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Geduscht (20.08.2016)

 

 

Die Polizei ist mittlerweile nicht mehr nur unser Freund und Helfer, nein, nun unterstützt sie uns auch nach bestem Wissen und Gewissen bei unserer täglichen Körperpflege. Man muss noch nicht einmal den Wunsch dazu äußern. Die machen das einfach so. Ganz selbstlos und unbürokratisch. Quasi im Vorbeifahren.

Wie das funktioniert?

Hier eine kleine Anleitung:

Man begibt sich nach draußen an die frische Luft, setzt sich bei einem einsetzenden, kräftigen Regenguss gut 2m vom Straßenrand entfernt auf die Bank eines Buswartehäuschen und wartet, bis eine Streife (ohne Einsatzsignal) vorbeifährt…und das mitten durch eine Pfütze, die sich unterdessen am Straßenrand angesammelt hatte. Und dann braucht man nur ein gewisses Urvertrauen an die physikalische Gesetzmäßigkeit der Verdrängung und etwas Glück, dass es auch weit genug spritzt.

Ist das nicht simpel?

Ja, okay, natürlich hätte man auch ohne Probleme drumherum fahren können.

Ich entsinne mich noch ganz gut daran, dass man mal gelernt hat, bei Wasseransammlungen Rücksicht auf Passanten zu nehmen. Abgesehen davon, dass man nicht unbedingt mit innerorts mindestens erlaubter Höchstgeschwindigkeit durch Pfützen fährt, um nicht aufgrund von Aquaplaning die rechte Bodenhaftung zu verlieren…

Den Delinquenten verpassten glücklicherweise die reichlich aufsprühenden Fluten nur knapp. Reumütig wendete dann aber auch schon der Streifenfahrer und erkundigte sich offenbar nach dem Befinden.

Begeisterung sah zwar anders aus, aber man einigte sich wohl recht zügig darauf, dass es diesmal ohne Duell à la Western gehen würde und man zog seiner Wege.

Dieser neue „Service“ kam hernach nicht sonderlich gut an.

Es duscht anscheinend doch jeder lieber für sich selbst und in den eigenen Vier Wänden.

Allzu verständlich.

Ich lass mir dabei auch ungern von Wildfremden zuschauen. 😉

 

 

 

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BEI ROT musst du steh’n….darfst aber fahren (14.07.2016)

 

 

Die Grünen-Politiker kommen ja immer wieder auf recht „spannende“ Ideen. Womöglich ist es dem Umstand geschuldet, dass sie gelegentlich zu lange mit ihrer im eigenen Parteibüro aufgezogenen Hanfpflanze fachsimpeln. Wer weiß das schon so genau. Die Damen und Herren sind da ja zumindest zum Teil recht liberal eingestellt. Aber gut. Leben und leben lassen.

 

Nun wollen sie uns jedoch der Regel #1 unserer Kindheit berauben….ROT soll plötzlich nicht gleich ROT sein. Es kommt nämlich sehr auf die jeweilige Ausgangsposition an, in welcher man sich gerade befindet und dabei einem dieser roten Lichtsignale begegnet.

Zu Fuß oder im Auto heißt es weiterhin STOP. So weit so gut und vor allem sinnvoll.

Für Radfahrer wird jedoch eine Ausnahmeregelung angestrebt, bei der der/die Radler/in zwar anhalten soll (*laut auflach*), danach aber nach prüfend abschätzendem Rundum-Blick (*laut auflach*) passieren darf.

Einige interviewte Personen freuten sich natürlich sogleich über mehr Mündigkeit im Straßenverkehr.

Ich hingegen befürchte, dass man nicht jeden derartige Abwägungen aufhalsen sollte oder darf. Viele leiden nämlich unter akuter Ignoranz, fataler Selbstüberschätzung oder schlichtweg völlig in den Tag gelebter, unbedarfter Leichtsinnigkeit.

UND was ist das bloß für ein Signal an die radelnden Kinder?! Die würden doch komplett verwirrt werden!

