegen sollte. Bei mir wird auch nur mit Liebe gekocht (und Wasser). Nur eben anders. Und ausgelernt hat man ja schließlich nie. 🙂

[Ich gehe davon aus, dass du das Augenzwinkern hinter den Zeilen funkeln siehst, werter Gast.]

 

 

Lyrik zum Aufessen (2017)

 

Kochen ist Leidenschaft,

Kochen ist Liebe,

die verführt, die

dich umgarnt mit ihren Düften,

den frohlockenden Gelüsten!

Manchmal fehlt jedoch die Muse…

Heut‘ daher im Angebot: Profaner Speck mit Erbse!

 

 

P.S.: Wer die Hintergründe zu „Speck mit Erbsen“ erfahren möchte, kann sich durch die Kommentarleiste des Beitrages „Apfelbaum“ vom 17.04.2017 pflügen. Keine Bange vor den ganzen Buchstaben! Verlaufen hat sich dort bislang noch niemand. Zumindest weiß ich nichts davon….

Vertrauensvoll: S[Punkt]

 

 

 


Käffchen?! (28.01.2017)

 

 

 

Ich trinke nicht viel Kaffee, lediglich morgens, zu Anlässen auch einmal am Nachmittag. Mit an ihre Kaffeemaschine (gern auch als Vollautomatenversion) per Infusionsbesteck verbundenen Koffeinjunkies habe ich also genauso viel gemein, wie…was wähle ich nur für einen Vergleich?…wie eine Zen-Teezeremonie mit einer Dose Energygesöff.

Ja, der Vergleich klingt ganz gut.

Nun trug es sich jedoch zu, dass ich Gefallen an einem Espressokocher gefunden hatte, und zwar einem von der Sorte, welchen man als Alukännchen auf die Herdplatte platziert.

Ich beäugte es nach dem obligatorischen ersten Spülgang- wer will sich schon eventuell noch vorhandene Aluminiumspäne durchfiltrieren lassen- kritisch. In der Schule hatte man schließlich einmal gelernt, dass entstehender Wasserdampf in einem geschlossenen Raum durchaus eine durchschlagende Wirkung erzeugen könnte, wenn man nur lange genug warten würde. Also inspizierte ich das Überdruckventil.

Konnte ich diesem wirklich trauen? Wirklich, so richtig?!

Ja, ihr habt ja recht. Ich denke zu viel nach und traue nichts und niemandem über den Weg. Andere stellen das Ding einfach auf den Herd und ab geht die Luzie…bzw. der Espressofiltratstrahl.

Ich jedoch habe nicht vor, meine Kücheneinrichtung zu zerlegen, nur um in den Genuss eines selbst aufgebrühten Espressos zu gelangen. Der Aufwand wäre es mir dann doch nicht wert….sollte ich denn überhaupt noch nach einem durchaus sicher schmerzhaften Kontakt mit umherfliegenden Espressokochereinzelteilen dazu in der Lage sein.

Was macht man also in einer solchen verzwickten Lage, in welcher ich mich befand?

Auf Gott, Murphey oder sonstwem vertrauen?

Nein!

Ich wählte den Zahnstocher.

Korrekt, ich schrieb soeben von einem Zahnstocher. In der Not…heiligt auch der Zweck die Dinge.

Ein Zahnstocher eignet sich nämlich prima dazu, im Ungewissen zu stochern. In diesem Fall, um auszutesten, ob sich denn das Ventilkügelchen auch wirklich in seiner Fassung bewegen ließ. Nicht auszudenken, ausgerechnet ICH hätte gerade den einzigen Produktionsfehler des Jahrtausends erwischt!

Bevor sich die Spannung bei euch nun ins Unendliche erwächst, ihr vor Neugierde platzen oder euch sämtliche Finger(-und Fuß!)nägel abknabbern müsst:

Alles roger in Kambodscha! *

Einst sollte mal ein Gelehrter gesagt haben: Und sie bewegt sich doch! Das hatte er- Galileo Galilei- laut wissenschaftlichen Erkenntnissen zwar wohl niemals ausgerufen, doch prägte er die Menschheit, oder zumindestens die Astronomiebücher in der Schule.

