Monatsarchiv: August 2015

Leben im Alltag (30.08.2015)

 

Weltflucht, Poesie und Unkonventionalität zeichnen meinen neusten Leser aus.

Wenn ihr erleben wollt, wie ein Frühlingsputz eine Metarmophose zu höchst philosophischen Gedankengängen eingehen kann, dann würdet ihr bei ihm fündig werden.

Wir unterschätzen eindeutig das Alltagsleben, das ganz wie nebenbei und völlig selbstverständlich an uns vorbeifliegt, und überschätzen das Offensichtliche, das uns vorgekaut und ausgespuckt auf dem Silbertablett serviert wird.

Willkommen, Alltagsleben!


201 (29.08.2015)

 

So, dies ist nunmehr der zweihundertunderste Beitrag aus meiner digitalen Schreibfeder. Und prompt flatterte eine Mitteilung von wordpress herein, ob ich mir nicht das Premiumpaket zulegen möchte…so richtig mit eigener domain und so…

Ich gebe es zu, mir juckt es in den Fingern.

Aber: Wozu?

Schreiben kann ich hier genauso gut. Am Design möchte ich auch nicht viel ändern wollen. Bringt es also sonderlich Vorteile? Macht die Umstellung nicht vielleicht sogar eher Probleme?

Und wenn es um den vielbeschworenen traffic geht…ich meine, ich verdiene mir hiermit kein Geld hinzu. Was bringen mir also tausend Klicks am Tag? Na gut, ich könnte damit mein Ego auf Hochglanz aufpolieren…aber eigentlich finde ich die Vorstellung ganz reizvoll, einfach so per Zufall gefunden zu werden; zum Beispiel über andere Blogs, bei denen ich kommentatorisch aktiv bin, oder die mich auf irgendeiner Weise namentlich dort verewigt haben (freiwillig). Das ist doch eigentlich der Grund, warum die Bloggerei in dieser Form erfunden worden ist. Oder nicht?

Ich brauche keine riesige Gemeinschaft. Wenn sich diese per Zufall ergeben sollte, wäre ich natürlich nicht böse. Bis dahin freue ich mich eben über jeden Zugang, der hin und wieder hier eintrudelt.

 

Was meint ihr? Verpasse ich irgendeinen Eilzug Richtung Olymp?

 


Stinksauer (29.08.2015)

 

Oh, Mann, ich bin sauer ob so viel Unvernunft.

Wenn man im Alter lieber auf Nummer Sicher geht, was das Autofahren anbetrifft, dann kann ich das nur befürworten.

Wenn man dabei eine Geschwindigkeit wählt, die zwischen „irgendwie aufreizend langsam“ und „leider zu schnell zum entspannten Überholen“ (je nach Strecke) liegt, dann ist das schon nervig genug. Wird dann aber beim Überholvorgang im gerade passenden Moment nebenan so richtig auf die Tube gedrückt, dann finde ich das nur noch fahrlässig, zumal auch irgendwann mal Gegenverkehr anstehen könnte und in diesem Fall auch tatsächlich auftauchte.

So entstehen Unfälle.

Klar könnte ich mir auch an die eigene Nase fassen: Warum hast du überholt?

Weil zu diesem gewählten Zeitpunkt mit entsprechend verhaltener Geschwindigkeit des Vordermannes alles frei war für einen entspannten Überholvorgang. WENN diesem nicht plötzlich die letzten Reserven an Testosteron ins Blut geschossen wären. Ich lass mich nicht überholen…

 

Passend hierzu ein Kommentar in Modepralines Blog (hatte gerade dazu gepasst…Thematik: Zeitnot im Alter):

 

Komisch, wenn eine Silberlocke im Auto vor mir fährt, dann scheinen Senioren alle Zeit der Welt zu haben…frei nach dem Motto: „Gevatter, alter Knabe, s’geht auch noch übermorgen!“
Sobald ich den weißhaarigen Kandidaten dann aber irgendwann überholen möchte, tritt er mal so richtig aufs Gas….und der Gegenverkehr rückt näher.
Dann wundert sich die Herrschaft vielleicht später, warum der Sensenmann doch noch nicht erschienen ist. Man hatte eben noch das dumpfe Gefühl gehabt, er wäre ganz, ganz nah gewesen…

HEUTE erst erlebt. Mann, Mann, Mann. Und ich fahre wirklich eher defensiv und überhole nicht auf Teufel komm raus. Das macht mich stinkig (egal, ob Silberlocke am Steuer hockt, oder jemand anderes)!