Es würde sicherlich nicht lange dauern, bis irgendein Unglück passiert und der Dumme wird immer der Verkehrsteilnehmer mit der größeren Massenverdrängung (Auto, Lkw…) sein, der danach mindestens mit Schuldgefühlen zu leben hat. Darauf habe ich keine Lust, denn einseitige Aufmerksamkeit reicht nicht in allen Fällen aus. Es gehören schon beide Seiten dazu. Mit Sicherheit!

Ich halte von diesem Vorstoß für mehr Freiheit auf dem Drahtesel hernach überhaupt nichts. Auch das Argument, dass es anderswo (z.B. Paris) funktionieren würde, überzeugt mich nicht wirklich. Zu oft erlebe ich, wie- entschuldigt bitte- hirnlos sich manche durch die Botanik manövrieren. Und wer weiß, welche fähigen Probanden in stolz präsentierten Testläufen engagiert worden sind….der breiten Masse werden sie wahrscheinlich nicht gleichen. Wie gesagt….man sieht und hört ja so einiges.

Ich möchte um Bobs Willen niemandem die Fähigkeit zum Mitdenken absprechen, aber im Sinne des Selbst- und Fremdschutzes wäre ich glasklar dafür, dass ROT weiterhin STOP bedeutet. Egal wie man diesem Signal begegnet.

 

Und nun sagen wir alle kurz im Chor auf: Bei Rot musst du steh’n, bei Grün darfst du geh’n!

Rührt euch!

 

 

 


Breitbeinig (05.07.2016)

 

 

Boah, echt jetzt! Es gibt Menschen, die möchte ich umgehend aus ihrer Karre ziehen und wachschütteln.

Wie ignorant muss man eigentlich sein, dass man durch sein eigenes, proletisches Verhalten unter Umständen andere Menschen gefährdet?

 

Aufgrund einer Umleitung führt mich momentan mein täglicher Weg über eine recht schmal ausgelegte Landstraße, die von Wäldern, Wiesen und teils recht scharfen, oft schlecht einsehbaren Kurven geprägt ist. Eine Mittellinie existiert nicht.

Als rücksichtsvoller, um die eigene und fremde Gesundheit besorgter Autofahrer, prescht man daher nicht mit voller, potentiell erlaubter Geschwindkeit durch die Prärie.

Doch was nützt es einem, wenn andere fahren, als befänden sie sich gerade ganz allein auf dem großen, weiten Erdenrund? Und das (hoffentlich!) sehenden Auges!

Dann muss man sich eben mal dazu befleißigen, am Lenkrad zu drehen und etwas gen Straßenrand zu rollen, wie es alle anderen und insbesondere der Gegenverkehr schon längst getan hatten, nachdem man des Gegenübers gesichtig geworden ist.

Aber nein, man bleibt natürlich- ganz eingefleischte Axt im Walde- breitbeinig halbmittig auf der Fahrbahn und bemüht sich nicht einmal ansatzweise, gegenseitige Rücksicht walten zu lassen oder sich zumindest etwaige, in diese Richtung tendierende Gedankengangansätze anmerken zu lassen, was bei dem Modell „hochpreisiger Sportwagen“ zugegebenermaßen etwas schwerfallen mag, aber nicht gänzlich fern des Möglichen liegen sollte.

Stattdessen rudert bremsend der Gegenpart am Rande des Randstreifens entlang, um nicht doch noch einen Ausflug in den Straßengraben zu machen.

Entweder hat der Fahrer gepennt, als Kind beim Nasebohren zu tief gestochert, mit Mutti telefoniert, ein Süppchen gekocht, per Internetbanking die Miete überwiesen, oder gemeint, er säße auf einem Moped.

Oder es war schlicht und einfach ein kompletter Vollidiot mit einem etwas zu groß für seine Birne ausgefallenen Ego gewesen.

 

Egal, was nun die Ursache gewesen ist.

Mich ärgert solches Verhalten tierischst.