Und auch ich konnte erleichtert ausrufen: Und sie bewegt sich doch! Kein Montagsstück, keine Splitterbomben am heimischen Herd, kein überraschender, bemannter Raketenflug zum Mond.**

Ready for take off!

 

P.S.:

Alles blieb tatsächlich heile und der erste Espresso mundete bereits.

Nicht schlecht, Herr Specht!*

 

 

* Boah, wie ich solche Sprüche „liebe“…

** Ihr müsst wissen, dass ich es mit der Fliegerei nicht so habe.

 


Pointe of no return (27.12.2016)

 

Joan hat die Schreibfeder mal wieder treffsicher in eine jener Wunden versenkt, an der es so manchem Schreiberling- ob Vollprofi, Halbprofi, Freizeittüftler oder Möchtegern- von Zeit zu Zeit krankt. Von Zeit zu Zeit temporär auch ein wenig zu weit um sich greifend, um nicht sagen zu müssen, beinahe schon zu krisenhaften Auswüchsen entartend.

Wie viele unvollendete Geschichten und Gedichte mögen da draußen wohl in den Tiefen von Schubladen und Ablagefächern* ihr klägliches Dasein in vollständiger Vergessenheit oder- schlimmer noch- wissentlicher Verdrängung fristen? Wie viele Heldinnen und Helden warten darauf, endlich wieder das Licht der Schreibtischlampe erblicken zu dürfen?

Doch wie geht es der Autorenschaft?

Sind es nicht genauso bemitleidenswerte Geschöpfe? Mehr noch: Ähnelt es nicht einer Höchststrafe, als eigentlicher Geburtshelfer von wunderbaren Ideen und Gedankengängen, plötzlich den Bestattungshelfer für mutlos fallengelassene Karteileichen mimen zu müssen?

Ist es das wert, sich und seine Ideen um jeden Preis aus einer persönlichen Krise heraus zu verkaufen, um weitermachen zu können, oder ist es nicht doch ehrvoll genug, sich durch eigentlich verschlossene Türen zu mogeln und mit dem letzten Rettungsanker, der sich in der hintersten Trickkiste finden ließ, -einer Pointe of no return- vor dem Abdriften zu bewahren, oder gar alles dem Mahlstrom übergeben zu müssen? Die Frage nach dem Zurück sollte sich nicht mehr stellen. Zumindestens nicht, wenn man es ernst meint.

Manchmal muss man dabei vielleicht auch über Karteileichen gehen**. Da beißt die Maus keinen (roten) Faden ab.

Wenn es voranbringt, warum nicht?

 

 

 

 

* …noch ungemütlicher  wird es im Käfig aus Nullen und Einsen, der irgendwo in einer bereits Moder ansetzenden Ecke irgendeines unter Unrat vergrabenen Computerordners dahinrottet.

** Böse Zungen könnten behaupten, man betreibe womöglich noch Leichenfledderei..

 

 


Frag doch mal…den Gingupin! (16.03.2016)

 

Wer hat sie nicht schon einmal selbst gewälzt….die drängendsten Fragen, die die Welt bewegen. Zumindestens die eigene, kleine. Im Moment spiele ich auch nicht auf irgendwelche schnöden Suchorgien nach Örtlichkeiten für überaus dringlich anstehende, menschliche Bedürfnisse an, die bei manchen hin und wieder wohl recht dominant jeden weiteren um Aufmerksamkeit konkurrierenden Gedankengang nach ganz weit hinten in die Warteschlange zu verweisen vermögen.

Aufschlussreiche Interviews mit ebenso spannend umrissenen Persönlichkeiten und aufmerksamen Persönlichkeitsstudien…angetan hat es mir der grundehrliche Gingupin…hierzu bietet Mallybeau Mauswohl, ihres Zeichens Autorin und Kunstschaffende.