 

Eine Kollegin hat solche Bummelanten auch schon erlebt und würde mir hier beipflichten. Da kann leider viel passieren.

 

Ich habe daraus gelernt, solche Spielchen nicht mehr mitzumachen und mich notfalls kilometerlang über dieses seltsame Tempo vor mir zu wundern oder mich eventuell auch darüber zu ärgern. Das kostet mich vielleicht 1 oder 2 Jahre meines Lebens…bis dahin hätte ich aber auch noch etwas davon!

Also: Verliert nicht die Geduld und lasst euch zu Harakiri-Aktionen verführen…das bringt wirklich keine Punkte.

 

 

 

Nachtrag, bevor es Haue gibt:

Wie immer gilt, dass ich nichts auf eine bestimmte Gruppe Menschen verallgemeinern kann und möchte. Es gibt überall derartige Leute.

 


Warum hält das nicht?! (27.08.2015)

 

Habt ihr schon einmal eine Zuckertüte gebastelt ohne mindestens eine Geduldsfaser reißen gehört zu haben?

 

Ich hab es gewagt und wollte nicht einfach ein schnödes, vorgefertigtes Exemplar zur Schuleinführung des Kindes einer Kollegin kaufen. Neben pinken Prinzesschen- und mit Rennautos besetzten Tüten stehen zwar auch wirklich niedliche zur Auswahl….aber warum einfach, wenn es kompliziert geht?!

Motiviert ging ich ans Werk. Von Berufswegen bin ich „Basteln“ und den Umgang mit schwierigen Situationen schließlich gewohnt. Also frisch voran!

 

Ich saß vor dem Bogen aus dezent bedrucktem, etwas kräftigerem Karton…und wartete auf eine Eingebung. ‚Eine Schablone wäre nett‘, dachte ich mir, denn mit einfach „Zusammenrollen und fertig“ ist es hier nicht getan. Hinweis: Nicht unterschätzen!

Irgendwann wagte ich den ersten Schnitt. Und den zweiten. Ein Zurück gab es nun nicht mehr und ich musste mein Süppchen konsequent auslöffeln. Aufgeben ist nicht. Nicht bei mir!

Mit einer einschneidenden Endgültigkeit fuhr die Schere durchs Papier.

Nun lag dieses Etwas vor mir. Leim! Ich brauche Leim.

Tjahahaa…Leim klebt. Überall, nur nicht da, wo er soll. Das ist Gesetz.

Das Gebilde sprang aufgrund der Spannung und glatten Oberfläche wieder auf. Gesichtspalme! Eine erste Faser meines Geduldsfadens war schon aufs Äußerste gespannt.

Transparentes Klebeband musste her. Formvollendet umwickelte ich die Spitze der Zuckertüte. Bombensicher. Am oberen Öffnungsrand taten derweil vorübergehend Büroklammern ihren aufopferungsvollen Dienst (Danke nochmal!^^).

Oh, mein Bob, das Ding sah nun doch aus wie das, was es in meinen kühnsten Träumen mal darstellen sollte.

Zwar wollte das Klebeband zunächst auch nicht hundertprozentig halten, aber mit vereinten Kräften mehrerer Streifen längs außen und vor allem innen quer hält die Zuckertüte bereits seit über 24h.

So, nun musste ich es oben noch etwas zurechtschneiden….Pi mal Daumen…sieht aber ganz gut aus.

Zum kröhnenden Abschluss fehlte noch eine Randbegrenzung aus Stoff…mit Marienkäfern, Kleeblättern, Glückspilzen, Herzchen und Blümchen…, die ich anzukleben gedachte.

Phänomen wie oben: Die Hände klebten besser zusammen, als das Stoffbändchen am Karton. Mit unendlicher Geduld und Engelszunge überredete ich es jedoch, eine Liaison mit dem toten Baum einzugehen.

Zu Dekozwecken pappte ich noch formvollendet ein paar 3-D-Aufkleber auf (richtig schicke; in 2 Ebenen aufgebaut): Metallisch glänzende Krabbelkäfer und bunte Schmetterlinge.

 

Ende vom Lied: Das Projekt „Zuckertüte“ ist abgeschlossen und ganz gut geglückt. Ich hoffe, die Kleine freut sich darüber.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht! W.z.b.w.! Da sieht man mal wieder bestens, dass der Mensch im Grunde seines Seins masochistisch veranlagt ist.

