Monatsarchiv: Oktober 2015

Zurück aus der Gruft…VERFALLEN (31.10.2015)

 

Ach, es war wieder ein Fest, der Formation „ASP“ anlässlich der VERFALLEN-Tour in heimischen Gefilden lauschen zu dürfen.

 

Wer mit diesen drei Buchstaben nur Aufbauseminare zum Punkteaubbau (renitenter Temposünder?!), Computerkram, den Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Paderborn oder Abenteuerspielplätze assoziiert, der sollte seinen Horizont um eine weitere Option ergänzen.

ASP betreiben Gothic Novel Rock und kreierten damit dereinst ihre höchsteigene Sparte. Erzählerisch werden mal feinfühlig, mal krachend-brechend Schauergeschichten und gesellschaftskritische Thematiken dem geneigten Hörer in Ohr und Hirn gepflanzt, welche vom willigen Rezipienten im Stillen noch viel, viel weiter und stets im eigenen Ermessen fortgeführt werden können.

Die EINE Wahrheit und Deutungsmöglichkeit gibt es nie.

Stattdessen kann und darf man sich auf selbst entdeckten Pfaden im Unendlichen eines fürwahr oft finster gezeichneten, vermeintlich unergründeten Gemäuers verlieren, welches in aller Unwirtlichkeit immer ein gewisses Eigenleben zu beinhalten scheint und dessen Erbauer niemand anderes als man selbst ist. Das dargebotene Fundament hierfür läd mit offenen Armen ein und verblüfft mit filigranen Details wie auch rauhen, herausgesprengten Ecken und Kanten.

Der Düsternis verpflichtet zu sein bedeutet jedoch keinesfalls in Destruktivität zu schwelgen. Im Gegenteil! „0-8/15-Wir-schneiden-uns-jetzt-alle-die Pulsadern-auf-!„-Musik darf man hier generell nicht erwarten. Genausowenig Gebrauchsanweisungen zum Zelebrieren satanistischer Rituale oder leichte/seichte Schonkost. Jedes Wort, jeder Satzbau und jeder Reim erfüllt seine ihm bewusst zugedachte Funktion. Beachtenswert vom Künstler zugelassene Sensibilität, Verletzlichkeit gepaart mit Treffersicherheit in Wort und Gefühl, sowie gezielt eingesetzte vielfältige Deutungsebenen vermögen zu provozieren, geistig zu aktivieren und gleichsam auch sich und die Umwelt konstruktiv zu reflektieren.

Kunst ist Geschmackssache. Erst recht gilt dies für Musik. Doch wenn man sich auf dieses im Kopf stattfindende Varieté Obscur einzulassen wagt, wird man sofort sanft leitend bei der Hand geführt mitgenommen oder wahlweise von einem tosenden Strudel fortgerissen, bis man am Ende immer wieder ganz bei sich selbst zum Stehen kommt, als wäre man auf eine Reise gegangen, während derweil die für solche phantastischen Ausflüge unnötig lastende Hülle am Ausgangspunkt verharrte. Manchmal braucht es einfach nur einen kleinen (An)Stoß. Vergleichbar ist dieser Effekt mit einem fesselnden Buch, dessen Geschichte uns in den Bann zu ziehen vermag, welche erst auf der letzten Seite zur gnädigen Freigabe geneigt zu sein scheint, um uns unserem Selbst doch wieder zu überlassen.

Umso spannender wird es, wenn Geschichten- dabei Phantastik und mögliche Wirklichkeit zur Untrennbarkeit miteinander verwebend– um reale Schauplätze herum gesponnen werden, deren feines erzählerisches Gespinst und real existierende Bilderwelten den Zuhörer an sich zu ketten vermögen, als wäre man Protagonist und aus der Ferne lauschendes, sich in Sicherheit wähnendes Publikum in einem.