 

Ich habe die Ehre, dich in meinen im Vergleich recht wenig heiligen Hallen begrüßen zu dürfen. Herzlich willkommen, Mallybeau!

Ein Stück weit neugierig bin ich auf deine Bücher geworden, die recht unkonventionell daherzukommen und bemerkenswerte Denkansätze zu beinhalten scheinen.

Eine Wundertüte?

Wer weiß das schon…

Quäk, quäk!

 

 

 


Nur Mut! (28.02.2016)

 

Eine Leserin meines Blogs, Joan Quade, hat in einem ihrer Beiträge (The End) einen sehr wunden Punkt eines jeden Autors oder- allgemein gesprochen- Künstlers thematisiert.

Wie entlasse ich MEIN BABY am schonendsten in diese große, weite Welt? Was ist mit den ganzen zähnefletschenden Raubtieren, die nur auf dieses zarte Stück Frischfleisch zu warten scheinen, um es dann gnadenlos zu zerfleischen? Gibt es denn überhaupt nur solche Unholde? Versteht mich einer da draußen?

 

Ihren Beitrag nahm ich zum Anlass, mir darüber ein paar Gedanken zu machen und in Form eines Kommentars niederzuschreiben, auf dass er Mut stiften möge.

 

 

Keiner sieht „sein Baby“ gern in der Luft zerrissen. Der Schritt, es in diesen Raubtierkäfig voll selbsternannter Experten zu entlassen, scheint oft unüberwindlich.

 

Einigen, sich besonders wichtig nehmenden Kritikern mangelt es oft auch an der entsprechenden Vorstellungskraft, dass sich gleichsam hinter den Zeilen noch ein ganz eigenes Universum befinden könnte, welches der Autor in seinem Kopf erschaffen hat, um so etwas wie Leben in die Aneinanderreihung unzähliger Buchstaben zu hauchen.
Es liegt in der Pflicht eines gewissenhaften Lesers, diesen Umstand zu achten und auch die offen entgegen gestreckten Hände zu ergreifen, um sich bereitwillig in die Welt hinter der Geschichte überführen zu lassen oder diese im besten Falle sogar weiterzuspinnen.
Nur so funktionieren sowohl das Schreiben als auch das Lesen.

 

Sollte dies nicht gelingen wollen, gibt es immernoch die Option, das Buch beiseite zu legen, sich seinen Teil zu denken und zu respektieren, dass nicht alles dem eigenen Geschmack entsprechen kann.
Alles andere würde im öden Einheitsbrei enden, dessen Spannungsbogen der Körperspannung eines vor zwei Wochen gestorbenen Fisches gleichkäme und bei welchem man noch nicht einmal die Einleitung lesen müsste, um das Ende frei zitieren zu können.

 

Doch auch als Autor kann und darf man nicht von jedem einzelnen Leser abverlangen, dass er die eigenen Gedankengänge in ihrer Komplexität vollends vorausahnen kann. Der eine braucht mehr Hilfestellung, der andere weniger.
Man muss Akzeptieren lernen, dass es auch eigenständige Köpfe gibt, die sich nicht auf das „Baby“ einlassen können oder wollen. Würde nur noch nach der Präferenz anderer gestrebt werden, kämen wir beim selben Einheitsbrei wie oben bereits benannt heraus.

 

Man sollte für sich entscheiden, was und worüber man schreiben möchte und der Leser soll entscheiden, was und worüber er lesen möchte.
Wichtig ist, dass es allen gut dabei geht und sich keiner verbiegen muss!

 

Bleib‘ ehrlich zu dir selbst, und wenn du hinter einer Geschichte stehst, dann lass es die Welt wissen, indem du sie mit ihr teilst.
Wer sich nicht mitnehmen lässt, findet sicher anderswo in anderen Geschichten sein zu Hause.

 

 

Lasst Versagensängste nicht die Überhand gewinnen.

