Schlagwort-Archive: Abonnement

Schattenboxen (12.08.2015)

 

Tut Schattenboxen eigentlich weh? Kann einen ein Lufthauch- verursacht durch eine vorbeifliegende Faust- umhauen? Zählt ein Treffer, der gar keiner ist?

 

Ja, ja…dreimal ja! Ein bisschen schlechtes Schauspieltalent vorausgesetzt.

Steckt vielleicht die Wettmafia dahinter?

Nee, bestimmt nicht!

Es gibt schließlich sehr sensible Charaktere…auch im Boxsport…zarte Pusteblümchen…die bereits einem bösen Blick erliegen können.

Selten dämlich würde ich die Aktion in Montevideo (Martinez vs. Rodriguez) nennen…insbesondere in Zeiten der Zeitlupen- und „Rückspul“technik. Da kommt ja selbst Show-Wrestling glaubwürdiger daher.

 

Da sieht man mal wieder, dass (wahrscheinlich auf dem Spiel stehendes) Geld mehr wiegt, als die eigene Ehre und Selbstachtung. Ich würde diesen Kampf nicht gewinnen wollen, und um den Verlierer zu mimen, hätte ich zu hohe Ansprüche an mich selbst.

 

 

Werbeanzeigen

Abonnement (17.6.2015)

 

Ich weiß nicht, was ich falsch mache, aber anscheinend habe ich den Griff ins Klo gepachtet. Quasi als ein unliebsames, im Kleingedruckten aufgezwungenes Abonnement gebucht. Zumindest, was das Streikgeschehen in Deutschland betrifft.

Möchte ich dienstlich mit dem Zug fahren, streikt die Lokführerschaft. Will ich einen zweiten, privaten Versuch wagen…dito. Möchte ich einen ganz wichtigen Brief aufgeben….streikt die Post.

Ich wage mich schon fast nicht mehr zum Bankautomaten. Nicht, dass wie vor Kurzem im Brandenburgischen die Geldlieferanten zum Arbeitskampf aufrufen.

Was bin ich froh, keine kleinen Kinder im Haushalt zu haben. Der Kindergarten hätte unter Garantie geschlossen.

So wichtig, wie Arbeitsniederlegungen für mehr (nicht überzogene) Gerechtigkeit sein mögen, aber irgendwie haftet es an, als wäre man in ein Hundehäufchen getreten. Ehe die Unannehmlichkeit verflogen ist, kann einige Zeit ins Land verstreichen. Mütter und Väter bangen um ihre Jobs, Kleinkinder vermissen ihre Kameraden, Reisende warten länger als üblich, …

Jedes Ding hat eben mindestens zwei Seiten und manchmal ist es eine zweischneidige Klinge, auf der man da gerade tanzt. Man will solidarisch denken und doch wird auch um die eigene Existenz gebangt (gerade viele Eltern aktuell).

 

Drückt mir die Daumen, das mein Brief rechtzeitig ankommt und meine nächste Zugreise nicht wieder im Klo versenkt wird! Andererseits: Sollte wieder gestreikt werden…dann wisst ihr, dass ich mit der Bahn fahren wollte. Transparenter geht’s nicht mehr, gell? Und das ganz ohne Gesichtsbuch-Exhibitionismus und Ich-sitze-gerade-auf-dem-Örtchen-Gezwitschere!