 

 


Gescannt (24.08.2015)

So, und nun zur Nummer 2 des Tages…was auf keinen Fall als Ranking aufzufassen ist:

 

Als ich ihr Profil gelesen habe, hätte ich fast einen  Korrekturstift gezückt und an einigen Punkten ein zutreffendes Häkchen dahinter gesetzt.

Da sich das auf einer Bildschirmoberfläche aber im Nachhinein als nicht sonderlich sinngebend oder besonders ästhetisch herausstellen würde, habe ich tatsächlich davon abgesehen.

Nicht, dass am Ende noch (meiner-)einer weint…

Ein Punkt tät mich sehr interressieren: Wer ist denn der kleine, dicke, flauschige Mitbewohner? Doch nicht etwa die Wollmaus unterm Sofa?!  :O

Ich würde mich freuen, wenn du hier weiterhin vorbeigeschneit kommst….ob nun mit dem Heißluftballon oder dem fahrbaren Untersatz. Solange die Einrichtung heile bleibt…

 

Es grüßt ein anderer Anders*mensch!

 

 

*Randnotiz: Während des Reiseaufenthaltes in Stockholm stellte sich unsere Reiseleiterin folgendermaßen vor:

Mein Name ist Syrie…und der Busfahrer heißt (A)nders.

Daran musste ich gerade spontan denken.

 


I did it my way…(24.08.2015)

 

Neue Leserschaft nummero uno:

 

Herzlich willkommen auf deinem Weg durch meinen Blog! Vielleicht findest Du hier die erhofften Meilensteine, die dich ein Stück voran- oder zumindest aus deinem Loch herausbringen.

Und wenn es nur die gelegentliche Kurzweil ist, die ich bieten kann, um der etwaig aufkommenden Langeweile entgegen zu wirken (schade, wenn der Job keine Freude zu bereiten vermag) oder um fiese, liebestolle Schmetterlinge für einen Moment vergessen zu lassen. Die rosa, glitterüberzogenen Flatterdinger können einem aber auch echt den Kopf verdrehen.

 

 

 


Keine Haare auf den Zähnen…(21.08.2015)

 

…, sondern ein ganzes Bärenfell trug am gestrigen Tage die Schaffnerin einer großen bekannten, um Monopol kämpfende Bahngesellschaft auf ihrer Kauleiste herum.

Geballte Unfreundlichkeit und Kaltschnäuzigkeit paarten sich mit einer Mitdenkkapazität von 12 bis Mittag.

 

Der Reihe nach:

Kurzentschlossen machte ich mich auf, um an meinen freien Tagen der beruflichen Wahlheimat zu entfliehen und mich meinem Abstammungsort zuzuwenden.

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“…

Leider streikte mal wieder dieser unsägliche und bedauerlicherweise auch einzige Fahrkartenautomat. Er wollte diesmal partout kein Geld schlucken.

Ich schloss mich mit einer ebenso betroffenen Dame zusammen und wir kamen zu dem Schluss, dass wir uns- ehrlich wie wir sind- direkt beim Schaffner/bei der Schaffnerin melden sollten.

Gesagt getan…

Die Tür hatte sich soeben erst geschlossen, da standen wir schon parat und schilderten das Problem mit dem nicht funktionstüchtigen Gerät.

Die Dame bestellte schließlich ihr HopperTicket nach Magdeburg…fertig.

Nun war ich an der Reihe. Ihr ahnt es…was habe ich aber auch für ausgefallene Wünsche! Von dem Ticket schien die Gutste nämlich noch nie gehört zu haben.

Sollte ich ihr jetzt tatsächlich noch das Tarif- und Angebotssystem der Bahn erklären?!

Ganz zu schweigen davon, dass das sogenannte „Regio120plus“-Zettelchen auf diversen Plakaten beworben worden und wirklich kein ausgefallenes Hexenwerk ist. Quasi ein Hopperticket für mehr Fahrkilometer.

Sie blickte mich trotzdem an, als stünde ein Schwein vorm Uhrwerk.

Bob, Sack Zement!

Lapidar blökte sie mir entgegen: „Hab ich nicht!

Sie suchte das Ticket aber noch nicht einmal in ihrem Handterminal. Vielleicht wäre es ja doch zu finden (Hoppertickets gibt es ja auch) gewesen…immerhin hatte sie noch nie davon gehört…woher wollte sie so sicher wissen, dass es im mobilen Handgerät nicht zu finden sei…?