Zu oft hört man in den Nachrichten von teils schweren Unfällen, die durch fahrlässiges, rücksichtsloses und hochgradig selbstüberschätztes Handeln zustande gekommen sind. Umso schlimmer ist es, wenn nicht nur mehr als unnötiger Sachschaden entsteht, sondern auch fremdes Leben aufs Spiel gesetzt wird.

Für ein Bisschen (Fahr)Spaß?

Für das eigene Geltungsbedürfnis?

Ja, wofür eigentlich?!

 

 

Im Unverständnis.

S.

 

 


BlogEnte- A tale of real love (27.04.2016)

 

 

Autofahrer können ja so dermaßen rücksichtslos sein.

Da lichtdurchflutet man dann mal eben offenbar ganz im Tran vertieft Wald und Flur mit aufgeblendeten Scheinwerfern, dass der entgegenkommende Verkehr (ihr ahnt es…ich) fast nichts mehr sieht und (beinahe) die Schwarte kracht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes! Denn als mir mein Gegenüber sein Fernlicht gnädigerweise aus dem Angesicht nahm, wurde mir rechts am Fahrbahnrand ein großes, rundes, zufrieden vor sich hin mampfendes Gesicht gewahr, dass sich mitsamt Kumpanen als Wildschweinrotte entpuppte.

Na Klasse! Ein kurzes Aufblenden meinerseits, um meine Missgunst darzulegen, hatte bei diesem Kandidaten jedenfalls nicht auf Anhieb den gewünschten Erfolg erzielt. Erst nachdem ich mich wiederholt bemerkbar machte, tat sich etwas am anderen Steuer. Naja, wenigsten hätte ich den Aufprall doch noch live und in Farbe sehen können, hätte eines dieser Borstenträger den Asphalt auf fressbares Material untersucht.

Manche glauben wohl ernsthaft, sie lebten allein auf dieser Welt!

Da kann man eben mal nicht bei Nacht (und ohne Nebel) durch die Wälder heizen, sondern muss auch gelegentlich den Bleifuß anheben und vom Gas steigen, wenn die Sichtverhältnisse bei normalem Abblendlicht nicht ausreichen.

Aber gut…am besten macht man noch zusätzlich den Nebelscheinwerfer an. Stört ja keinen…und alle anderen sind egal.

 

An dieser Stelle fragt ihr euch- auf die Überschrift rückbesinnend- sicherlich, wie ich nun den ganz engen Bogen zurück zu Enten oder gar Liebesgeschichten schlagen werde.

 

Ganz einfach: Über das rücksichtsvolle Verhalten von Autofahrern.

Ja, richtig gelesen…rücksichtsvoll.

Auch ich lasse mich schließlich allen etwaig aufkommenden tendenziell misanthropisch gelagerten Anwandlungen zum Trotz davon überzeugen, dass im Normalfall eine Medaille gleichsam eine schöne Kehrseite vorzuweisen hat.

Komme ich nun also zur Ente.

Nein, zu zwei Enten, um genau zu sein. Die leben- ein Erpel und ein Schnatterinchen- ganz unverhohlen in einer festen, aber sicher unehelichen Beziehung und watscheln tagein tagaus durch dick und dünn. Mal parkt ER mitten auf einem Stellplatz des Supermarktes gegenüber, während SIE sich genüsslich durch die Gemüseauslage (kleines Beet) schnabuliert, mal begleitet er sie unter Geleitschutz vorbei am neugierigen Fiffi über den Spielplatz, und mal hocken sie einträchtig wie im letzten Hochsommer zusammen im Schatten eines Busches.

Herzallerliebst!

Heute unternahmen die beiden zur Abwechslung mal wieder einen Ausflug über die mehr oder minder gut befahrene Straße. Völlig ökonomisch bilanziert taten sie dies natürlich nach- und getrennt voneinander. Erst SIE, dann ER. Zweimal stockte der Verkehrsfluss.

Und zweimal nahmen die Verkehrsteilnehmer- eine Dame in einem Kleinwagen und ein Lastkraftfahrer- Rücksicht, obwohl es insbesondere Schnatterinchen nicht besonders eilig hatte, die andere Straßenseite zu erreichen.

In diesem Moment ging mir das Herz auf und ich musste schmunzeln.