Zu gern würde man schlussendlich den Schauplatz aufsuchen und die Geschichte bis in den hintersten Kellerwinkel ergründen. Oder was denkt ihr, welche persönlichen „Souvenirs“ ihr so auf euren alltäglichen Wegen hinterlasst….nehmen wir an zum Beispiel während eines Hotelaufenthaltes? Sind es nur ein paar Haare im Abfluss oder ist es vielleicht doch viel, viel mehr?!

 

Eine Hörempfehlung für alle Nicht-Haar-im-Abfluss-Phobiker:

ASP „Verfallen Folge 1: Astoria“

Kai Meyer hat hierfür eine exklusive Kurzgeschichte zum Leben erweckt, welche sich in den altehrwürdigen Gemäuern des mittlerweile arg baufälligen Hotels Astoria in Leipzig der Jetztzeit herum ansiedelt. Mastermind Asp griff im Zuge dieses gemeinsamen Projektes deren Handlung in aktiver Kooperation mit dem befreundeten Phantasyautoren auf und versetzte seinen Teil des Erzählstranges in die frühe Nachkriegszeit des 1.WK (1919) mit all den Umbrüchen, Wirrungen, Hoffnungen und Sehnsüchten. Bewusst platziertes musikalisches Cross-over* (auch für das Genre ungewöhnliche, aber an dieser Stelle mehr als passende und vor allem gezielt mitreißende Tangorhythmen halten Einzug!) und eingeschobene, die Erzählung vorantreibende, zum Großteil klanglich unterlegte Zwischentöne führen den Zuhörer in eine Schauermär ein, deren Ausmaß zwar angedeutet, aber noch nicht wirklich zu ermessen ist und deren Geheimnis erst im zweiten Teil endgültig gelüftet wird.

 

 

Wenn ihr mal Lust auf ein Experiment habt, dann sei euch diese Gothic Novel wärmstens ans Herz gelegt. Die zusätzliche Kurzgeschichte von Kai Meyer gibt es als Bonus in der limitierten Novel-Edition. Das hierfür verlangte Geld ist mehr als gut angelegt und spottet jeglichem Vergleich mit den Werken anderer Künstler, die für viel mehr Euronen viel weniger Herzblut und Engagement abliefern.

Lasst euch von den Begriffen wie Gothic-Rock und Gruftmucke nicht verschrecken. Wir sind gemeinhin harmlos (Verrückte gibt es überall)…und wollen nur (mit euch^^) spielen!

 

 

 

 

* Ich zitiere mal von der Homepage:

„[…] Die musikalische Vielfalt wird auf dem neuen Album absolut großgeschrieben! Natürlich bauen ASP auf ihr gewohntes Fundament aus Gothic-Rock und Metal, aber passend zur Thematik bedient sich die Band diesmal an Elementen aus Drone Doom, Chanson, klassischen Filmscores und sogar dem Tango! Wie ASP das alles unter einen Hut bekommen haben? Man darf freudig gespannt sein.[…]“ www.aspswelten.de

 

 

 

 

 

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Es hat >>BING<< gemacht… (28.10.2015)

 

Für gewöhnlich lasse ich mir selten freudestrahlend und kommentarlos die Pistole auf die Brust setzen. Auch nicht, wenn sich mein Gegenüber „google“ schimpft und meint, mich von Informationsquellen fernhalten zu wollen, nur weil ich nicht springe, wenn ES pfeift.

Die Losung wäre in diesem Falle nicht etwa ein ominöses „Sesam öffne dich!“, sondern ein schlichtes „Ich stimme zu“. Andernfalls würde man mich weiterhin am lang ausgestreckten (Datenkraken)Arm verhungern lassen.

Wem oder was stimme ich denn da überhaupt zu? Irgendeiner windigen, kleingedruckten Klausel in mikronisierter Schriftgröße? Weiß man’s?

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben soeben zugestimmt, dass wir Sie so richtig nackig machen dürfen. Fühlen Sie sich bei uns gut beobachtet…äh…aufgehoben. Ab sofort ballern wir Sie nur noch mit maßgeschneiderter Werbung zu, wir wissen wo Ihr Bett schläft und was Sie als nächstes tun werden. Ist das nicht wundervoll?!