Habt Mut, zu euch selbst und euren Werken zu stehen. Nur Mut!

 

 

Hochachtungsvoll!

S.

 

 

 


Schriftstellerromantik (03.01.2016)

 

Joan, meine neuste Leserin, und ich sind uns bereits in dieser kurzen Zeit der Bekanntschaft darüber einig, dass das Leben eines wirklichen* Schriftstellers genauso viel mit Romantik zu tun hat, wie der Untertagebergbau mit dem Sonnenlicht, die Aussage eines TV-Astro-Sternendeuters mit der tatsächlich eintretenden Zukunft, oder die Nützlichkeit einer leeren Klopapierrolle mit der erfolgreichen Erledigung eines großen Geschäftes.

Voraussichtlich niemand der schreibenden Gilde hockt in einer urgemütlichen, vom Kaminfeuer flackernd erleuchteten Dachbodenkammer- sinnierend die elfenbeinweiße Fahne der Schreibfeder über Ober- und Unterlippe streichend- während draußen vor dem Fenster sachte ein Vögelchen sein einsames Liedlein anstimmt und den nach der Muse suchenden Geist des Schreiberlings auf sich durch die gesamte Herrlichkeit einer imaginären Welt ziehenden Notenzeilen davonträgt.

Cut!

Beim besten Willen NICHT.

Wir bleiben alle besser auf dem Boden der Tatsachen, nicht wahr? Zu viel Zuckerguss macht nämlich dick und lähmt mit seinen klebrigen Spinnenfingern nur unsere Phantasie.

 

Herzlich willkommen, Joan! Ich hoffe, dass ich von dir hier und anderswo noch viel lesen werde.

 

 

 

 

* Ein Schriftsteller, der mit seiner Arbeit sein täglich Brot, die Miete und andere nutzbringende Unkosten zu bestreiten hat. Nebenbei übergehe ich hier mal ganz frech diesen Gender-Kram.

 


Postmondän (27.10.2015)

 

Müsste ich den Begriff ad hoc auseinanderklamüsern, dann würde wohl nichts Gescheites dabei herumkommen: Piekfeines vom Krabbeltisch? Hochwohlgebildete Vergänglichkeit? Außergewöhnliches von der Stange?

Wer oder was ist postmondän?

Es ist eine Autorengemeinschaft, die filigrane, wohldurchdachte Textungetümer in die Welt gebärt. Ebendiese geistigen Riesenbabies lassen mein kleines Lichtlein noch ein Stück weit funzeliger erscheinen. Lichtmeister…mehr Licht!

Sei es drum- auch wenn mein „Krämerladen“ hier im Vergleich einer Dunkelkammer Konkurrenz machen könnte.

Was uns ein Stück weit eint, ist jener Umstand, dass sich auch ein Hessescher Steppenwolf (jaja, aus Sicht eines Geisteswissenschaftlers sicher etwas für Anfänger^^) neben einem Fantasyschmöker von Kai Meyer gut im heimischen Bücherregal ausnimmt. Nicht nur rein optisch! E.A.Poe hat offenbar auch nichts gegen seine Nachbarn. Lediglich meine Fachliteratur lasse ich im Schubfach….die würde nicht ins Einrichtungskonzept passen.

Tolerante Vielfalt! Die Überwindung von scheinbar existierenden Barrieren und Vorurteilen/Konventionen macht doch einen wahren freien Geist aus.*

Herzlich willkommen, Martin!**

 

 

 

* Dennoch bleibe ich so frei und meiner treu, dass ich als oller „Gruftmucken“-Anhänger nie, nie, niemals HipHop toll finden werde. Existieren darf es….jedoch gern außerhalb meiner Hörweite. Nur so nebenbei erwähnt, um kurz in ein anderes Genre abzudriften.***

** Ein rostiges Kettenhemd oder die Gimli-Zwergenaxt brauchst du hier auch nicht. Versprochen.***

*** Fußnoten sind toll! 😉