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Salatmischung „Straßenmix“ (23.04.2016)

 

Ich mag Menschen sehr gerne, die sich für ihre lieben, kleinen Pelzträger sogar durch die Urwälder heimischer Grünanlagen schlagen, nur um das größte und saftigste Löwenzahnblatt zu erlegen, das weit und breit zu finden gewesen wäre.

Da wird sich gebückt und gepflückt, da werden Mutter Natur die Sprösslinge und Schösslinge entrissen, da wird gesammelt und gejagt, dass es eine wahre Freude ist. Wenn es sein muss, wird innerlich triumphierend auch dem Bienchen das Blümchen noch ganz knapp vor der Nase weggeschnappt.

Daheim darf sich dann Schnuffi vom grünen Glück einen Trommelbauch anfuttern, bis es platzt, oder wahlweise die dicke Mohrrübe vom Frühstück aus den Ohren quillt.

Ganz wagemutige Tierhalter trauen sich sogar an den Rand vielbefahrener Ortsdurchfahrten, um selbst in dieser unberechenbaren Gefahrenzone* ungeachtet ihrer eigenen Gesundheit noch feinbestäubtes, mit Fleur-de-Streusalz-vom-letzten-Winter gewürztes Blattwerk dem Erdmantel zu entreißen, um es im Anschluss zu Hause stolz kredenzen zu dürfen.

Da geht mir das Herz auf ob so viel Aufopferungsbereitschaft. Kein Weg ist zu weit, kein Unwetter zu „bäääh“ und kein Umstand zu groß. Selbst Oma Erna lässt ihren Rollator links liegen/stehen, um sich auf das saftige Grün für Hasi zu stürzen. Da kennt sie nichts…auch nicht mehr ihr böses Kreuz oder die schmerzenden Knie.

 

Ach, wenn alle Menschen doch zueinander genauso wären…wenigstens ein kleines Bisschen.

 

 

 

(* Ich übertreibe mal ein bisschen der Theatralik wegen.)

 

 

 

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Da war doch noch was… (21.10.2015)

 

 

Ein Tipp vorab: Geht nie hungrig einkaufen!

 

Auf Arbeit hatte es mal wieder länger gedauert und so langsam meldete sich das kleine Hüngerchen, als ich nach Hause fuhr.

Nachdem ich den gesamten Rassel abgeworfen hatte, schnürte ich mein Ränzlein und trat den Marsch gen Supermarkt an.

Dort lachte mich der Blattsalat an. Rein damit in den Einkaufswagen.

Noch breiter grienten mich die Lebkuchen an. Auch die durften mit. Für Weihnachten…

Dann noch dieses und jenes, damit der Abend nicht zur Hunger-…äh….Hängepartie werden würde.

Kurz vorm Joghurtregal fiel mir die Tomate von den Augen. DA WAR DOCH NOCH WAS! Genau, richtig! Ein Päckchen Hackfleisch, dessen Verbrauchsdatum* aufgeregt in meinem Hinterstübchen winkte und darum bettelte, als selbstgemachtes“Chili con carne“ enden zu dürfen und nicht als grauer, verwesender Haufen organischen Materials. Die Schale stand noch daheim in meinem Kühlschrank und musste sich wohl schon fast sträflichst vernachlässigt fühlen. Bereits am Sonntag habe ich das durchgedrehte Fleisch versetzen müssen, weil das eigens gezimmerte Hühnchen in Erdnusssauce doch wieder reichlicher ausgefallen ist, als gedacht.

Mein Blick fiel zurück in meinen Einkaufskorb, der nun 2 oder 3 überflüssige Dinge enthielt, deren Frischegrad durch die sich anbahnende Verzehrsaufschiebung auch nicht besser werden dürfte.

Eine latente Fress“Panik“ machte sich breit. Das kennt ihr vielleicht auch noch von euren Großeltern, die schon aufstöhnen, wie sie das denn bitteschön schaffen sollen, obwohl der Seniorenteller gerade erst einmal platziert worden ist.

Sei es drum. Salat und Co kamen trotzdem mit. Die werde ich schon kleinkriegen. Zusammen mit dem großen Topf Chili……Wenn ihr demnächst einen lauten Knall hören solltet…ich war’s eventuell. Kugelrund gefuttert.

 

 

*Verwechselt das Verbrauchsdatum („Dead-Line“) nicht mit dem MHD („kann noch ’n bisschen“).