Seit Tagen blobbt das Fensterchen mit der Aufforderung auf, den neuen Bestimmungen bei google zuzustimmen. Ich warte noch darauf, dass demnächst das latent Nachdruck verleihende Wort „ENDLICH“ in Verbindung mit einem dezent mahnenden Ausrufezeichen ergänzt wird.

 

Warum stimme ich nicht einfach zu?

Aus Prinzip! Demnächst öffnet sich- zugegeben etwas überdreht weitergesponnen- ein Fensterchen mit der Aufforderung, eine Million Teuronen zu überweisen, sonst bliebe die Suchmaschine aus.

Wenn ich schon lese, dass ab sofort Daten zusammengeführt werden sollen, um die Benutzerfreundlichkeit zu steigern, sträubt sich bei mir das ein oder andere Nackenhaar. So richtig benutzerfreundlich finde ich die Wahl zwischen Pest (kein Zugriff auf google) und Cholera (blindlinke Zustimmung) ja nicht wirklich. Stehe ich mit dieser Meinung allein auf weiter Flur? Wahrscheinlich. Egal.

 

Und so bot sich mir und meiner Verweigerungshaltung jedenfalls die Gelegenheit, doch mal testweise auf die Konkurrenz auszuweichen. Zum Beispiel BING. Sicher sieht es nicht so aufgeräumt wie bei google aus, aber was ich finden wollte, habe ich bisher auch auftreiben können.

Mal schauen, wie lange ich auf google verzichten kann. Ich glaube zwar nicht, dass ich diese alternativlose Aufforderung aussitzen kann, bis google irgendwann vergisst, dieses nervige Fensterchen weiterhin erscheinen zu lassen- wir wissen ja alle: Das Internet vergisst nichts- aber irgendein Zeichen wollte ich einfach setzen. Auch wenn  google meinen Zwergenaufstand wahrscheinlich nicht einmal bemerken wird…

 

 

 

 


Komm‘ Se rin, könn‘ Se rausgucken. (28.10.2015)

 

Trotz selbstattestierter navigatorischer Unzulänglichkeiten, hat sich eine weitere Leserin in diese Gefilde aufgemacht.

Ein herzliches Willkommen auch an dich, Conma!

 


Held in Strumpfhosen (27.10.2015)

In aller Kürze:

Ein herzliches Willkommen auch an Dieter. Hut ab! vor Deinem bewegten Leben, vermag ich da nur zu sagen. Es kann nicht nur Massenkonformität geben. Das wäre langweilig. Einbahnstraßen gibt es schließlich schon genug. Und nur, weil etwas scheinbar nicht dem gesellschaftlichen Usus entspricht, muss es nicht unnormal sein. Einfach anders normal. Du lebst Dein Leben mit all seinen Facetten. Das ist die Hauptsache.


Postmondän (27.10.2015)

 

Müsste ich den Begriff ad hoc auseinanderklamüsern, dann würde wohl nichts Gescheites dabei herumkommen: Piekfeines vom Krabbeltisch? Hochwohlgebildete Vergänglichkeit? Außergewöhnliches von der Stange?

Wer oder was ist postmondän?

Es ist eine Autorengemeinschaft, die filigrane, wohldurchdachte Textungetümer in die Welt gebärt. Ebendiese geistigen Riesenbabies lassen mein kleines Lichtlein noch ein Stück weit funzeliger erscheinen. Lichtmeister…mehr Licht!

Sei es drum- auch wenn mein „Krämerladen“ hier im Vergleich einer Dunkelkammer Konkurrenz machen könnte.

Was uns ein Stück weit eint, ist jener Umstand, dass sich auch ein Hessescher Steppenwolf (jaja, aus Sicht eines Geisteswissenschaftlers sicher etwas für Anfänger^^) neben einem Fantasyschmöker von Kai Meyer gut im heimischen Bücherregal ausnimmt. Nicht nur rein optisch! E.A.Poe hat offenbar auch nichts gegen seine Nachbarn. Lediglich meine Fachliteratur lasse ich im Schubfach….die würde nicht ins Einrichtungskonzept passen.

