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Defäkatorische Idylle (19.12.2014)

 

Es ist Freitagmorgen, ein wohl wie seit langem grauer Tag bricht an. Ich stehe am Küchenfenster und genehmige mir eine Tasse Kaffee, während ich im Hintergrund den mittlerweile vertrauten Geräuschen (bin jetzt noch halb taub von dieser grässlichen Säge) arbeitender Handwerker lausche.

Unten auf der Straße: Zwei Frauen mit ihren drei kleinen Schoßhündchen. Tätschelnd streicht die eine ihrem pelzigen Kind über den Kopf. „Fein gemacht“, kann ich von hier oben erahnen. Im nächsten Moment bücken sich die beiden Damen und beginnen synchron, sich der offensichtlich als Meilensteine des Erfolgs (ich hoffe, dass die Hunde nicht ganz so hartleibig daherkamen) einzustufenden Endprodukten einer jeden natürlichen Verdauungsleistung anzunehmen.

Hey, das ist doch wirklich mal eine klasse Leistung! Nicht nur von den Fiffies, die schwanzwedelnd zuschauten, wie andere ihre Häufchen einsammelten (garniert mit eigenem, demonstrativ stolzem Verscharrversuch), sondern auch von den beiden Frauen. In einer Kleinstadt, wo man ständig um Tretminen herumtänzeln muss, fordert mir das Respekt ab.

Zwar sollte es selbstverständlich sein (!), aber sich gegen den Strom aus renitent die angefallenen Hinterlassenschaften liegen lassenden Hundebesitzern zu stellen, ist eine feine Sache. Sie hätten ja auch den Weg des geringsten Widerstandes (unter ästhetischen und olfaktorischen Aspekten betrachtet) gehen können.
Zwar war der Ort der Defäkation nicht ganz astrein durchdacht (direkt vor einer Bank….zum Sitzen), aber wenn es kommt, dann kommt es eben und deshalb möchte ich nicht päbstlicher als der Pabst sein.

Weiter so, meine Damen (und alle, die einen Hund ihr Eigen nennen)!

 

 

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