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Rollende Diskotheken (03.09.2015)

 

WUMM, WUMM, WUMMMM….so manches Auto, welches serienmäßig nicht mit einem Martinshorn ausgestattet ist, hört man erst, als dass man es sehen würde.

Zuweilen korreliert die Lautstärke aus dem Innenraum auch recht deutlich mit dem Tuning-Grad der Außenhaut.

Nennen wir dieses Phänomen mal eben „Diskokugel-Mimikry“.

ABER nicht immer darf man den Erwartungen Folge leisten. Auch Familienkutschen haben es gelegentlich faustdick zwischen den Lautsprechermembranen.

Von ultra“hippem“ Schlager bis hin zu elektrifiziertem Bassgedröhne ist alles vertreten, was man der unbeteiligten Umwelt auf die Ohren zu geben wagt. Am besten leiert man hierzu noch das Fenster bis fast auf den Asphalt herunter. Die Kirsche auf dem Sahnetupfer wäre ein breitspurig aus der Karosse ausgelagerter Ellbogen, an dessen Ende eine Hand locker fluffig mit 2 Fingern (der Arm ist zu kurz!) am Lenkrad kurbelt.

Ich halte mich aus solchen akustisch dominierten Wegmarkierungen grundsätzlich heraus.

Nein!

Fast immer.

Wenn ich jedoch mal etwas lauter werde, dann ganz allein für mich. Mir ist dabei egal, ob das draußen hinterm Fensterglas jemand hört oder nicht.

Gute Musik gehört unter ordentliche On-Ear-Kopfhörer…oder in feine Musikanlagen eines Autos. Da bekomme ich selbst bei 35°C noch eine Gänsehaut, wenn das richtige Lied meine Trommelfelle liebkost.*

Faszinierend empfinde ich die Wirkung, wenn draußen der nächtliche Morgennebel im Scheinwerferlicht wabert und drinnen ein Lykanthrop** sein Unwesen treibt. Herrlich schaurig!

 

 

 

*z.B. ASP, „Spiegelauge Part V: Spiegel“; „Ballade von der Erweckung“; uvm.

** ASP, Lykanthropie

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