Dann setzte sie mit äußerst motivierter Intonation fort: „Entweder machen wir das jetzt über den Personalausweis (aka „Schwarzfahren“ zu 40€), oder Sie kaufen das zusätzliche Einzelticket bis Magdeburg*!

Ich war reichlich schockiert ob dieses Angebots und konterte: „Meinen Sie an dieser Stelle ernsthaft, dass mir bei diesen genannten Optionen eine wirkliche Auswahl bleibt?!“ Die Pistole lasse ich mir ungern auf die Brust setzen.

Die Schaffnerin klotzte mich ungerührt an.

Also kackenfrech ist das schon! Ich bin schließlich direkt nach Zustieg bei ihr aufgeschlagen…weil der Automat nicht wollte….WAS daran ist bitte Schwarzfahren? Soll ich mir mein Ticket malen?!

Ich teilte der Dame offen mit, dass mir ihr Ton im Übrigen gar nicht gefallen würde…und das sich der Service der Bahn in dieser Form noch deutlich strecken müsste.

Was kann ich denn dafür, dass die Bahn ihre Mistautomaten nicht im Griff hat…es kann doch nicht sein, dass ich deswegen draufzahlen und ein völlig unnötiges zusätzliches Ticket kaufen muss. Wenn die Geräte nicht zuverlässig arbeiten, dann müssen zumindestens in den Zügen dieselben Ticketangebote offeriert werden. Sonst kann sich die Bahn die tollen Angebote sparen….man stelle sich vor: Zufällig haben alle Ticketschalter einen Defekt….und die Bahn macht einen Reibach.

Die Schaffnerin ist aber bestimmt auch solch eine Hexe, die kleine(!) Kinder in irgendeinem Pampadorf aussetzt, weil sie keinen Fahrausweis und nicht genügend Geld einstecken haben…am besten noch im Winter oder bei finsterstem Unwetter. Hat es leider schon gegeben.

Mir tut das zusätzlich abgeknöpfte Geld nicht weh, aber es geht mir ums Prinzip. Es gibt wirklich Schaffner, die kulanter und zumindest auch freundlicher agiert hätten. Einen gewissen Ermessenspielraum kann man finden…aber nicht, wenn man reinen Dienst nach Plan macht und die ganz großen Scheuklappen zu Arbeitsbeginn aufgesetzt hat.

Ich muss Ihnen ja etwas in die Hand geben.“ Oh, welch Einfalt! Natürlich. Man kann sich aber auch das ehrliche Gesicht einprägen, es im Hinterkopf behalten und kulant auf dieser kurzen Strecke nach Magdeburg darüber hinwegsehn…ich würde die Bahn schließlich nicht um ihr Geld prellen*. Außerdem: Wer außer ihr kontrolliert in den nächsten 5 bis 10 Minuten diesen Zug?!

 

 

Was lerne ich daraus:

Wer ehrlich ist, der kriegt ans Bein gepinkelt. Das ist mir nicht zum ersten Mal passiert. Ich hätte mich ans andere Ende des Zuges verkrümeln sollen und hätte sehr wahrscheinlich weniger Engstirnigkeit erleben müssen. Andere verfahren tatsächlich so und kommen damit eindeutig stressfreier durchs Leben.

 

An die Schaffnerin:

Frau M., kommen Sie mal von Ihrem hohen Ross herunter! Ich weiß, Sie müssen auch nur Ihre Arbeit machen…ein Blick über den Rand ihrer Untertasse schadet jedoch nicht. Vielen Dank auch, dass Sie mich in meinem Glauben an die Ehrlichkeit so richtig bestärkt haben…!

Verachtungsvoll!

S.

 

Was bleibt zu sagen:

Die Servicewüste lebt! Ich bin enttäuscht. 😦

 

 

 

 

*Dort müsste ich sowieso umsteigen und hätte da auch das Ticket nachträglich gezogen…der Preis wäre gleich geblieben…und bis Dresden hätte ich sowieso dieses Ticket gebraucht…von wegen durchschnorren. Das würde gar nicht gehen und hätte gar keinen Sinn gemacht…wie gesagt: Der Preis wäre derselbe gewesen. Wenn ich nur bis Magdeburg hätte schwarzfahren wollen, dann wäre ich bestimmt nicht bei ihr aufgetaucht.