Tolerante Vielfalt! Die Überwindung von scheinbar existierenden Barrieren und Vorurteilen/Konventionen macht doch einen wahren freien Geist aus.*

Herzlich willkommen, Martin!**

 

 

 

* Dennoch bleibe ich so frei und meiner treu, dass ich als oller „Gruftmucken“-Anhänger nie, nie, niemals HipHop toll finden werde. Existieren darf es….jedoch gern außerhalb meiner Hörweite. Nur so nebenbei erwähnt, um kurz in ein anderes Genre abzudriften.***

** Ein rostiges Kettenhemd oder die Gimli-Zwergenaxt brauchst du hier auch nicht. Versprochen.***

*** Fußnoten sind toll! 😉

 

 

 

 


Fleischeslust (25.10.2015)

 

Nicht schlecht, es hat zwar etwas gedauert, aber die „Falle“ ist zugeschnappt.

Am Ende krieg‘ ich sie doch alle am Schlafittchen gepackt….oder eben an ihren Trieben. Ähäm.

 

Man erinnere sich an den Beitrag „Sex, Sex und noch viel mehr Sex!“ vom 21.09.2015. Da ging es ja eigentlich überhaupt nicht um besagten Austausch zwischenmenschlicher Gefühlsregungen bzw. fortpflanzungsorientierte Körperlichkeiten. Mehr oder weniger prompt wurde mein Blog nun über den Suchbegriff „sex“ gefunden.

Ob da wer enttäuscht gewesen ist? Ich hoffe, doch dass man/frau sich anderweitig Abhilfe verschaffen konnte. Ich möchte nicht Schuld an unterdrückten Gefühligkeiten sein! Aber Bedienungsanleitungen oder Arbeitsanweisungen für die absonderlichsten Praktiken sowie Spielzeug für Große sind anderswo, denke ich, erheblich besser aufgehoben als hier zwischen meinem Buchstaben-Gerümpel.

Ich frage mich nur, was eingetippt wurde, wenn bei mir nur verzeichnet wird „Suchbegriff unbekannt“? Müssten mir da wohl sonst beschämt die Ohren glühen?  Hach, ich bin einfach zu neugierig!

 

 

 

 

 


Die Wahrheit über Erdnüsse. (25.10.2015)

 

Na, sind die Uhren JETZT gestellt und habt ihr die verstrichenen Minuten dazu genutzt, über Weihnachtsgeschenke zu sinnieren (denn heute in 2 Monaten wäre es wie gesagt schon zu spät^^)?!

 

Ich hätte doch glattweg einen weiteren Mitleser in dieser Runde übersehen. Herzlich Willkommen, Roe Regenläufer!

Gelernt habe ich durch dich, dass man das gleichmäßige Kürzen von Schnürsenkeln tatsächlich auch als Hobby betreiben kann, eine gesunde Angst vor Hotline-Mitarbeitern haben sollte (oder besser die Kundennummer parat^^) und Menschen wie Erdnüsse* sind….in wem steckt schließlich nicht mindestens ein klitzekleiner Misanthrop?!

Daran, dass neben dem „profanen“ Menschen auch Pflanzen und Holzdielen zur potentiellen Leserschaft zählen könnten, habe ich nie im Leben gedacht und möchte mich in aller Form von meinem diskriminierenden Verhalten distanzieren. Mea culpa! Vielen Dank für die Erleuchtung in Zeiten früher einsetzender Finsternis (denkt an die Zeitumstellung!).

Ich gehe mich kurz im Keller schämen.

 

 

 

 

 

* Ich zitiere mal frech und frei: „Menschen sind wie Erdnüsse: Zu viel davon und einem wird schlecht.“ (Natürlich kommt es ganz auf die jeweilige Begleitung an!)