Ich mag Enten!

 

 

Was dürft ihr, werte Leser, daraus lernen?

Ab morgen geht ihr besser alle im Watschelgang…dann wird auch für euch gebremst! 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Alles Proktologen? Und was es sonst noch gibt. (28.2.2015)

Alles Proktologen?

Diese Frage stelle ich mir fast täglich auf meinem Arbeitsweg. Oder wie sonst sollte man  das Verhalten mancher Verkehrsteilnehmer deuten können, wenn diese reihenweise im Endrohr des Vordermannes zu verschwinden drohen?

Ich meine, vielleicht verpasse ich ja doch etwas, wenn ich den Sicherheitsabstand einhalte. Wer weiß? Vielleicht mag mich ja jemand aufklären. Der Mensch ist zwar über die Maßen neugierig, aber er muss nicht immer alles erkunden, finde ich.

 

 

Von Irrlichtern, die sich unter Umständen in einem fremden Hinterteil wiederfinden könnten, nun zu Irrlichtern, die quasi Irrschatten heißen müssten, weil es ihnen gänzlich an Belechtung jedweder Couleur fehlt.

Da traf ich nämlich auf einen sportiven Menschen, der sich- trotz gut ausgebautem Radweg (mit Asphaltierung) direkt nebenan- auf der Landstraße aufhalten musste. Schön praktisch in schwarze Kleidung gehüllt (selbstverständlich ohne Reflektionselemente) und ohne eine einzige Funzel am Rennrad.

Gott, lass Hirn regnen! Wenn ich schon auf Lampen verzichte, um aerodynamisch besonders gut durch das laue Lüftchen zu gleiten, dann nutze ich doch wenigsten den (ich wiederhole: gut ausgebauten) Radweg. Solche Typen halten doch auch den Verkehrt unnötig auf, wenn viel Gegenverkehr herrscht und man nicht mal schnell-fix überholen kann.

 

 

Komme ich nun auch noch zu einer dritten Kategorie von Verkehrsteilnehmern, die es besonders eilig zu haben scheint, und einen überland mit weit mehr als 100 (bzw. 105) km/h überholen muss. Zu solchen Exemplaren habe ich schon Beiträge verfasst.

In letzter Zeit fällt mir aber auf, dass vermehrt Familienkutschen mit „Mia-Sophie an Bord“ oder „Kevin Joel fährt mit“ durch die Prärie und 70er-Zonen jagen. Fahren die auch so rasant, wenn die armen Kinder, deren Namen zum allgemeinen Desinteresse der Umwelt auf dem Serviertablett präsentiert werden, tatsächlich „on bord“ sind?

Möglicherweise fahren sie aber auch nur deshalb so schnell, in der Hoffnung, dadurch diesen zutiefst überflüssigen Zierat hinter sich lassen zu können. Pech gehabt! Der Aufkleber bleibt „an Bord“, bis er zur Unkenntlichkeit verwittert abbröselt oder sich ein gnädiges Industriereinigungsmittel findet, das alles rückstandsfrei zu entfernen vermag. Spätestens, wenn Mia-Sophie den ersten Pickel im Gesicht hat, sollte letzterer Anwendung finden. Das Kind wird es danken!

 

 

 


Gehusteter Nackenschlag (2.10.2014)

Bääähääähääääää! Schon wieder ist es passiert. weiterlesen


Kinderwagen als Freifahrtsschein (30.8.2014)

Um es vorweg zu nehmen: Es geht hier nicht um Kinderfeindlichkeit, sondern um das Verhalten von Eltern, sobald sie einen Kinderwagen vor sich herschieben dürfen. Außerdem ist zu betonen, dass nicht alle so sind…

 

Ich weiß nicht, ob man alles auf die hormonelle Übersteuerung in den Schaltzentralen von stolzen Eltern schieben kann. Oftmals spielt wohl auch zusätzlich die Unterentwicklung des Denkapparates mitsamt der fast gleichnamigen Funktion des Mitdenkens eine entscheidende Rolle. weiterlesen